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München/Denver – Es gibt attraktivere Dinge für einen Quarterback als einen Schleudersitz. 

Die Denver Broncos haben so einen Starter-Platz für Spielmacher, der alles andere als sicher ist. Ungemütlich trifft es wohl ganz gut. Unbequem.

Vier verschiedene Signal Caller waren es in der Post-Manning-Ära, also seit 2016. Teilweise waren es sogar drei in einer Saison. Doch für Trevor Siemian, Paxton Lynch, Brock Osweiler und Case Keenum waren die Fußstapfen zu groß. 

Großes Erbe

Keiner passte, seitdem Manning sich 2015 mit dem Gewinn des Super Bowl in den Ruhestand verabschiedete.

Das Erbe schwingt wie ein Damoklesschwert über der Franchise, die an den Problemen auf der wohl wichtigsten Position im Roster langsam verzweifelt. 

 

General Manager John Elway fährt 2019 zweigleisig: Mit Drew Lock draftete er ein Talent, das mal das Zepter übernehmen könnte. Und in Joe Flacco holte er einen Routinier, der die Broncos zu kurzfristigen Erfolgen führen soll.

Klar: Die Broncos wissen, was sie mit Flacco bekommen. Elf Jahre NFL-Erfahrung mit den Baltimore Ravens. Super-Bowl-Sieger. Super Bowl MVP. 163 Spiele, 38.245 Yards, 212 Touchdowns, 136 Interceptions. 

Ein echter Veteran. Einer, der sich im Frühherbst seiner Karriere nochmal beweisen will. Der sogar seine Familie zurückließ, um sich voll auf die neue Aufgabe zu konzentrieren.

Lock ist nicht sein Job

Der sogar recht schroff die Frage nach seiner Rolle als Lehrer für Rookie Lock beantwortete. Er hoffe, dass Lock von ihm lerne, machte aber auch klar, warum er nach Denver gekommen ist: "Ich versuche, dort raus zu gehen und den besten Football meines Lebens zu spielen." Angesprochen auf seine Lehrerrolle für Lock antwortete Flacco: "Ich hoffe, dass er sich entwickelt. Aber ich sehe das nicht als meinen Job an. Mein Job ist es, Spiele für dieses Football-Team zu gewinnen." 

Die Rechnung scheint aufzugehen. Denn der Neue lebt sich prächtig ein. Keine Allüren, keine Spleens, stattdessen ein Teamplayer. "Mit jedem im Locker Room auszukommen, ist wichtig, vor allem als Quarterback", sagte Flacco: "Man muss ihnen zeigen dass man einer von ihnen ist."

Nicht 34, sondern 23

"Es ist lustig, ehrlich. Ich glaube nicht, dass ich 34 bin. Ich denke, ich bin auch 23“, meinte er und verrät, dass er in vielen Situationen schlicht vergisst, dass seine Teamkollegen zum Großteil zehn oder mehr Jahre jünger sind als er.

 

Doch sie loben ihn in den höchsten Tönen. "Viele Leute unterschätzen seine Athletik. Ich denke, sie glauben, dass er einfach nur ein Quarterback ist, der sich zurücklehnt und die Bälle wirft", sagte Wide Receiver Courtland Sutton: "Er bewegt sich in der Pocket und hat so viel Vertrauen in seinen Arm."

Running Back Phillip Lindsay bezeichnet ihn als "geborenen und natürlichen Anführer. Er vertraut auf seine Fähigkeiten. Ich freue mich, denn er weiß, was er tut."

Keine Frage: Flacco wird das Quarterback-Problem nicht auf Dauer lösen. Aber vielleicht erstmal für die nächsten Jahre.

Das wäre schon mal ein Anfang. Und das Ende des Schleudersitzes.

Andreas Reiners

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