Tom Brady (li.) und Aaron Rodgers (re.) treffen erst zum dritten Mal in ihre... - Bildquelle: Getty ImagesTom Brady (li.) und Aaron Rodgers (re.) treffen erst zum dritten Mal in ihrer Karriere aufeinander. © Getty Images

München/Tampa Bay - Am 6. Spieltag der NFL-Saison 2020 empfangen die Tampa Bay Buccaneers die ungeschlagenen Green Bay Packers (Sonntag, 22:25 Uhr, live auf ProSiebenMAXX und ran.de).

Nach einer enttäuschenden Niederlage gegen die Chicago Bears wollen Tom Brady und die Buccaneers wieder in die richtige Spur finden. Im heimischen "Raymond-James-Stadium" treffen sie auf Aaron Rodgers, der mit seinen Green Bay Packers aktuell an der Spitze der NFC-North steht. ran.de blickt auf das Duell der beiden Teams.

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Bradys Anfängerfehler sorgt für Aufregung

Noch vor einer Woche galten die Chicago Bears als einer der Lieblingsgegner von Tom Brady: Im Trikot der New England Patriots gewann Brady alle fünf Spiele gegen die Bears und auch im neuen Trikot der Tampa Bay Buccaneers schien der Star-Quarterback an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen zu können. 

Die Buccaneers führten bereits mit 13:0, als sich das Spiel langsam zu Gunsten der Bears wendete, die im restlichen Verlauf des Spiels nur noch zwei Field Goals erlaubten. Mit 20:19 entschied Chicago letztlich ein knappes und umkämpftes Spiel für sich, das während dem finalen Drive der Buccaneers einen kuriosen Höhepunkt fand.

Knapp 40 Sekunden waren noch zu spielen und die Buccaneers benötigten bei einem Fourth Down noch sechs Yards für einen neuen Versuch. Anstatt das First Down mit einem kurzen Pass zu erreichen, entschied sich Brady für einen längeren Pass auf Tight End Cameron Brate, der allerdings gut gedeckt wurde und so den Ball nicht fangen konnte.

 

Während die Spieler der Bears jubelnd über das Feld rannten, blickte sich Brady verwirrt um und gestikulierte mit seinen Fingern eine Vier. Nach zwanzig Jahren in der NFL und sechs Super-Bowl-Siegen war einem der größten Spieler aller Zeiten ein Anfängerfehler unterlaufen - Brady hatte sich verzählt.

"Ich weiß nicht, wie ich für ihn sprechen soll. Wir alle wussten, dass es ein Fourth Down war", machte Head Coach Bruce Arians nach dem Spiel deutlich. "Ich wusste, dass uns noch etwas fehlte und habe mich einfach zu sehr auf die Yards konzentriert. Es war schlicht und einfach eine schlechte Ausführung", erklärte Brady seinen Aussetzer nach dem Spiel trocken. 

Der uncharakteristische Fehler des Routiniers ist bislang der negative Höhepunkt einer durchwachsenen ersten Saison für die Tampa Bay Buccaneers. Doch eines sollten NFL-Fans immer im Hinterkopf haben: Nach Niederlagen und Fehlern ist Tom Brady meist am gefährlichsten.

Perfekter Saisonstart für die Aaron Rodgers und die Green Bay Packers

Trotz seiner 36 Jahre zählt Aaron Rodgers noch lange nicht zum alten Eisen in der NFL. Gerade in dieser Saison stellt der Routinier einmal mehr seine Klasse unter Beweis und gehört nach dem 5. Spieltag zum engeren Favoritenkreis für die MVP-Auszeichnung.

Rodgers ist der letzte verbliebene Starting-Quarterback ohne eine einzige Interception, mit seinen 13 Passing Touchdowns muss er sich bisher nur Russell Wilson (19) und Josh Allen (14) geschlagen geben. 

Ebenso bemerkenswert ist die Tatsache, dass Rodgers diese Leistungen ohne einen wirklichen Star-Receiver vollbringt. Pro Bowler Davante Adams verletzte sich im ersten Spiel gegen Minnesota und stand seitdem nicht mehr zur Verfügung, sein Ersatzmann Allen Lazard fiel kurze Zeit später ebenfalls mit einer schweren Verletzung aus.

