Das neue Traum-Duo der Kansas City Chiefs: Sammy Watkins und Patrick Mahomes - Bildquelle: Imago ImagesDas neue Traum-Duo der Kansas City Chiefs: Sammy Watkins und Patrick Mahomes © Imago Images

München/Kansas City - Patrick Mahomes absolvierte vergangene Saison seine erste Spielzeit als Starting Quarterback bei den Kansas City Chiefs. Mit 5.097 Passing Yards und 50 Touchdowns konnte er den Abgang von Alex Smith ohne Umschweife vergessen machen.

Ob Tight End Travis Kelce, Wide Receiver Tyreek Hill, oder Running Back Kareem Hunt - Mahomes Waffenarsenal suchte lange Zeit seines Gleichen.

Einige Monate später sieht alles ganz anders aus. Die Chiefs, 2018 noch die drittbeste Offense der Liga in Sachen erzielter Yards pro Spiel, müssen sich in dieser Offseason neu erfinden.

Receiver schmerzlich vermisst

Neben der unklaren Situation um die mögliche Sperre von Wide Receiver Tyreek Hill fiel auch Tight End Travis Kelce aufgrund einer Knöchelverletzung monatelang aus, soll zum Training Camp aber wieder fit sein. Daneben verließ Receiver Chris Conley die Franchise in der Free Agency. Dementsprechend leer gefegt war das Receiving Corps in den OTAs und im Minicamp.

Die Möglichkeit für die übrigen Spieler, sich in den Fokus zu spielen.

Im Draft sicherte sich die Franchise mit ihrem Second-Round-Pick vorsorglich einen zusätzlichen Wide Receiver. Georgias Mecole Hardman wird von den Experten als legitimer Nachfolger von Hill gesehen. Beim Scouting Combine lief er starke 4,33 Sekunden beim 40-Yard-Dash. Ihm werden sowohl als Receiver als auch als Returner gute Einsatzchancen zugestanden.

Daneben wird auch die Entwicklung von Sammy Watkins mit Argusaugen betrachtet. Aufgrund einer Fußverletzung fiel der 26-Jährige ab Week 11 der vergangenen Saison aus und kehrte erst in den Playoffs zurück. Dabei verzeichnete er 40 gefangene Pässe für 519 Yards und drei Touchdowns.

Watkins überzeugt in Offseason

Die Trainingseindrücke der Offseason stimmten die Verantwortlichen in Kansas positiv. Watkins selbst fühle sich endlich angekommen im Team, kenne nun die Offense und Coaches. Wie er bei "SiriusXM NFL" erklärte, fühle er sich derzeit wieder wie am College: "Diese Offseason war einfach gut, um meinen Körper in Form zu bringen. Das Personal des Chiefs war großartig und half mir enorm mit meinem Körper."

Über Twitter verkündete er vor einigen Wochen, dass er 2019 Großes vorhabe: "Ich werde in diesem Jahr der Beste sein, merkt euch meine Worte. Ich will es jetzt mehr denn je in meinem Leben. Ich opfere alles, um dorthin zurückzugelangen, wo ich einst war. Die Welt wird nun wieder meine Brillanz erleben können."

In seinen bisherigen fünf Spielzeiten in der NFL durchbrach Watkins nur einmal die Schallmauer von 1.000 Receiving Yards in einer Spielzeit (2015 für die Buffalo Bills), häufig plagten ihn Verletzungen. In zwei der vergangenen drei Jahre verpasste er mindestens sechs Spiele.

2018 einigte er sich mit den Chiefs auf einen Dreijahresvertrag über 48 Millionen Dollar. Watkins ist nun in der Bringschuld, seinen teuren Vertrag auch zu rechtfertigen.

Mahomes arbeitet an Pocket Awareness

Nach seiner Monster-Saison will auch Mahomes noch besser werden. Speziell in der Offseason werden die Stellschrauben angezogen. Während er vor der abgelaufenen Saison noch die Snaps von Alex Smith studierte, kann er nun seine eigenen Spielzüge rekapitulieren.

Neben seiner großen Stärke, die Defense des Gegners zu lesen und dann auch außerhalb der Pocket auf die jeweilige Situation zu reagieren, sollen nun besonders die kurzen Spielzüge im Mittelpunkt des Trainings stehen. Das Spiel innerhalb der Pocket und die Pocket Awareness nannte Quarterback-Coach Mike Kafka als zentrale Baustellen, die der 24-Jährige noch verbessern könne.

Laut James Pamer vom "NFL Network" trainiere der MVP derzeit an seinen "frühen Quarterback Reads", um damit die Konstanz im Kurzpassspiel zu erhöhen und weniger von seinen "Unscripted Plays" abhängig zu sein. Die verbesserte Chemie mit Watkins kommt ihm auch hier zugute.

Doch nicht nur im Passspiel drückt der Schuh.

Wer wird der Hunt-Nachfolger?

Nach der Entlassung von Kareem Hunt in Week 12 der abgelaufenen Saison klaffte eine große Lücke im Laufspiel. Spencer Ware übernahm in der Folge, konnte in zwei Spielen als Starter allerdings nicht überzeugen und verlor den Posten umgehend wieder. Die Trennung folgte in der Free Agency, Ware spielt zukünftig bei den Indianapolis Colts.

Die Chiefs wiederum rekrutierten Carlos Hyde, der von den Jacksonville Jaguars entlassen worden war. Der Routinier wird mit Darrel Williams und dessen Namensvetter Damien um den Posten des Starting Running Backs kämpfen. Damien Williams startete schon 2018 nach dem gescheiterten Experiment mit Ware für den Rest der Saison und lieferte durchaus solide Leistungen.

Darrel Williams, Undrafted Free Agent von 2018, zeigte gute Ansätze und soll nun den nächsten Schritt machen. Und dann ist da ja auch noch der diesjährige Sechstrundenpick im Draft, Darwin Thompson.

Andy Reid hat beim Erfinden der neuen Offense also immerhin die Qual der Wahl.

Daniel Kugler

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