Marquise Brown gilt als einer der besten Wide Receiver im Draft 2019 - Bildquelle: imago/ZUMA PressMarquise Brown gilt als einer der besten Wide Receiver im Draft 2019 © imago/ZUMA Press

Oklahoma/München - Antonio Brown ist der vielleicht beste Wide Receiver der NFL, sorgt momentan aber vor allem Abseits des Spielfeldes für negative Schlagzeilen. Er erzwang auf fragwürdige Art und Weise seinen lukrativen Trade zu den Oakland Raiders, attackierte zudem öffentlich seine ehemaligen Mannschaftskameraden JuJu Smith-Schuster und Ben Roethlisberger.

Bald wird noch ein weiterer Passempfänger aus der Familie Brown in die NFL stoßen. Marquise Brown, der Cousin von Antonio, ist ebenfalls Wide Receiver und gilt im Draft 2019 (am 26. April ab 1:50 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de) als sicherer Erstrunden-Pick. 

Die beiden haben ein enges Verhältnis zueinander. Marquise ist wahrscheinlich der einzige Sportler auf diesem Planeten, dem Antonio mehr Erfolg gönnt als er selbst hat. "Er will, dass ich besser bin als er", sagte Marquise Brown während des NFL-Combine und fügte selbstbewusst hinzu: "Das ist es, was ich vorhabe."

Die gleiche Aggressivität wie Antonio Brown?

Gerne orientiert er sich an dem Spielstil seines Cousins. Was er an ihm besonders bewundert? "Seine Aggressivität", antwortet Marquise. "Jedes Mal, wenn er den Ball bekommt, möchte er auch punkten. In diesem Sinne haben wir die gleiche Mentalität."

Brown gilt als einer der drei besten Passempfänger im Draft 2019. Lediglich der Ausnahmeathlet D. K. Metcalf wird von vielen Experten noch stärker eingeschätzt. Dann wäre da noch A.J. Brown (keine Verwandtschaft), der ebenfalls als Erstrunden-Pick gilt. Übrigens: Antonio Brown wurde 2010 erst in der 6. Runde gedraftet. Dieses "Schicksal" droht Marquise sicherlich nicht.

Marquise war lediglich zwei Spielzeiten am College für die Oklahoma Sooners aktiv, hat in dieser kurzen Zeit aber ordentlich für Furore gesorgt. Alleine in der vergangenen Saison kam er auf starke 1.318 Receiving-Yards und 10 Touchdowns. Er ist sehr schnell und somit ein Mann für die tiefen Pässe.

Genauso klein wie Antonio Brown - und verdammt schnell

Eine Parallele zu Antonio: Mit einer Körpergröße von 1,78 Meter ist Marquise genauso "groß" wie sein Cousin. Das dürfte ihn allerdings genauso wenig wie Antonio daran hindern, in der NFL durchzustarten.

Seine Mutter Shannon James erinnert sich gegenüber ESPN, dass Marquise seine fehlende Größe schon als Jugendlicher mit seinem Speed kompensierte: "Sobald er den Ball in seinen Händen hätte, war es vorbei. Er war wirklich winzig, immer kleiner als alle anderen. Aber wenn er den Ball bekam, bewegte er sich wie ein Blitz."

Beim NFL Combine konnte er diese Qualität nicht unter Beweis stellen. Brown nahm an dem Sichtungstraining nicht aktiv teil, weil er nach seiner Fußoperation im Januar noch nicht fit war. Ansonsten hätte er mit seiner Geschwindigkeit wohl für Aufsehen gesorgt. In Oklahoma lief er die 40 Yards in 4,30 Sekunden – es wäre die schnellste Zeit eines Wide Receivers bei der NFL Combine 2019 gewesen.

Gleichwohl könnte die Operation dazu führen, dass Brown im Draft aus den Top 20 herausfällt und erst später in der ersten Runde gedraftet wird. NFL-Teams sind bekanntlich sehr vorsichtig, wenn ihr potentieller Erstrundenpick kürzlich erst unters Messer musste.  

Spitzname Hollywood

Sein Spitzname lautet Hollywood. Nicht weil er wie sein Cousin eine "kleine Diva" ist, sondern weil er aus dieser Stadt in Florida stammt (also nicht aus der gleichnamigen Filmmetropole in Los Angeles) und weil seine Downfield-Plays so spektakulär sind.

Eine weitere Stärke ist seine Vielseitigkeit, wie er sagt: "Ich werde überall eingesetzt. Ich habe außen gespielt, ich habe innen gespielt. Ich denke, ich kann beides gut spielen."

Oklahoma Head Coach Lincoln Riley attestiert Brown eine insgesamt gute Entwicklung während der College-Zeit. "Seine Geschwindigkeit ist eine solche Waffe", sagt er. Mindestens genauso wichtig: Die Zeiten, in denen Brown noch als ungeschliffenes Talent galt, sind vorbei. "Er weiß mittlerweile, wie er mit seinen Stärken umzugehen hat. Er ist von einem schnellen Mann zu einem richtig guten Footballspieler geworden", sagt der Trainer.

Sein Vorteil: Pässe von Top-Quarterbacks

In der Spielzeit 2017 wurde er noch von Baker Mayfield mit tiefen Pässen gefüttert, der im Draft 2018 als First-Overall-Pick von den Cleveland Browns ausgewählt wurde. 2018 war dann Kyler Murray sein Quarterback, der im bevorstehenden Draft als Pick Nummer 1 gehandelt wird.  

"Baker ist eher ein Redner. Kyler ist mehr einer, der sein Spiel sprechen lässt. Es sind zwei unterschiedliche Persönlichkeiten. Aber beide sind großartige Quarterbacks", sagt Marquise über seine bisherigen Passgeber.

Mayfield ist bereits jetzt ein Superstar der NFL, Murray wird das nahezu sicher werden. Und Marquise Brown hat zumindest das Zeug dazu, ebenfalls in der Liga für Furore zu sorgen. Bleibt nur zu hoffen, dass er dann weniger negative Schlagzeilen produziert als sein Cousin.

Oliver Jensen

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