Gegen die Seahawks nicht zu halten: Davante Adams. - Bildquelle: 2020 Getty ImagesGegen die Seahawks nicht zu halten: Davante Adams. © 2020 Getty Images

München - Aaron Rodgers ist keiner, der schnell überschwänglich wird. Lob? Muss man sich verdienen, der Routinier findet da die richtige Dosierung. Nur nicht zu viel auf einmal.

Vertrauen? Auch kein Selbstläufer. Und es kann dauern, den 36-Jährigen vollends von sich zu überzeugen.

Noch mehr Bälle

Es war die Sommer-Vorbereitung, als der Quarterback der Green Bay Packers den Druck erhöhte. Betonte, dass er gerne noch mehr Bälle auf Wide Receiver Davante Adams werfen würde. 169 (von denen er 111 fing) in 2018 waren ja nicht unbedingt wenig. Doch irgendwie geht immer mehr. 

"Wir müssen Wege finden, ihm den Ball zu geben. Es ist nichts falsch daran, einen Go-to Guy zu haben, der so dynamisch ist", sagte Rodgers über den Nummer-1-Receiver der Packers. 

 

Go-to Guy. Dabei ging es auch darum, noch mehr Potenzial herauszukitzeln. Zu motivieren, zu pushen, anzutreiben. Es ist ja nicht so, als hätte Adams nicht vorher schon geliefert, 2018 mit 1386, 2017 mit 885 oder 2016 mit 997 Yards und bei den Touchdowns jeweils zweistellig.

Doch Rodgers fehlte wohl der allerletzte Kniff.

Und der 28:23-Sieg in der Divisional Round gegen die Seattle Seahawks war ein Adams-Auftritt nach Rodgers' Geschmack. So hatte er sich das vorgestellt. 

Acht Bälle fing er für 160 Yards und zwei Touchdowns, Playoff-Rekord bei den Packers und rund 66 Prozent der Passing Yards des Quarterbacks (243) an diesem Abend. Die sechs Bälle, die keine Touchdowns waren, brachten jeweils einen neuen ersten Versuch. 

"Unsere Offense getragen"

"Er hat unsere Offense getragen", sagte Rodgers. "Seine Fähigkeit, die Routen zu laufen, ist unglaublich. Es war eine dieser magischen Nächte." Mit Adams als Magier.

Endlich mal wieder, nachdem das Passspiel in den letzten Wochen doch ziemlich gelitten hatte und vor allem das Laufspiel die Packers durch die Spieltage trug. Seit Week 9 war Adams bei den Yards in acht Spielen nur dreimal dreistellig. 

Diesmal war er es wieder - und dabei besonders effektiv. Er ist ohnehin ein X-Faktor im neuen System des neuen Trainers Matt LaFleur, doch diesmal musste Rodgers die Offense nicht alleine tragen, Adams übernahm das.

Und er wusste das vorher. Er rief sich das letzte Aufeinandertreffen gegen die Seahawks vom November 2018 in Erinnerung (10 Catches für 166 Yards), immer wieder ging er dieses Spiel durch, bereit, erneut so abzuliefern.

Receiver-Kollege Geronimo Allison ist sich sicher: "Manchmal hat er Visionen, und manchmal kommen diese Visionen zum Vorschein. Ich garantiere, dass er sich viele Dinge, die heute stattgefunden haben, so vorgestellt hat." Die Seahawks bekamen den 27-Jährigen nie in den Griff.

Und Rodgers wurde dann tatsächlich überschwänglich. 

Erinnerungen an Nelson

"Es erinnert mich an die Verbindung, die Jordy Nelson und ich so viele Jahre hatten", sagte Rodgers. "Einige unausgesprochene Dinge, die wir tun können, ohne darüber zu sprechen. Davante hat drei oder vier Plays gemacht. Es hat ziemlich viel Spaß gemacht." 

Das ist das eingangs erwähnte Kompliment, das kaum größer hätte ausfallen können. Blindes Verständnis, das höchste der Gefühle zwischen Spielmacher und Empfänger, dazu der Verweis auf Nelson, mit dem Rodgers neun Jahre lang die gegnerischen Abwehrreihen sezierte, für 7848 Yards und 63 Touchdowns. 

 

Das neue Traumduo findet pünktlich zur Crunch Time die gegenseitige Konnektivität, am kommenden Wochenende müssen die Packers zum NFC Championship Game zu den San Francisco 49ers (in der Nacht auf Montag ab 0:40 Uhr live auf ProSieben und ran.de).

Dann warten allerdings Cornerback Richard Sherman und die Monster-Defense der Niners.

Keine Frage: Das Lob muss sich Adams immer wieder aufs Neue verdienen.

Andreas Reiners

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