Jakob Johnson sprach über seine Erwartungen an die Saison 2020Jakob Johnson sprach über seine Erwartungen an die Saison 2020 ©

München – Jakob Johnson blickt bei den New England Patriots seiner zweiten NFL-Saison entgegen. Am Donnerstagabend sprach der Fullback in einer Videokonferenz, an der auch ran.de teilnahm, über verschiedene Themen.

... über ein mögliches Zeichen von der NFL gegen Polizeigewalt: "Die Frage ist, welches Zeichen groß genug wäre. Es gab über die Jahre schon sehr viele Zeichen. Ich glaube, das hat 2015 angefangen. Die Frage ist, was nun konkret politisch geschehen kann und was sich konkret verändern lässt. Ob ein noch größeres Zeichen dabei hilft, weiß ich nicht. Solche Gespräche müssen geführt werden. Aber das Ziel sollte sein, von den Zeichen auf konkrete Handlungen überzugehen, um diese Situation endlich zu verbessern."

... über die Option, dass auch die NFL im Stil der NBA Spiele boykottiert: "Das ist eine schwierige Frage. Ich denke, für Spieler, die sich in einer finanziell guten Lage befinden, ist das eine Möglichkeit. Aber es gibt in dieser Football-Liga auch viele Spieler, die nicht so viel Geld verdienen und am Anfang ihrer Karriere stehen. Die haben teilweise auch Familien, die auf sie zählen – teilweise befinden sich die Familien in schwierigen Situationen. Ich weiß nicht, ob ein Boykott da wirklich eine Lösung wäre. Ein Boykott löst auch nicht die Probleme, die sich hier über Jahre aufgebaut haben."

... über die Chancen und Erwartungen rund um die New England Patriots: "Bei jedem Team gibt es jedes Jahr viele Veränderungen. Man muss sich immer wieder neu ausrichten. Das ist bei jedem Team so – besonders jetzt in Zeiten von Corona. Die Erwartungshaltung von außerhalb des Teamgebäudes lasse ich mental nicht an mich heran. Ich versuche einfach, mich zu verbessern. Wo wir als Team landen, wird die Saison zeigen."

... über sein zweites NFL-Jahr: "Es ist anders als im Rookie-Jahr. Damals war das Lernpensum noch etwas höher. Jetzt kann ich vielleicht ein wenig mehr schlafen als im Rookie-Jahr. Aber der Prozess ist noch immer der Gleiche. Man überlegt immer, was man verbessern kann und geht dann raus auf das Trainingsfeld."

... über Cam Newton: "Ich kann nur sagen, dass ich ihn als super Teamkollege erlebt habe. Er bringt jeden Tag Energie. Ich glaube, er freut sich, dass er ein Teil dieser Mannschaft sein kann. Er ist ein super Typ."

... über sein Verhältnis zu seinem Positions-Konkurrenten Dalton Keene: "Meine Einstellung ist zu allen meinem Teamkollegen gleich – egal ob sie auf der gleichen Position spielen oder nicht. Die Competition findet nicht gegen jemand anderen statt, sondern mit mir selber. Ich versuche, jeden Tag besser zu werden als am Tag zuvor."

... über seine Ziele für die Saison 2020: "Zu viel möchte ich dazu nicht verraten. Aber ich habe ein dickes Notizbuch, in das ich jeden Tag meine Ziele für die nächste Trainingseinheit hineinschreibe. Ich habe mir auch vor dem Trainingslager Ziele aufgeschrieben, die ich erreichen möchte. Aber die will ich jetzt nicht verraten."

... über eventuelle Überlegungen, die Saison mit der Opt Out auszusetzen: "Natürlich hat man sich das angeschaut und überlegt. Aber ich lebe hier in den USA lediglich mit meiner Freundin zusammen, habe keine Kinder hier und auch keinen direkten Kontakt mit meinen Eltern oder Großeltern, die wohl Risikopersonen wären. Von daher war für mich klar, dass ich Football spielen möchte."

... über die Saisonvorbereitung inmitten einer Pandemie: "In diesem Jahr ist alles anders. Wir tragen überall Masken, wir werden täglich auf Corona getestet. Wir tragen Contact Tracer, sodass man schauen kann, dass man sich nicht länger als 15 Minuten innerhalb von sechs Fuß einer anderen Person befand. Die ganzen Meetingräume sind verteilt, überall ist Plexiglas. Die ganzen Abläufe haben sich verändert. Wir versuchen, das Beste aus der veränderten Situation zu machen."

... über seinen Kontakt zu anderen Spielern aus dem International Pathway Program: "Klar, es gibt Kontakt. David Bada kenne ich schon aus dem Jahr davor. Mit ihm habe ich viel Kontakt. Ich versuche allgemein, den Jungs Tipps zu geben. Football-spezifisch haben wir zwar andere Positionen. Aber wenn es darum geht, in die USA zu ziehen oder in den USA zu leben, welche Banken oder welche Handyverträge etwas taugen, dann helfe ich gerne.

... über Spiele vor wenigen oder gar keinen Zuschauern: "Weniger Zuschauer heißt weniger Lautstärke. Das kann auf dem Spielfeld in verschiedenen Situationen zu Veränderungen führen, weil man nicht gegen die Lautstärke ankämpfen muss oder die Lautstärke eben nicht im Rücken hat. Aber ansonsten ist Football einfach Football. Die Vorfreude auf die Saison ist nicht gemindert."

... über seine Lieblings-Fußballmannschaft VfB Stuttgart: „Ich bin sehr erleichtert, dass der VfB Stuttgart wieder erstklassig ist. Ich denke, the sky is the limit. Ich bin sehr optimistisch für die nächste Saison.“

von Oliver Jensen

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