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Jacksonville/München - Man hätte den Jacksonville Jaguars in den letzten Jahren sicherlich nicht unrecht getan, wenn man die Franchise aus Florida als das hässliche Entlein der NFL bezeichnet hätte.

Die Jaguars bezogen regelmäßig hohe Niederlagen, das Team spielte unspektakulär. Auch das Fan-Interesse hielt sich stark in Grenzen, bei gegnerischen Fans war die Mannschaft unbeliebt. Die letzte Playoff-Teilnahme datiert aus dem Jahr 2007.

Die Jags verfügen über keine große Tradition, mit den Carolina Panthers wurden sie 1995 in die NFL aufgenommen. Doch während die Panthers es bereits zweimal in den Super Bowl schafften, sind die Jaguars eines von vier Teams, dass noch keine Endspiel-Teilnahme vorzuweisen hat.

Doch nun scheint es aufwärts zu gehen.

"Die Jacksonville Jaguars", antwortete Björn Werner kürzlich im Gespräch mit ran auf die Frage, auf welches Team man aufpassen müsste. "Die Leute glauben das immer nicht, aber wir wurden zerstört bei denen", sagte der deutsche Footballer, der in den letzten Jahren mit den Indianapolis Colts gegen die Jaguars in der gemeinsamen AFC South spielte.

Werner schwärmt von Bortles 

Mit 16:51 verloren die Colts das Duell im vergangenen Dezember. "Sie haben nur fünf Spiele gewonnen, aber immer knapp verloren", sagte der 25-jährige Free Agent und schwärmte von Quarterback Blake Bortles und den beiden Wide Receivern Allen Robinson und Allen Hurns.

"Die sind sehr jung und ich glaube, die werden ein richtig gutes Team", sagte Werner.

Zumal die Experten in den USA die Jaguars als einen der Gewinner der Free Agency sehen. Die Franchise, die regelmäßig Heimspiele in London austrägt, hatte einen der größtes Cap Spaces und gab das Geld mit vollen Händen aus.

"Sind nicht mehr die alten Jaguars"

Mit Malik Jackson aus der Champions-Defense der Denver Broncos schnappte sich das Team von Besitzer Shahid Khan, dem auch der FC Fulham gehört, einen der begehrtesten Free Agents. Jackson erhielt einen Vertrag, der bis zu 89 Millionen Dollar wert ist, was einen neuen Franchise-Rekord bedeutet.

Neu sind auch Safety Tashaun Gipson von den Cleveland Browns und Cornerback Prince Amukamara von den New York Giants. Alle drei dürften Starter in der Defense sein und die wacklige Defense Jacksonvilles stabilisieren.

"Die Liga weiß, dass diese Jungs spielen können", sagte Cornerback Davon House: "Sie werden uns definitiv weiterhelfen. Wir sind nicht mehr die Jaguars, wie sie die Leute kennen."

Außerdem wird Defensive End Dante Fowler Jr. sein NFL-Debüt geben. Der First-Round-Pick der vergangenen Saison riss sich in der Vorbereitung auf die Spielzeit 2015 die Kreuzbänder und verpasste die ganze Saison. Und unter Umständen dürfte die Defense sogar nochmals verstärkt werden, denn auch in diesem Jahr haben die Jaguars an fünfter Stelle ein Top-Draft-Pick.

Ivory als neue Option für das Laufspiel 

Auch in der Offense wurde nachgebessert, obwohl es dort in der vergangenen Saison eigentlich schon richtig gut lief. Offensive Tackle Kelvin Beachum kam aus Pittsburgh, um Quarterback Bortles besser vor Sacks zu schützen.

Mit Chris Ivory von den New York Jets wurde einer der besten Running Backs der vergangenen Saison verpflichtet. Ivory wird sich künftig das Backfield mit dem ebenfalls ambitionierten T.J. Yeldon teilen.

Das Herzstück der Jaguars war allerdings schon in der vergangenen Saison vor Ort. Quarterback Bortles zeigte sich in seiner zweiten Spielzeit enorm verbessert und könnte in diesem Jahr den Durchbruch zu den Top-Quarterbacks der NFL schaffen.

Der erst 23 Jahre alte Spielmacher versteht sich blind mit seinen beiden ebenso jungen Receivern Robinson (22 Jahre) und Hurns (24 Jahre).

Gus Bradley glaubt an weitere Steigerung

Robinson verbuchte 14 Receiving-Touchdowns und führte die NFL in dieser Wertung mit Brandon Marshall und Doug Baldwin an. Sogar zum Pro Bowl auf Hawaii wurde Robinson eingeladen.

"Die Receiver werden dieses Jahr noch besser verstehen, wie Blake spielt", sagte Head Coach Gus Bradley kürzlich: "Sie werden noch besser in unser System hineinwachsen."

Vieles deutet daraufhin, dass das hässliche Entlein sich nun in einen Schwan verwandeln könnte. Für den ganz großen Wurf ist es sicher noch etwas früh, aber ein heißer Playoff-Kandidat dürften die Jaguars allemal sein.

Christian Stüwe

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