Kevin Stefanski (r.) war bisher der Quarterbacks Coach von Kirk Cousins (l.) - Bildquelle: Getty ImagesKevin Stefanski (r.) war bisher der Quarterbacks Coach von Kirk Cousins (l.) © Getty Images

München/Minneapolis - Als John DeFilippo in der vergangenen Offseason den Posten als Offensive Coordinator bei den Minnesota Vikings übernahm, galt die Verpflichtung als ein echter Coup. DeFilippo galt wegen seiner Arbeit mit Carson Wentz und Nick Foles als Quarterback Coach der Philadelphia Eagles als der nächste Offensiv-Guru im Stile eines Sean McVay (Miami Dolphins at Minnesota Vikings am Sonntag ab 19 Uhr im Livestream auf ran.de).

Dazu verfügt der 40-Jährige über Charisma und scheut sich nicht vor dem Rampenlicht. Bei den Eagles war er der Star einer Youtube-Reihe, bei der er Spielzüge der Offense analysierte. Er galt als einer der gefragtesten Coaching-Talente der NFL und als heißer Head-Coaching-Kandidat. Doch er wurde zunächst Offensive Coordinator bei den Viking. Und am Tag nach der 7:21-Niederlage gegen die Seattle Seahawks wurde er nach 14 Partien entlassen.

 

Sein Nachfolger dürfte den meisten Fans im Gegensatz zu DeFilippo kein Begriff sein. Kevin Stefanski, 36 Jahre alt, bisher der Quarterback Coach der Vikings. Er steht nur selten im Rampenlicht, ist aber das dienstälteste Mitglied des aktuellen Trainerstabs. Seit fast 13 Jahren ist er jetzt schon in Minnesota aktiv und arbeitete dabei unter drei verschiedenen Head Coaches. Trotz seiner langjährigen Erfahrung mit dem Team hatte er noch nicht die Möglichkeit, das Playcalling zu übernehmen.

Erster Job als "Mädchen für Alles"

Vor seiner Zeit in den Twin Cities spielte er College-Football an der University of Pennsylvania und absolvierte ein Praktikum bei den Philadelphia Eagles. Dort lernte er Brad Childress kennen, der 2006 den Job als Chefcoach der Vikings übernahm.

Childress nahm Stefanski 2006 mit nach Minnesota und stellte ihn als "Assistent für administrative Aufgaben und spezielle Projekte" ein. "Ich war quasi das Mädchen für Alles. Ich war die Verbindung des Head Coaches zum Rest der Organisation. Ich ging z.B. zu Marketing- und Personal-Meetings. Aber ich hatte ein Büro direkt neben Childress und habe viel über das Geschäft an sich gelernt", sagt Stefanski über seinen ersten Job bei den Vikings. 2009 wurde er zum Assistant Quarterback Coach befördert und arbeitete mit Brett Favre zusammen: "Mit einem Hall-Of-Fame-Quarterback zusammenzuarbeiten, war unglaublich. Ich habe so viel von ihm gelernt. Einerseits taktisch, aber auch darüber, wie man ein Team anführt", schwärmt Stefanski.

Childress wurde 2010 gefeuert, doch Stefanski durfte in seiner Rolle unter Leslie Frazer weiterarbeiten. Als Mike Zimmer 2014 in Minnesota übernahm interviewte er alle Mitglieder des vorherigen Trainerstabs. Stefanski wurde daraufhin zum Tight End Coach befördert, obwohl er keinerlei Erfahrung auf diesem Gebiet hatte, später coachte er auch die Running Backs.

Zimmer blockte Stefanskis Wechsel nach New York

Zimmer schätzt ihn. Als Stefanski nach der vergangenen Saison Pat Shurmur nach New York folgen wollte, um dort den Posten als Offensive Coordinator bei den Giants zu übernehmen, legte Zimmer sein Veto ein. Und das, obwohl sich Stefanski auch bei den Vikings auf diesen Posten beworben hatte - und den Kürzeren gegen DeFilippo zog. Jetzt bekommt der 36-Jährige also endlich die Chance, auf die er so lange gewartet hat.

Kirk Cousins freut sich auf die Zusammenarbeit: "Kevin hat viel Erfahrung hier, er kennt alle sehr gut. Er hat eine tolle Ausstrahlung und ist sehr intelligent. Ich freue mich darauf ihn in einer größeren Rolle zu sehen", so Cousins. Mike Zimmer gibt Stefanski die Chance, sich für den Rest der Saison für höhere Aufgaben zu empfehlen. Doch der Head Coach macht auch Druck: Ich wollte die Saison nicht verschwenden. Vielleicht funktioniert es, vielleicht auch nicht. Diese drei Spiele sind aber extrem wichtig für uns und wir müssen unbedingt gut spielen", so Zimmer

Es wird interessant sein zu beobachten, ob Zimmer seinem Schützling wirklich freie Hand lässt. In der Vergangenheit hatte er DeFilippo immer öfter öffentlich kritisiert, insbesondere für das fehlende Laufspiel. Kein Team läuft seltener als die Vikings.

Das wird sich unter Stefanski wahrscheinlich ändern. Die Frage ist, ob der 36-Jährige seinem Head Coach auch Mal Contra geben kann oder ob er nur das ausführt, was Mike Zimmer anordnet.

Julian Huter

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