Schrieb sich vergangene Saison in die College-Geschichtsbücher ein: Joe Burr... - Bildquelle: imago images / ZUMA PressSchrieb sich vergangene Saison in die College-Geschichtsbücher ein: Joe Burrow © imago images / ZUMA Press

München - Als der NFL-Commissioner Roger Goodell um 2:26 Uhr deutscher Zeit den ersten Pick des NFL Drafts 2020 vorliest, wird das Erwartete bestätigt. Joe Burrow, ehemaliger Quarterback der LSU Tigers, schließt sich den Cincinnati Bengals an. 

Kaum einer hatte den 23-Jährigen, der vergangene Saison die Auszeichnung zum besten College-Spieler erhielt, der LSU zur National Championship und der sich in die Rekordbücher des College-Footballs schrieb, nicht an erster Stelle auf dem Zettel. 

 

Nun kommt Burrow, der laut eigener Aussage "nichts mehr verloren hat, seitdem er fünf Jahre alt ist", zu den Bengals. Eine Team, das sich in den letzten Jahren nicht gerade mit Ruhm bekleckerte. Kann das neue Gesicht der Bengals die Mannschaft in die Erfolgsspur führen?

Letzter Playoff-Sieg der Bengals: 1990

Zu erwarten, dass ein Rookie-Quarterback in seinem ersten Jahr sein Team in die Playoffs oder gar in den Super Bowl führt, wäre anmaßend. Besonders auf der Position des Signal Callers gilt der Sprung vom College in die NFL als sehr groß. Komplex und lernintensiv sind die neuen Playbooks, eine Chemie muss zwischen Quarterback, Offensive Line und Passempfängern entstehen, die Defensivspieler sind größer, schneller und erfahrener als im College. 

 

Dennoch sind die Forderungen an Burrow hoch: "Du hast dein Team vergangenes Jahr zum Titel geführt und das wird unserer Erwartungshaltung sein", sagt Zac Taylor, Head Coach der Bengals, im Gespräch mit seinem neuen Schützling. 

Verständlicherweise, denn sein Team gewann 1990 zuletzt ein Playoff-Spiel, eine Super-Bowl-Trophy findet sich noch nicht im Vereinsmuseum. 

Burrow unter Druck besser

Ob der erste Pick des Drafts am ersten Spieltag starten wird, bleibt abzuwarten. Momentan steht mit Andy Dalton ein erfahrener Quarterback im Kader, der die vergangene Jahre die Offensive dirigierte. Bei den Bengals dürfte dennoch mit der Ankunft von Burrow eine neue Zeitrechnung anbrechen. Der 23-Jährige steht im Rampenlicht - und weiß damit umzugehen.

Sei es nun die Zigarre nach dem College-Titel oder ein lockerer Tweet kurz vor Draft-Beginn - Burrow bringt eine Menge Selbstbewusstsein, einen gewissen "Swag" mit in das Team. Besonders die Bengals könnten eine Portion Selbstvertrauen vertragen.

Dass Burrow unter Druck cool bleibt, zeigt er nicht nur neben dem Feld. Vergangene Saison stieg sein Passer-Rating auf 147,4 sogar an, wenn er von der Defensive Druck bekam. 

Gegenstück zu Dalton

Damit ist er das Gegenstück zu Andy Dalton: Der Routinier gilt als guter Game-Manager, scheitert aber oft in Extrem-Situationen oder wenn der Spielzug nicht nach Plan läuft. Burrow hingegen scheint das Spektakuläre förmlich zu suchen. Vergangene Spielzeit entwich er immer wieder Pass Rushern, warf aus schirr unmöglichen Winkeln und fand doch noch einen Passempfänger 30, 40 Yards später. 

Spielzüge, die einen Patrick Mahomes oder einen Russell Wilson von den anderen Quarterbacks unterscheiden.  

"Joe ist ein sehr smarter Typ, er verbringt Stunden mit Spielanalysen und ist in der Lage, jeden Wurf anzubringen. Außerdem, und ich glaube, das unterschätzen viele, seine Athletik zeichnet ihn aus. Er ist schneller als die meisten erwarten! Während unserer Zeit war er ein super Mitspieler. Ich würde für ihn durch eine Wand rennen", lobt sein ehemaliger Teamkollege Thaddeus Moss.

Bengals investieren in neue Spieler

Im Zuge des Neubaus sicherten sich die Bengals in der Free Agency einige neue Gesichter. Für 145 Millionen US-Dollar krempelte das Team aus Ohio seinen Kader mächtig um. 

Besonders der Franchise Tag für Wide Receiver A.J. Green dürfte für Burrow ein Segen sein. Der Passempfänger verpasste zwar verletzungsbedingt die ganze letzte Saison, gilt aber als einer der besten und erfahrensten Anspielstationen der NFL. Besonders für einen jungen Quarterback dürfte eine sichere Passoption enorm wichtig sein. 

Im Draft haben die Bengals ihrem neuen Heilsbringer mit Zweitrundenpick Tee Higgins eine weitere Waffe im Passspiel zur Seite gestellt. In den späteren Runden wird das Team vor Tag drei des Draft mit mehreren Offensive Linern in Verbindung gebracht, die für den nötigen Schutz sorgen sollen. Ein weiteres Zeichen dafür, dass sie Burrow die bestmögliche Ausgangsposition bieten wollen.

"Will eine Siegermentalität etablieren"

Der 23-Jährige wird die kommenden Jahre das neue Gesicht für die Fans, das Team und die Stadt sein. Alle Augen werden sich auf den ersten Pick des NFL Drafts richten. Die Erwartungen sind hoch. 

"Ich denke, wir werden in den kommenden Jahren viele Spiele gewinnen. Ich komme nach Cincinnati, um eine Siegermentalität zu etablieren", prophezeit Burrow.

Eine Mentalität, die die Bengals seit geraumer Zeit vermissen.

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