Froh über jede "Beleidigung": Jimmy Garoppolo. - Bildquelle: imago/ZUMA PressFroh über jede "Beleidigung": Jimmy Garoppolo. © imago/ZUMA Press

München/San Francisco - Trash Talk. Ein paar blöde Sprüche, nett gemeinte Schimpfwörter unter Teamkollegen. Ein Seitenhieb hier, ein wenig Verarsche dort. Musik in den Ohren.

Denn Jimmy Garoppolo hat die einfachen Dinge des American Football schmerzlich vermisst. 

Den Alltag. Den Huddle. Das Training. Dieses Gefühl, dabei zu sein, dazu zu gehören. Nicht nur ein Teil des Teams zu sein, sondern der Anführer, der Quarterback. Die Fäden in der Hand zu halten.

Acht Monate weg

Acht Monate war er nach seinem Kreuzbandriss raus, den er sich in Week 3 zugezogen hatte. Damals war er brutal aus der ersten kompletten Saison mit den San Francisco 49ers herausgerissen worden, zu denen er im Oktober 2017 gewechselt war.

 

Ein Comeback nach einer Knieverletzung ist heikel. Garoppolo wird zum Auftakt der OTAs langsam herangeführt, trägt eine Kniestütze, macht Individualtraining, dazu 7-gegen-7-Drills. Körperlos, Vertrauen finden, das Gefühl für Würfe und Laufwege, für die Mitspieler bekommen. Im Juli im Trainings Camp soll er wieder voll belastbar sein.

"Es ist einfach gut, wieder da zu sein und all die Dinge machen zu können. Es sind die vielen kleinen Dinge, die besonders sind. Ich war auch während der Saison da, aber das fühlt sich nicht genauso an", sagte er.

Die kleinen Dinge, wie Diskussionen mit Cornerback Richard Sherman, der einen Pass von Garoppolo fast abgefangen hätte. Aber nur fast. "Der Wurf war genau das, was du von deinem Quarterback sehen willst, wenn er aus der Reha kommt. Es ist erst der zweite Tag, aber er macht bereits solche Würfe. Würfe mit viel Selbstvertrauen", lobte Sherman.

Kampf um das Vertrauen

Auch darum wird es in den kommenden Wochen und Monaten gehen. Um das Vertrauen in seinen Körper, in sein Knie, in seine Bewegungen, wenn die schnellen, gefährlichen Drehungen und Wendungen und am Ende auch die Gegner kommen.

Ein gutes Zeichen ist, dass sein Knie vor den Einheiten nicht mehr eingehend behandelt werden muss. 

"Ich weiß, dass er gerne jeden Ball spielen möchte, aber er weiß, dass er das nicht kann", sagte Head Coach Kyle Shanahan: "Also versucht er das Meiste aus den 7-gegen-7 zu holen und ansonsten so viel Arbeit wie möglich in alle anderen Aspekte zu stecken."

Die kleinen Dinge

Garoppolo weiß, dass die "großen Schritte erledigt sind, jetzt fokussieren wir uns auf die kleinen Dinge". Trotzdem darf er sich nicht täuschen lassen, darf nicht übertreiben, um Rückschläge zu vermeiden. Was schwierig genug ist: "Sie machen einen gut Job, mich zu bremsen. Auch wenn wir manchmal diskutieren."

Trash Talk. Sprüche. Und Diskussionen. Für Garoppolo ist das alles Musik in den Ohren.

Von Andreas Reiners

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