An ihrer Stelle entwickelte sich Robert Tonyan zur Lieblingsanspielstation des Spielmachers, bereits fünf Touchdowns gehen auf das Konto des bisher kaum bekannten Tight Ends. "Du weißt nicht, wer das entscheidende Play macht, das macht uns schwer ausrechenbar", freute sich Rodgers nach dem Sieg gegen die New Orleans Saints am 3. Spieltag.

 

Vor allem dank seines hohen Niveaus dürfen sich Packers-Fans weiter Hoffnungen auf den ersten Super-Bowl-Sieg seit 2011 machen. Rodgers und die Packers blieben in den ersten vier Spielen der Saison fehlerlos und bewiesen zum wiederholten Mal, dass auch in diesem Jahr einmal mehr wieder mit ihnen zu rechnen ist.

So lief Week 5

Tampa Bay Buccaneers

Nach der knappen 19:20-Niederlage in Chicago warf die Offense der Buccaneers einmal mehr Fragen auf. Trotz einem vielversprechenden Auftakt und insgesamt 339 Yards gelang den Mannen um Tom Brady nur ein einziger Touchdown. Besonders in der Hälfte der Bears war die Offense über weitere Teile des Spiels wenig effektiv.

Running Back Ronald Jones zählt zu den wenigen Lichtblicken auf Seiten der Buccaneers: Der 23-Jährige erlief das zweite Spiel in Folge über 100 Yards und setzte damit seine positive Entwicklung fort. 

Neben der wenig effektiven Spielweise waren es auch eine Vielzahl von Strafen, die Tampa Bay letztlich um den Sieg brachten. Im dritten Quarter kassierte die Offense innerhalb eines Drives fünf Strafen für 35 Yards, was sie vor schier unlösbare Aufgaben stellte, unter anderem ein third-and-27.

Ähnlich wie die Offense fand auch die Defense gut in das Spiel und beendete Chicagos zweiten Drive mit einer Interception. Kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit kippte dann das Spiel, als die Defense in kurzen Abständen zwei Touchdowns erlaubte und die Buccaneers eine scheinbar sichere Führung aus der Hand gaben.

Mit Ausnahme zweier Field Goals hatte die Verteidigung daraufhin wenige Probleme mit der Bears-Offensive und begrenzte die Mannen um Nick Foles auf insgesamt 243 Yards, konnte aber an der Niederlage letztlich wenig ändern.     

Green Bay Packers

Die Green Bay Packers profitierten in der vergangenen Woche von der Bye-Week und reisen daher ausgeruht nach Tampa Bay. Die einwöchige Pause kommt besonders den Langzeitverletzten zu gute, allen voran Davante Adams, der unter Woche wieder voll mittrainieren konnte.

Gleiches gilt für den deutschen Wide Receiver Equanimeous St. Brown, der seit dieser Woche nicht mehr auf der Injured-Reserve-Liste steht und somit gegen die Buccaneers sein erstes Saisonspiel absolvieren könnte. 

Nach Siegen gegen die Minnesota Vikings, Detroit Lions, New Orleans Saints und Atlanta Falcons stehen die Packers aktuell ungeschlagen an der Spitze ihrer Division und belegen im aktuellen Playoff-Picture der NFC zudem den zweiten Platz hinter den Seattle Seahawks.

Fantasy Tipp: Aaron Rodgers

Wenige Quarterbacks spielen in diesem Jahr auf einem ähnlich hohen Niveau wie Aaron Rodgers. Gegen die Buccaneers trifft der mehrmalige MVP auf eine junge und unerfahrene Secondary, die Rodgers nicht viel entgegenzusetzen haben wird.

Davante Adams dürfte nach einer längeren Verletzungspause wieder auf das Feld zurückkehren und die Passing Offense der Packers somit noch um einiges Verstärkung. Am 5. Spieltag ist Rodgers daher eine ideale Empfehlung für den Fantasy Football Manager powered by ran.

Tom Offinger

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