Früher ein Star in der NFL, heute Head of Player Relations in der Alliance o... - Bildquelle: Imago / Twitter@ AAFLeagueFrüher ein Star in der NFL, heute Head of Player Relations in der Alliance of American Football: Troy Polamalu © Imago / Twitter@ AAFLeague

München - Seine eigene Laufbahn verlief wie die der oft zitierten Bilderbuch-Karriere. 2003 in der ersten Runde von den Pittsburgh Steelers gedraftet, verbrachte Troy Polamalu zwölf Spielzeiten bei ein und derselben Franchise, gewann zwei Mal den Super Bowl, wurde acht Mal in den Pro Bowl gewählt.

Doch es gibt eben auch Footballspieler, bei denen es weniger rund läuft. Die nicht so viel Talent haben, von den Scouts übersehen oder durch Verletzungen zurückgeworfen werden.

Genau um solche Akteure kümmert sich Polamalu heute - und zwar in seiner Funktion als Head of Player Relations in der neuen Alliance of American Football.

Von Beginn an involviert

Vom Tage der Gründung an, also ab dem 20. März 2018, war der 37-Jährige in die Entstehung der Liga involviert. Von der Idee einer Ligagründung wusste er schon weit früher. Bereits im Jahre 2014, als Polamalu seine letzte Saison bei den Steelers spielte, führte er erste Gespräche mit Chief Executive Officer Charlie Ebersol.

"Das war ein langer Weg", sagt Polamalu, "wenn Leute neue Unternehmen oder eine neue Liga gründen, zum Beispiel eine Football-Liga, könnte man denken, man könne eine andere Liga einfach kopieren. Aber man fängt eben wirklich ganz von vorne an."

"Am Anfang war das Wort", zitiert der ehemalige Safety aus der Bibel und fügt hinzu: "Es ist schön zu sehen, dass nun alles zum Tragen kommt, wenn Teams in acht verschiedenen Städten trainieren. Das erforderte viel Koordination und viel, von denen man besonders als Footballspieler überhaupt nichts weiß."

AAF mehr als nur Alternative zwischen zwei NFL-Saison

Für die meisten Football-Fans ist die AAF einfach eine Liga, mit der sich die NFL freie Zeit gut überbrücken lässt. Polamalu betrachtet die Organisation hingegen aus Spielersicht - und sieht daher viel mehr in der Alliance of American Football.

Für ihn gehe es darum, Talente zu entwickeln, aber auch Vorbilder hervorzubringen, mit denen sich die Fans und die Liga identifizieren können, erklärt er.

"Deshalb hat Charlie die Liga auch als Allianz bezeichnet", so Polamalu. "Es ist wirklich eine Allianz aus vielen verschiedenen Visionen und dem Eintauchen in Technologie, Football, Fans und das Spiel. Ich nutze diese Plattform, um nicht einfach nur Footballspieler zu entwickeln, sondern großartige Menschen. Und das ist wirklich meine Aufgabe in dieser Abteilung: zu verstehen, dass die besten Menschen die besten Footballspieler auf und neben dem Feld sind."

1155 Spieler bei drei Combines

Polamalu kümmerte sich um alle Themen rund um die Spieler. Ein Schwerpunkt: die Combines. Im August 2018 fanden in Los Angeles, Houston und Atlanta ein entsprechendes Sichtungstraining statt. 1155 Football-Talente nahmen daran teil.

Der Gedanke dahinter: Weil nur die besten 300 Spieler vom College am NFL Combine teilnehmen, möchte die AAF die Athleten aus der zweiten Reihe anlocken. Polamalu bezeichnet die Liga als "eine Gelegenheit für Spieler, die ihre berufliche Karriere beginnen, ausbauen oder neu beleben wollen". Die Combines sind laut des Ex-NFL-Profis der erste Schritt auf dieser Reise.

"Wir sind bestrebt, die besten verfügbaren Talente zu finden und sie mit den notwendigen Ressourcen zu versorgen, um auf und neben dem Feld Erfolg zu haben", sagt Polamalu.

Er wird im Saisonverlauf genau darauf achten, wie gut die Spielerauswahl funktioniert hat und wie sich die Talente in der AAF entwickeln.

Auch wenn sich vermutlich niemand finden lässt, der eine Bilderbuch-Karriere im Stil von Troy Polamalu hinlegt.

Oliver Jensen

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