Yannick Ngakoue fehlte als einziger Spieler beim Trainingsauftakt der Jackso... - Bildquelle: imago images/Icon SMIYannick Ngakoue fehlte als einziger Spieler beim Trainingsauftakt der Jacksonville Jaguars © imago images/Icon SMI

München/Jacksonville – Die Jacksonville Jaguars begrüßten am Donnerstag ihre Spieler zum Trainingscamp. Nur ein Akteur fehlte unentschuldigt: Defensive End Yannick Ngakoue.

Völlig überraschend ist das nicht: Der 25-Jährige soll unter dem Franchise Tag spielen, hat diesen bislang allerdings nicht unterschrieben. Ngakoue forderte bereits im März öffentlich einen Trade. Doch die Jaguars möchten den Pass Rusher nicht gehen lassen.

"Sacksonville" bricht auseinander

Kein Wunder: Ngakoue ist eines der letzten verbliebenen Mitglieder der "Sacksonville"-Defense aus der Spielzeit 2017. Ein Abgang wäre schwer zu verkraften.

Zwischen Team und Spieler herrscht Funkstille. Head Coach Doug Marrone verriet gegenüber der Presse, er habe in letzter Zeit nichts mehr von Ngakoue gehört. Der Trainer gibt sich trotzdem gelassen: "Er ist ein Spieler, von dem ich weiß, dass er immer bereit ist. Ich weiß, dass er gut auf sich aufpasst."

Ngakoue, der im Jahre 2016 in der 3. Runde gedraftet wurde, blickt seiner 5. NFL-Spielzeit entgegen. Unter dem Franchise Tag würde er in der Saison 2020 rund 17,8 Millionen US-Dollar verdienen.  

Rechtlich verstößt der 1,88 Meter durch seine Abwesenheit nicht gegen das Regelwerk der NFL. So lange er den Franchise Tag nicht unterschreibt, ist er kein Angestellter seines Teams.

Der Defense-Akteur könnte den Franchise Tag jederzeit vor Woche 10 unterschreiben und dann zum Team stoßen.  

Marrone hat Verständnis für Ngakoue

Marrone zeigt sogar Verständnis für das Fernbleiben des Star-Verteidigers: "Ich als Trainer wünsche mir natürlich Harmonie zwischen dem Management und den Spielern. Aber man muss ehrlich sagen, dass die Spielerseite und die Managementseite ihre Rechte haben. Ich versuche einfach Lösungen zu finden, um beide Parteien zusammenzubringen."

Gleichwohl muss der Coach einkalkulieren, dass Ngakoue die Saison aussetzen könnte.

Eines ist klar: Ein Spieler, der in vier Spielzeiten auf 37,5 Sacks kommt, lässt sich nicht einfach ersetzen. Marrone bleibt dennoch optimistisch: "Wir sind auf jedes Szenario vorbereitet."

Tatsächlich wurde die Front Seven zuletzt gut verstärkt: Nachdem die Jaguars beim NFL Draft 2019 Josh Allen ausgewählt hatten und dieser mit 10,5 Sacks sofort überzeugte, fiel die Wahl diesmal in der 1. Runde auf K'Lavon Chaisson von der Louisiana State University.

Als Free Agents kamen zuletzt auch noch Aaron Lynch (zuletzt Chicago Bears) und Cassius Marsh (Arizona Cardinals) hinzu - beide spielen seit 2014 in der NFL.

"Was auch immer passiert, wir werden unseren Weg gehen", kündigt Marrone. "Man möchte nun einmal nicht das Risiko eingehen, in Not zu geraten, wenn man Anpassungen vornehmen muss. Mit den Plänen, die wir haben, fühlen wir uns auf alles vorbereitet."

Gleichwohl wären die Jaguars mit einem (möglichst motivierten) Ngakoue ungleich besser aufgestellt.

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