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München - Beim Draft Combine versuchen die Spieler durch ihre Leistungen, ihren Wert zu steigern und den Teams in Erinnerung zu bleiben. Chris Jones von den Kansas City Chiefs gelang besonders letzteres, allerdings durch ein Missgeschick im Rahmen des 40-Yard-Dash.

Penis-Blitzer sorgt für Aufregung

Chris Jones hatte alles probiert, um beim Combine 2016 gut dazustehen. Er zog sich extra knappe, schwarze Shorts an, um in den Augen der NFL-Scouts schneller zu wirken. Ohne auf die Größe zu schauen, bediente sich Jones an Garderobe, die im Zuge des Combines von unterschiedlichen Ausrüstern bereit gestellt wird.  

So kam, wie es kommen musste: Jones trat beim Schnelligkeitstest an, an der 15-Yard-Markierung machte er auf einmal eine komische Bewegung. "Steife Hüften", analysierte der damalige Kommentator beim "NFL Network." Doch das war nicht das Problem in dieser Situation.

"Ich hab mich auf einmal hilflos gefühlt", sagte Jones im Nachhinein zu "Sports Illustrated": "Ich habe nach unten geschaut und der Hummer hing raus. Ich hab versucht, es zu verdecken und dachte mir: 'Oh Gott, es schauen auch kleine Kinder zu'. Ich hab gehofft, dass man es nicht zu lange gesehen hat."

Vom "König der Peinlichkeit" zum Monster-Vertrag

"Ich bin wahrscheinlich der König der Peinlichkeit", konstatierte er danach. Doch er nahm die Sache mit Humor und konnte im Nachhinein darüber lachen. Zumal die Zeit im 40-Yard-Dash, die er während seines Unfalls fabrizierte, eine der schnellsten war unter den Spielern über 135 Kilogramm. Die Chiefs zogen ihn daraufhin im Draft an 37. Stelle und Jones entwickelte sich zu einem der besten Defensive Ends der NFL. 

Die Erfolgsstory fand ihren Höhepunkt im diesjährigen Super Bowl in Miami gegen die San Francisco 49ers, als Jones und die Chiefs die Lombardy-Trophy in die Höhe strecken konnten. 

Nun stehen die Chiefs vor einer kniffligen Situation. Auf der einen Seite wollen sie Jones, dessen Vertrag nach der Saison abläuft, um jeden Preis halten. Auf der anderen Seite müssten sie ihm wohl um die 19 Millionen Dollar im Jahr zahlen, wie "Spotrac" prognostizierte. Im Hinblick auf die kommende Vertragsverlängerung von Mega-Star Patrick Mahomes dürfte dies allerdings nur schwer zu stemmen sein, ohne auf viele weitere Stützen verzichten zu müssen. 

Es scheint deshalb als nicht ausgeschlossen, dass die Chiefs ihren Zweitrundenpick von 2016 ziehen lassen könnten. Ob von den Chiefs oder von einem anderen Team, letztendlich wird Jones bezahlt werden. Womit bewiesen wäre, dass man trotz peinlichem Malheur beim Combine in der NFL erfolgreich sein kann. 

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