J.J. Watt ist zurück. - Bildquelle: Getty ImagesJ.J. Watt ist zurück. © Getty Images

München – Der Ruck ist zu spüren. Deutlich. Man merkt, wie das Selbstbewusstsein steigt, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Plötzlich passt wieder alles, fügt es sich zusammen. 

Die gesamte Aura ist anders. Gewaltiger. Kopf hoch, Brust raus: Die Chemie verschiebt sich, der gesamte Auftritt auch. Das Innenleben nimmt neue Formen an. 

Man kann es deshalb sehen und fühlen, wie sich eine Teamdynamik von jetzt auf gleich zum Positiven verändert, wenn ein Anführer in die Kabine zurückkehrt. 

 

Bei den Houston Texans konnte man es sogar hören. 

Überraschungsmoment in der Kabine

Denn J.J. Watt nutzte die Überraschung des Moments seiner Rückkehr nach einem gerissenen Brustmuskel, um mit einer Ansprache die Reise zum Super Bowl einzuleiten, sein Team auf den Playoff-Auftakt in der Wild Card Round gegen die Buffalo Bills am Samstag (ab 22 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de) einzuschwören.

"Ich bin froh, dass er zurück ist", sagte Laremy Tunsil: "Sie hätten diese Rede hören sollen, die er im Training gehalten hat. Das hat uns Schauer über den Rücken gejagt. Es war eine gute Rede. Es ist großartig, einen Anführer wie J.J. Watt zurück zu haben.“

Der Defensive End hatte sich die Verletzung am achten Spieltag zugezogen und war operiert worden, seitdem hatte der 30-Jährige gefehlt. Eigentlich war das gleichbedeutend mit dem Saisonaus, der dreimalige Defensiv-Spieler des Jahres landete auf der Injured Reserve List. Doch Watt hat gelernt, zu kämpfen. Nicht nur gegen Gegner, sondern auch gegen seinen eigenen Körper, gegen Verletzungen, die ihn bereits in den vergangenen Jahren immer wieder zurückwarfen.

Auch dieser Kampfgeist zeichnet einen Anführer aus.

"Ich verstehe das Risiko, aber es gibt für mich nichts mehr als die Möglichkeit, in den Playoffs zu spielen, die Möglichkeit, diesem Team zu helfen, Spiele zu gewinnen", sagte Watt: "Es ist in mir drin, ich möchte nur mit den Jungs auf dem Feld sein und ich fühle mich wirklich gut."

Seele und Herz der Defense

Keine Frage: Als Herz und Seele der Texans-Defensive haucht er der Verteidigung neues Leben ein.

Denn klar: Es ist ja nicht nur die bloße Anwesenheit als Mensch, als Kopf der Gruppe, es sind nicht nur die Worte, die helfen, die pushen und motivieren und antreiben.

Bei Watt ist es sein Einfluss auf dem Feld als Pass Rusher, als Quarterback-Jäger. Der 30-Jährige kam bis zu seiner Verletzung in acht Spielen auf 24 Tackles, vier Sacks, einen forced Fumble und dazu 20 Quarterback Hits, mit denen er die Liga sogar anführte. Fast jeder zweite Hit eines gegnerischen Spielmachers durch die Texans ging auf sein Konto.

 

Umstellungen wie eine größere Konzentration auf die Coverage und Leistungssteigerungen bei denjenigen, die in Watts Abwesenheit mehr Verantwortung übernehmen mussten und mehr und mehr in die Bresche sprangen, führten dazu, dass die Texans ohne Watt mit einer 5:3-Bilanz die Playoffs als Division-Sieger der AFC South klarmachten.

Zahlen lügen nicht

Doch sein Fehlen machte sich zwangsläufig bemerkbar: Mit Watt ließen die Texans 85,4 Yards über das gegnerische Laufspiel zu, ohne ihn 144,1 Yards. Am Ende waren es 121,1 Yards pro Spiel – Platz 25 in der Liga. Mit nur 31 Sacks landete die Defense nur auf Platz 26. Höchste Zeit also, dass gegen die Bills und rechtzeitig zu den Playoffs mehr Qualität zurückkehrt.

Bradley Roby betont vor allem die mentale und spirituelle Seite des Comebacks: "Er ist ein großer Teil dieser Stadt, auf und neben dem Feld. Er ist ein Anführer für dieses Team. Ich denke, dass seine bloße Anwesenheit das Spiel in einer großartigen Weise beeinflussen wird."

Quarterback Deshaun Watson nannte die Rückkehr gar "berauschend".

Wie gesagt: Der Ruck ist deutlich zu spüren.

Andreas Reiners

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