Der neue Heilsbringer der Colts: Jacoby Brissett - Bildquelle: Getty ImagesDer neue Heilsbringer der Colts: Jacoby Brissett © Getty Images

München/Indianapolis - Noch vor einigen Wochen schaute die Welt für Quarterback Jacoby Brissett bei den Indianapolis Colts noch nicht allzu freundlich aus. Der 26-Jährige blickte auf einen nach der Saison auslaufenden Vertrag, der ihm lediglich zwei Millionen Dollar an Grundgehalt garantiert und einer Backup-Rolle hinter einem der besten Quarterbacks der Liga.

Mit dem unerwarteten Rücktritt von Andrew Luck änderten sich dann die Vorzeichen binnen weniger Tage grundlegend. Über Nacht zum Starting Quarterback befördert, zogen die Colts nur wenige Tage später nach und statteten ihren neuen Playmaker mit einem Zweijahresvertrag über 30 Millionen Dollar aus, wovon 20 Millionen Dollar garantiert sind.

Das Besondere an der Geschichte: Einen Berater, der im Hintergrund die Strippen zieht, sucht man im Tross von Brissett jedoch vergebens.

Brissett handelt Verträge selbst aus

Selbst über seine Zukunft zu verhandeln, ist für das neue Gesicht der Colts eine Selbstverständlichkeit: "Ja, das mache ich selbst. Ich mag es nicht, wenn Leute in meinem Namen Blödsinn erzählen. Ich versuche, es selbst zu regeln. Alles, was du machen kannst, ist ehrlich sein", erklärte er gegenüber "CBS".

Eine Handlungsmaxime, die er bereits seit Jahren verfolgt: "Ich habe das auch bei meinen Rookie-Vertrag gemacht, also wusste ich bereits das Wesentliche darüber."

Spieler ohne Berater eine Seltenheit

Verträge ohne Berater auszuhandeln, ist in der NFL alles andere als die Norm. Dennoch gibt es immer wieder Spieler, die ihre Interessen in Eigenregie vertreten. Aktuelle Beispiele für dieses Vorgehen sind Cornerback Richard Sherman von den San Francisco 49ers und Quarterback Lamar Jackson von den Baltimore Ravens.

Ein ums andere Mal geht dieses Vorhaben jedoch nach hinten los. So geschehen im Fall von Russel Okung. 2016 unterschrieb der Offensive Tackle einen Fünfjahresvertrag bei den Denver Broncos mit durchschnittlich 10,6 Millionen Dollar im Jahr.

Auf den ersten Blick ein guter Deal. Die Broncos besaßen im Jahr darauf allerdings die Möglichkeit, aus dem Vertrag auszusteigen und die verbleibenden vier Jahre des Deals sowie damit verbunden insgesamt 20,5 Millionen Dollar an Garantien einzusparen. Denver ließ die Option verstreichen, weshalb Okung binnen eines Jahres zum zweiten Mal den freien Markt testen musste.

Ein Pokern auf sich selbst und die eigenen Verhandlungskünste, welches sicher nicht jedem NFL-Spieler liegt.

Neuer Vertrag für Brissett kein Problem

Die ungewohnte Situation im Rampenlicht und mit dem ersten dicken Vertrag seiner Karriere in der Tasche, ändert für den Drittrundenpick der New England Patriots von 2016 persönlich nichts:

"Ich glaube nicht, dass es etwas ändert. Geld definiert mich nicht, deshalb ändere ich mich als Person dadurch auch nicht. Rausgehen und Football spielen, darauf kommt es für mich an."

Daniel Kugler

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