Jon Gruden: Mit den Raiders in der Krise. - Bildquelle: imago/ZUMA PressJon Gruden: Mit den Raiders in der Krise. © imago/ZUMA Press

Oakland – Bei 100 Millionen Dollar gibt es keine Ausreden. Nicht eine. Eine Anlaufzeit auch nicht. Akklimatisieren? Wozu? Vor allem, wenn man Jon Gruden heißt.

Ja, der 55-Jährige hatte vor seinem NFL-Comeback neun Jahre kein Team mehr gecoacht. Aber er kehrte schließlich zu "seinen" Oakland Raiders zurück. Um zehn Millionen Dollar zu kassieren. Pro Jahr. Für insgesamt zehn Jahre. Heißt: Abliefern ist angesagt. Denn so läuft das Geschäft, und das auch bei aller Romantik einer Raiders-Rückkehr nach 17 Jahren.

Kein Kuschelkurs mehr

Nun, nach sechs Spieltagen ist von einem Kuschelkurs nichts zu sehen, von Romantik sowieso nicht. Stattdessen steht Gruden immer mehr in der Kritik. Das hässliche Wort "Tanking" macht die Runde. Es wäre eine unsportliche Erklärung für den Niedergang der Raiders. Immerhin wäre es eine. Denn im anderen Fall müsste man davon ausgehen, dass Gruden komplett die Kontrolle verloren hat.

 

Er wehrt sich gegen die "Tanking"-Gerüchte. Also gegen die Vorwürfe, die Raiders würden die Saison abschenken, um beim Draft 2019 einen hohen Pick zu bekommen. Die bisherige Bilanz: Schwach. Desaströs. 1-5. Ohne Plan. Wirr. Das war es während der Preseason schon, nahm aber auch in der Regular Season kein Ende. Eine Wende? Nicht in Sicht!

In den letzten beiden Spielen gegen Seattle und die Chargers ging Oakland unter. Quarterback Derek Carr wurde bereits 17 Mal gesackt, warf mehr Interceptions (acht) als Touchdown-Pässe (sieben). Gegen die Hawks kamen die Raiders zusammen auf keine 200 Yards. Vor den beiden Spielen in den Top 5, stürzte die Offense im Liga-Vergleich auf Rang 15 ab. In diversen anderen Statistiken ist man schon länger unten dabei.

"Tanking? Das ist nicht der Fall"

"Wir stehen nicht um 4 Uhr in der Früh auf, um abzuschenken, das ist hier nicht der Fall. Wir werden hart arbeiten und unser Team weiter aufbauen", sagte Gruden. Das Problem: Es sieht nicht nach einem Aufbau aus, eher im Gegenteil.

 

Klar: Über allem steht der Khalil-Mack-Trade, der Gruden immer mehr um die Ohren fliegt. Den angekündigten Ersatz für einen der besten Pass Rusher der Liga gibt es auch noch nicht.

Am Montag tradeten die Raiders zudem Wide Receiver Amari Cooper für einen Erstrundenpick zu den Dallas Cowboys, der 24-Jährige wurde im Draft 2015 mit dem vierten Pick nach Oakland geholt. Darüber hinaus sollen die Raiders an einem Trade von Safety Karl Joseph interessiert sein. Linebacker Derrick Johnson wurde zuletzt entlassen.

Im Draft 2019 besitzt das Team von Jon Gruden drei Erstrundenpicks, 2020 zwei weitere 1st-Rounder. Es gibt durchaus Indizien für ein Tanking. 

Gruden betont aber: "Wir arbeiten hart daran, das Roster zu festigen. Und das jeden Tag, um uns zu verbessern." Davon ist allerdings nichts zu sehen. Immerhin: Die Raiders hatten am vergangenen Spieltag eine Bye-Week. Zeit also, um kurz durchzuatmen, um sich zu sammeln. Und um die Kurve zu kriegen. Denn Ausreden gibt es bei 100 Millionen Dollar bekanntlich keine.

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