Josh Jacobs gilt als der einzige potenzielle First-Round-Pick unter den Runn... - Bildquelle: imago/ZUMA PressJosh Jacobs gilt als der einzige potenzielle First-Round-Pick unter den Running Backs © imago/ZUMA Press

München – Running Backs werden im Draft eher selten früh ausgewählt. Beispiele wie Alvin Kamara (New Orleans Saints) und David Johnson (Arizona Cardinals) beweisen schließlich, dass man auch in einer späteren Runde noch einen starken Ballträger findet.

Für besondere Athleten wird allerdings eine Ausnahme gemacht. Im vergangenen Jahr gingen in Second-Overall-Pick Saquon Barkley (New York Giants), Rashaad Penny (Seattle Seahawks) und Sony Michel (New England Patriots) gleich drei Running Backs in der ersten Runde weg. Und wie sieht es im Draft 2019 (In der Nacht zum 26. April ab 1:50 Uhr auf ProSieben Maxx und ran.de) aus?

Die meisten Experten sind sich einig: Dieses Mal gibt es nur einen Running Back, der wirklich einen First-Round-Pick wert ist. Sein Name: Joshua "Josh" Jacobs.   

Der 21-Jährige kam in der vergangenen Saison im Dienste der Alabama Crimson Tide auf 640 Rushing-Yards und 247 Receiving-Yards, hatte dabei insgesamt 14 Touchdowns zu feiern.

Josh Jacobs: Athletisch und flexibel

Der 1,78 Meter große und 93 Kilogramm schwere Running Back bringt viel Power und Explosivität mit, kann aber auch das Spiel gut lesen. Er wartet die Blocks seiner Vorderleute geduldig ab und stößt dann durch die Lücke. Hat er erst einmal Tempo aufgenommen, ist er nur schwer zu Boden zu bringen. Er ist ein Meister darin, nach dem ersten Kontakt mit dem Gegner noch ein paar Yards gutzumachen.

Ein weiterer Pluspunkt: seine Flexibilität. Aufgrund seiner Fangsicherheit und Wendigkeit ist er auch als Passempfänger sehr effektiv. Auch als Kick- bzw. Punt-Returner gilt er als Waffe.  

Dieses Talent war vor wenigen Jahren noch nicht ersichtlich. Jacobs hatte größte Mühe, überhaupt ein gutes College zu finden. Kein Witz: Letztendlich hat ihm Twitter die Karriere gerettet.

Dazu muss man wissen: Die meisten Spieler, die an der renommierten University of Alabama ein Football-Stipendium bekommen, sind bereits im Vorfeld bekannt und werden von vielen College-Teams umworben – nicht Jacobs. Lediglich die eine oder andere Universität aus der NCAA Division II interessierte sich für ihn.

Jacobs High-School-Trainer Jarvis Payne war allerdings überzeugt, dass sein Ballträger in einem Top-Team mitmischen sollte. Also stellte er ein Tape seines Running Backs zusammen und verschickte dies an sämtliche Universitäten, die eine starke Football-Mannschaft haben. Die Resonanz: keine.

"Ich weiß nicht einmal, ob die Trainer sich meine E-Mail überhaupt angesehen haben", sagte Payne gegenüber al.com. "Es ist schwer, Kontakt aufzunehmen. Man hat keine Mobiltelefonnummer, also ruft man im Büro an und versucht irgendwie Aufmerksamkeit zu bekommen. Dann sendet man eine E-Mail und hofft, dass sie jemand öffnet und liest."

Erfolgsfaktor Twitter

Ein Bekannter brachte Payne auf die Idee, die Kraft der sozialen Medien zu nutzen. Also wurde ein Twitter-Account eröffnet und mit Videos von Jacobs bestückt. Und wie es in den sozialen Medien so ist, machte das Tape schnell die Runde. "Es ging los wie ein Lauffeuer. Gefühlt rief jeden Tag ein anderes prominentes College an", erzählt Payne. Die Wahl fiel schlussendlich auf Alabama. 

Mit den Crimson Tide gewann Jacobs zwei Mal das SEC Championship Game, war im Dezember beim 35:28 gegen die Georgia Bulldogs der große Matchwinner, erlief zwei Touchdowns und wurde zum MVP ernannt. Sein Running-Back-Kollege Damien Harris sagt über ihn: "Er macht Dinge, für die er eine Menge Anerkennung erhält, zum Beispiel Touchdowns und lange Returns. Aber er erledigt auch die schmutzige Arbeit, die niemand wirklich sieht."

Damien Harris & Co: Die weiteren Running Backs im Draft

Auch Damien Harris steht im Draft zur Auswahl. Seine Zahlen aus der vergangenen Spielzeit: 876 Rushing-Yards, 204 Receiving-Yards und neun Touchdowns. Auch er ist ein effizienter Runner und Passempfänger, gilt allerdings als nicht so athletisch wie Jacobs. Laut seinem Draft-Profil ist Harris ein Kandidat für die 2. oder 3. Runde.

Auch der flinke und wendige Devin Singletary (Florida Atlantic), der am College über Jahre extrem effektive Läufer David Montgomery (Iowa State), der agile Miles Sanders (Penn State), der vielseitige Trayveon Williams (Texas A&M) und Boxer-Sohn Elijah Holyfield (Georgia) werden bei einem NFL-Team unterkommen.

Keiner dieser Running Backs gilt allerdings als ein Ausnahmeathlet, den man sich bereits in der 1. Runde sichern sollte. Diesen Status hat sich wohl einzig und allein Jacobs erarbeitet.

Oliver Jensen

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