Weiß sich in Szene zu setzen: Joe Mixon spielt seine zweite NFL-Saison bei d... - Bildquelle: Getty ImagesWeiß sich in Szene zu setzen: Joe Mixon spielt seine zweite NFL-Saison bei den Cincinnati Bengals © Getty Images

Cincinnati/München - Die Cincinnati Bengals zählen zu den positiven Überraschungen dieser Saison, stehen bei fünf Siegen und drei Niederlagen und könnten mit einem weiteren Sieg die Weichen noch deutlicher Richtung Playoffs stellen. Doch die Herausforderung am Sonntag ist groß: Mit den New Orleans Saints reist das momentan heißeste Team der NFL an (ab 19 Uhr im Livestream auf ran.de).

Normalerweise wäre das Passspiel ein Schlüssel für die Bengals. Genau hier liegt die Schwachstelle der Saints, die die zweitmeisten Passing Yards der Liga zulassen. Zumal die Bengals ein solides Passspiel haben (Platz 17 in der NFL). Doch an diesem Sonntag ist womöglich alles anders. Der Grund: In A.J. Green fällt ihr Star und damit der effektivste Passempfänger der Bengals verletzungsbedingt aus.

Großes Verletzungspech bei den Bengals

Dabei ist das Lazarett in der Offense mit Tyler Eifert, Giovani Bernard, Tyler Kroft, John Ross und Billy Price ohnehin schon gut gefüllt. Allzu viele Waffen, mit denen die Bengals in einem möglichen Shootout gegen die Saints mithalten müssten, bleiben somit nicht übrig. Tyler Boyd ist der einzige verbleibende Passempfänger, der mit 620 Receiving Yards eine stabile Saison spielt.

Die logische Folge: Das Laufspiel muss funktionieren. Und das ausgerechnet gegen die Saints, die pro Spiel im Schnitt nur 76,4 Rushing Yards zulassen, somit die mit Abstand beste Laufverteidigung der NFL haben. Möglicherweise aber haben die Bengals einen Spieler in ihren Reihen, der dieses Problem lösen kann: Joe Mixon - einer der aufstrebenden und gleichwohl umstrittensten Running Backs der NFL.

Yards pro Spiel: Mixon in den Top 5

Erst im vergangenen Spiel gegen die Tampa Bay Buccaneers drehte Mixon so richtig auf, kam auf 123 Rushing Yards und zwei Touchdowns. Mit insgesamt 509 Rushing Yards steht er auf Platz 12 der NFL. Das ist besonders beeindruckend, da er zwei Spiele verletzungsbedingt verpasst hat, zudem aufgrund der Bye Week seiner Mannschaft einen weiteren Spieltag pausieren musste.

Mit durchschnittlich 84,8 Yards pro Spiel rangiert er daher sogar auf Platz 5. Nur Todd Gurley (96,4), Marlon Mack (95,2), James Conner (88,2) und Ezekiel Elliott (84,9) stehen vor ihm. Und doch wird der 22-Jährige nur selten genannt, wenn man von den besten Running Backs der NFL spricht.

Ein Grund dafür: seine Vergangenheit.

Studentin geschlagen, Parkwächter eingeschüchtert

Seine College-Zeit an der University of Oklahoma hätte kaum problematischer beginnen können. Für seine erste Saison wurde er gesperrt, weil er einer Studentin ins Gesicht schlug. Zudem musste Mixon, der sich erst drei Jahre später für diese Tat entschuldigte, 100 Sozialstunden ableisten.

Es blieb nicht der einzige Vorfall. Im Jahre 2016, Mixon war bereits ein gefeierter College-Spieler, bedrohte er einen Parkwächter, der ihm einen Strafzettel verpasste. Wieder gab es eine Sperre - allerdings diesmal nur für ein Spiel.

Als sich Mixon im Draft 2017 zur Wahl stellte, waren die Meinungen geteilt. Einerseits war er ein sehr begnadeter Running Back, der bei einer Größe von 1,85 Meter sehr wendig und schnell, für den Gegner nur schwer zu fassen und vom Potential eigentlich ein Erstrunden-Pick ist. Andererseits aber war sein schwieriger Charakter nicht wegzudiskutieren.

 

Vom Combine ausgeschlossen

Die Vorfälle abseits des Spielfeldes waren der Grund dafür, dass die NFL ihn nicht zum Combine einlud. Die Cincinnati Bengals waren dennoch interessiert an dem begabten Running Back und trafen sich mit Mixon. So war abzusehen, dass die Bengals früher als andere Teams das Risiko mit ihm eingehen würden.

Mike Mayock, Draft Analyst von NFL Network, sagte damals: "In Cincinnati hat es Tradition, dass Head Coach Marvin Lewis und seine Jungs ihre Arme ausbreiten und sagen, wir können mit diesem Typen umgehen. Wenn ich General Manager wäre, wäre er nicht auf meinem Board. Sobald ich das Video sehe (auf dem er die Studentin schlug, Anm. d. Red.), ist er raus. Aber wenn Sie etwas über den Footballspieler erfahren möchten, sage ich Ihnen, was er ist: Ein Spieler, der in jedem Draft zu den Top 15 gehört."

Mixon-Pick wurde kritisch gesehen

Die Bengals, die aufgrund mehrerer schwieriger Persönlichkeiten über die Jahre den Ruf der Bad Boys verpasst bekamen, wählten Mixon schlussendlich in der 2. Runde aus. Eine Entscheidung, die damals in der Öffentlichkeit kritisch gesehen wurde.

Head Coach Lewis verteidigte die Wahl: "Wir haben viel Zeit und viel Recherche investiert. Zeit mit Joe und Zeit, um Informationen über sein Umfeld und seine Vergangenheit einzuholen. Joe weiß, dass er in Zukunft sauber bleiben muss. Er lebt seit drei Jahren unter besonderer Beobachtung und wird es womöglich für den Rest seines Lebens tun müssen."

Payton: Mixon zu verteidigen wird ein Schlüssel sein

Rückblickend haben die Bengals alles richtig gemacht. Von einem größeren Fehlverhalten in seiner NFL-Zeit ist bislang nichts bekannt.

Zudem ist Mixon der Spieler, vor dem Saints-Coach Sean Payton mit den meisten Respekt zu haben scheint: "Man sieht ihm an, dass er sehr stark ist, einen guten Blick hat und explosiv ist. Es wird einer der Schlüssel sein, wie wir ihn verteidigen können. Es ist schwer, ihn zu stoppen, weil er einen wirklich guten Speed hat."

Die stärkste Laufverteidigung steht also vor einer großen Herausforderung.

Oliver Jensen

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