Deshaun Watson würde im Falle eines Streiks eine Menge Geld verlieren. - Bildquelle: imago images/Icon SMIDeshaun Watson würde im Falle eines Streiks eine Menge Geld verlieren. © imago images/Icon SMI

München - Die spannendste Frage der diesjährigen Offseason rankt sich wohl um Deshaun Watson. Der Star-Quarterback der Houston Texans möchte einen Neuanfang bei einem anderen Team wagen und fordert einen Trade.

Diesen Wunsch machte er erst kürzlich gegenüber seinen neuen Coaches nochmals deutlich. Die Rechnung hat er dabei allerdings ohne General Manager Nick Caserio gemacht, der erst Ende Januar öffentlich bekräftigte, Watson nicht traden zu wollen. 

Was sind also die Optionen des 25-jährigen Top-Spielmachers? Auf dem Papier haben erst einmal die Texans alle Karten in der Hand. Watson ist bis 2026 an die Franchise gebunden, stimmen die Texans keinem Trade zu, könnte sich seine Unzufriedenheit noch über Jahre erstrecken. 

Houston Texans: Deshaun Watson hat das Recht, Saison zu bestreiken

Den Coaches soll er schließlich klar gemacht haben, nie wieder ein Spiel für Houston bestreiten zu wollen. Ein Einlenken seinerseits ist also sehr unwahrscheinlich. Bleiben die Texans hart, könnte sich ein Geduldsspiel entwickeln. 

Im Zweifel müsste Watson die kommende Saison aussetzen und streiken. Der aktuelle Tarifvertrag zwischen Liga und Spielergewerkschaft NFLPA räumt ihm dazu jedenfalls das Recht ein. Dabei müsste er laut "NBC Sports" jedoch einen großen finanziellen Verlust hinnehmen. 

Das fängt schon mit den verpflichtenden Minicamps an - ein Verzicht würde ihn aber erstmal "nur" 93.085 Dollar kosten. Lässt er auch die Trainingcamps vor der Saison sausen, kostet ihn das schon weitere 50.000 Dollar pro Tag. Bei 34 Tagen käme er da schon auf eine Summe von 1,7 Millionen Dollar. 

Deshaun Watson könnte große Menge an Geld verlieren

Für jedes Preseason- und Regular-Season-Spiel kommen bei einem Grundgehalt von 10,54 Millionen Dollar weitere 620.000 Dollar hinzu. Bestreikt Watson die komplette Saison, müsste er zusätzlich den Signing Bonus in Höhe von 5,4 Millionen Dollar zurückzahlen. 

So würde Watson also an die 20 Millionen Dollar verlieren, sollte er die Saison für die Texans aussetzen. Es wird spekuliert, dass es Watson in der Thematik nicht um das Geld geht. Ob er sich aber diese enorme Menge an Gehalt durch die Lappen gehen lässt, ist doch sehr fraglich. 

Aber würden die Texans dieses Verhalten überhaupt zulassen? Das Team müsste sich dann schließlich ohnehin um einen Ersatz-Quarterback bemühen. Außerdem würde Watson ein ganzes Jahr an Spielpraxis liegen lassen. Das würde sich auf den Trade-Wert auswirken. 

Deshaun Watsons Trade-Wert wohl hoch wie nie

Dieser ist nach einer weiteren starken Saison wohl aktuell auf seinem Höhepunkt. Der Trade von Matthew Stafford zu den Los Angeles Rams für zwei Erstrundenpicks und einen soliden NFL-Quarterback in Jared Goff hat gezeigt, was ein Deshaun Watson einbringen könnte. Spielt er ein ganzes Jahr nicht, würden die Angebote anders aussehen. 

Es bleibt also abzuwarten, wer als erstes einknickt. Auf dem Papier haben die Texans die Karten in der Hand. Meint es Watson mit seiner Unzufriedenheit ernst, muss sich die Franchise allerdings überlegen, welchen Sinn es hat, an dem Superstar festzuhalten. 

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