Nach zwei misslungenen Spielzeiten findet bei den Green Bay Packers ein Umbr... - Bildquelle: ImagoNach zwei misslungenen Spielzeiten findet bei den Green Bay Packers ein Umbruch statt © Imago

München/Green Bay - Die misslungene Saison kratzt bei den Green Bay Packers offensichtlich nicht am Selbstvertrauen. 

"Ich glaube, wir werden sehr viele Spiele gewinnen, die Playoffs schaffen und dann hoffentlich den Super Bowl gewinnen", gibt sich Equanimeous St. Brown im ran-Interview optimistisch.

Bereits während des vergangenen NFC-Championship-Games zwischen den Los Angeles Rams und den New Orleans Saints hatte der Wide Receiver mit deutschen Wurzeln großspurig via Twitter angekündigt: "Nächstes Jahr werde ich zu dieser Zeit nicht zu Hause sein."

Mit anderen Worten: Kommende Saison möchte St. Brown mit den Packers selber das Championship-Game bestreiten.

Hoffnungsträger LaFleur

Für all den Optimismus gibt es einen Grund: Matt LaFleur.

Der 39 Jahre alte neue Head Coach der Packers ist kein unbeschriebenes Blatt für den NFL-Kenner. 2016 formte er als Quarterback-Coach der Atlanta Falcons Matt Ryan zum MVP. 2017 war er Offensive Coordinator der Los Angeles Rams, entwickelte an der Seite von Head Coach Sean McVay eine der heißesten Offensiven der Liga.

Nun soll er mit Superstar Aaron Rodgers das schaffen, was seinem Vorgänger Mike McCarthy zuletzt versagt blieb. Als Super Bowl-Aspirant gestartet zeigte die Formkurve im Saisonverlauf rapide nach unten. Von den letzten zehn Saisonspielen gewann die Packers nur noch drei - zwei davon unter Joe Philbin, der nach dem 13. Spieltag und dem 17:20 gegen die Arizona Cardinals McCarthy als Head Coach ersetzte.

Die magere Gesamtbilanz: 6 Siege, 9 Niederlagen, 1 Unentschieden - und wie bereits im Vorjahr keine Playoffs.

Auch zur neuen Saison gelten die Packers wieder als heißer Playoff-Aspirant. Wegen Rodgers und LaFleur. Denn LaFleur entspricht genau dem Anforderungsprofil, das zur Zeit jeder Klub bei seinem Head Coach sucht - nach dem nächsten Erfolgstrainer der Marke McVay.  

McVay über LaFleur: Ein großartiger Football-Trainer

McVay gratuliert seinem Ex-Kollegen zum neuen Job: "Er ist einer meiner besten Freunde und ich freue mich für ihn. Er ist ein großartiger Football-Trainer mit einem guten Verständnis für offensiven Football. Er wird in seiner Kommunikation sehr ehrlich sein, harte Arbeit investieren und seine Jungs in eine gute Position bringen."

Auch wenn die vergangene Saison als Offensive Coordinator der Tennessee Titans für ihn weniger erfolgreich verlief, ist LaFleur nun der große Hoffnungsträger der Packers - zusammen mit seinem Coaching-Staff, der fast komplett ausgetauscht wurde.

Die wichtigste Frage: Kommt LaFleur mit Superstar Rodgers auf einen gemeinsamen Nenner? Genau dies gelang McCarthy zuletzt nicht mehr. Der Quarterback kritisierte sogar öffentlich dessen Playcalling - ein sicheres Indiz für ein abgekühltes Verhältnis zwischen Passgeber und Trainer.

Die Fehler im Draft

Die jüngste Misere der Packers war jedoch nicht nur McCarthy und seinem ideenlosen Spielstil anzulasten. Es war auch die Folge einer missratenen Personalpolitik.

Aus den Draftjahren 2015 bis 2017 waren in der zurückliegenden Saison phasenweise nur vier Starter auf dem Feld: Cornerback Kevin King, Defensive Tackle Kenny Clark, Linebacker Blake Martinez und wahlweise einer der beiden Running Backs Jamaal Williams oder Aaron Jones. Lediglich die Oakland Raiders und die Tennessee Titans hatten noch weniger Spieler aus diesen Drafts in ihrer Startformation.

Verantwortlich dafür war der ehemalige General Manager Ted Thompson, der nun als Senior Advisor to Football Operations fungiert.

Was Hoffnung macht: Sein Nachfolger Brian Gutekunst beweist ein besseres Händchen für Talente. Im letzten Draft wählte er in Jaire Alexander und Josh Jackson das Cornerback-Duo der Zukunft, zudem kam mit Marquez Valdes-Scantling und St. Brown in der fünften und sechsten Runde ein hochveranlagtes Receiver-Duo.

Was wird aus Clay Matthews und Randall Cobb?

Das Team steckt in einem Wandel. Mehr als zehn Spieler werden in der Offseason zu Free Agents. Die prominentesten: Wide Receiver Randall Cobb und Linebacker Clay Matthews.

Aus deutscher Sicht ist vor allem die Planung auf der Wide-Receiver-Position interessant: Würde Cobb keinen neuen Vertrag bekommen, und davon gehen die meisten Experten aus, wäre in Davante Adams Stand heute lediglich noch ein gestandener Top-Receiver übrig.

Möglicherweise die große Chance für St. Brown? "Ich glaube, ich bin in meinem zweiten Jahr in einer guten Position", sagt der Passempfänger, der mit 328 Receiving-Yards teamintern an Position 5 stand. "Sie kennen mich jetzt schon. Ich habe gute Chancen, es besser zu machen als letzte Saison."

Zwei Picks in der ersten Draft-Runde

Nicht nur auf der Position des Wide Receivers besteht Handlungsbedarf. Auch bei der Offensive Line, den Outside Linebackern, Defensive Ends und vor allem Safeties müssen die Packers-Verantwortlichen nachlegen. Der Cap-Space beträgt aktuell rund 33 Millionen Euro - Platz 16 in der NFL.

Für den Draft sind die Packers gut aufgestellt, können gleich zwei Mal in der ersten Runde wählen - an Position 12 und 30. Talente wie Free Safety Deionte Thompson (Alabama), Offensive Guard Beau Benzschawel (Wisconsin) oder Defensive End Jachai Polite (Florida) werden in den Mock Drafts als mögliche Picks gehandelt.

Viele gute Entscheidungen sind jedenfalls notwendig, um die mutige Prognose von St. Brown wahr werden zu lassen.

Oliver Jensen

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