Wollen gegen das WFT zu den Basics zurückkehren: Andy Reid (l.) und Patrick ... - Bildquelle: gettyWollen gegen das WFT zu den Basics zurückkehren: Andy Reid (l.) und Patrick Mahomes (r.). © getty

München - Mit sechs Interceptions nach fünf Spielen ist der sonst so treffsichere Patrick Mahomes nicht ganz unschuldig an der vermeintlichen Mini-Krise der Kansas City Chiefs

Nach zwei Siegen und drei Niederlagen liegen die Chiefs auf dem letzten Platz der stark umkämpften AFC West und haben damit bereits so viele Niederlagen kassiert, wie in der gesamten vergangenen Saison. 

Lange Zeit zum Trauern haben Mahomes und Co. jedoch nicht. Am Sonntag (ab 18:55 Uhr im Livestream auf ran.de) steht mit dem Duell beim Washington Football Team der nächste Härtetest in Sachen Moral an. Schlüssel zum Erfolg könnte hier die Rückkehr zu den Grundlagen sein. 

Es geht nicht ganz ohne Defensive

Mit über 437 erlaubten Yards im Schnitt stehen die Chiefs auf dem vorletzten Platz der Liga - lediglich die Seattle Seahawks sind hier noch schlechter. Zudem ließen die Verteidigungsreihen im Schnitt 32,6 Punkte der Gegner zu, was den letzten Platz in der Liga bedeutet. 

Gegen die Bills und die Ravens hatten die gegnerischen Receiver gleich mehrfach viel zu viel Platz und liefen alleine in Richtung Endzone. Die Gegner standen herbei so frei, dass sich sogar die eigenen Spieler - in diesem Falle Safety-Star Tyrann Mathieu - an den Kopf fassten. 

Im Zentrum der Kritik befindet sich hier immer wieder Safety Daniel Sorensen. Der Routinier hat nicht nur Probleme damit, die gegnerischen Spieler zu decken. Mit acht verpassten Tackles - ebenfalls der schlechteste Wert ligaweit - steht er sinnbildlich für die schlechte Run-Defense. Die Kritik der Chiefs-Fans am 31-Jährigen ging in der vergangenen Woche dann soweit, dass Geld gesammelt wurde, um den Super-Bowl-Champion von 2019 aus seinem Vertrag kaufen zu können. 

Wenn Defensive Tackle Chris Jones wie gegen die Bills verletzungsbedingt fehlt, können die Chiefs kaum Druck auf die gegnerischen Quarterbacks aufbauen. Laut "Pro Football Focus" befinden sich die Chiefs im Pass Rush bislang auf dem letzten Platz aller Teams. 

Noch ist unklar, ob Jones gegen Washington wieder mitwirken kann. Zusammen mit Defensive End Frank Clark könnte die Rückkehr von Jones ein Stabilisator in der Defensive für die kommenden Spiele sein. Von der wackeligen Verteidigung ist nämlich noch ein weiterer Part im Mannschaftsgefüge abhängig.

Weniger "Hero-Ball" von Patrick Mahomes

Nur selten sah sich Patrick Mahomes in der Situation, eine Führung über die Zeit zu retten. Zumeist muss der Spielmacher seine Offense wie verrückt nach vorne peitschen, um den von der Defense verursachten Rückstand aufzuholen. 

Zumindest für den MVP von 2018 scheint dies jedoch nicht das Hauptproblem der Chiefs-Offensive zu sein: "Wir wollen immer einen Touchdown erzielen, wenn wir den Ball bekommen. Es ist dabei egal, was auf der anderen Seite des Balles passiert. Es ist unsere Aufgabe als Offensive", so der 26-Jährige. 

So soll das Hauptaugenmerk wieder darauf gerichtet werden, möglichst einfach und effektiv zu Punkten zu kommen. Die sechs geworfenen Interceptions resultieren auch daraus, dass Mahomes in dieser Spielzeit zu oft versuchte, mit wilden Pässen für spektakuläre Szenen zu sorgen. "Er realisiert jetzt mehr, dass es im Moment sehr wichtig ist, Touchdowns zu erzielen", sagte Head Coach Andy Reid im Vorfeld der Partie am Sonntag.

Auch der Quarterback hat bereits einen Plan, wie er vom übertriebenen "Hero-Ball" zurück zur unaufhaltsamen Offensiv-Walze kommt: "Ich will mich nicht verstellen müssen, aber ich muss zurück zu den Grundlagen des Spiels kommen. Wichtig wird hierbei sein, dass ich öfters in der Pocket bleibe. Wenn ich dies schaffe, wird sich alles andere mit der Zeit auch fügen", stellte er als Ziel in Aussicht. Hier ist er jedoch auch auf Unterstützung von seinen Receivern angewiesen. 

 

Josh Gordon: Vom Ausgestoßenen zum X-Faktor?

Auch wenn Mahomes durch seine Unkonzentriertheiten zumeist die Hauptschuld trägt, so ist er in der Saison 2021 doch auch häufig vom Pech verfolgt. Gleich zwei seiner Inteceptions resultierten daraus, dass einem Receiver ein leicht fangbarer Ball durch die Hände rutschte und vom gegnerischen Verteidiger gefangen wurde. 

Zudem fehlt ihm derzeit neben dem Trio um Tyreek Hill, Travis Kelce und Outside Receiver Mecole Hardman eine weitere zuverlässige Anspielstation. Außerhalb dieser drei fand Mahomes noch keinen Offensivspieler im zweistelligen Bereich. 

In diese Rolle könnte mit der Zeit der kürzlich verpflichtete Josh Gordon schlüpfen. Der umstrittene Receiver stand gegen die Bills erstmals auf dem Feld, wurde jedoch aufgrund der fehlenden Praxis nur selten eingesetzt. Gegen das Washington Football Team könnte er bereits einen deutlich anstrengenderen Nachmittag erleben. 

"Er hat sich gut geschlagen", erklärte Coach Reid im Vorfeld der Partie: "Es lag auch am Spielrhythmus, ich wollte ihn eigentlich öfters einsetzen. Er macht gute Fortschritte", sagte er weiter. Auch Mahomes freut sich über mehr Spielzeit seiner neuen Waffe: "Ich denke, dass wir ihn bald schon häufiger einsetzen. Sein Skillset haben nicht viele Spieler auf dieser Welt", schwärmte der Quarterback weiter. 

 

Duell mit WFT: Nächster Rebound in der NFC East?

Auch wenn das Spiel gegen Washington sicher kein leichtes wird, sind die Chiefs auch in dieser Konstellation in der Lage, ein Ausrufezeichen an die Liga zu setzen. Schon nach der knappen Pleite gegen die Los Angeles Chargers in Week 3 folgte eine Woche später gegen die Philadelphia Eagles eine offensive Machtdemonstration. 

Die Konstellation, dass die NFC East ab sofort als Boxsack für gereizte Chiefs herhalten muss, wäre kurioserweise auch in Week 8 möglich. Am nächsten Spieltag geht es für die Chiefs zu den Tennesse Titans, ehe die New York Giants ins Arrowhead-Stadion reisen. 

Zunächst sollte die Konzentration jedoch beim kommenden Gegner liegen. Im defensiven Ranking trennen beide Teams nur wenige Plätze, während die mittelmäßige Offensive von Washington als Aufbaugegner für die Chiefs-Defense gerade rechtzeitig kommen dürfte.

Schaffen es die Chiefs auch offensiv wieder zu den Basics zurückkehren, sollte die durchaus verwundbare Defensive des WFT zu knacken sein, sodass es in nächster Zeit kein weiteres Rebound-Spiel benötigt. 

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