Marshawn Lynch gewann letztes Jahr mit den Seattle Seahawks den Super Bowl g... - Bildquelle: gettyMarshawn Lynch gewann letztes Jahr mit den Seattle Seahawks den Super Bowl gegen Denver. © getty

München/Glendale - Es war der Hammer, nervenaufreibend, irre, unvergesslich, einfach Playoff-Football. Das unfassbare Comeback der Seattle Seahawks gegen die Green Bay Packers bescherte dem Titelverteidiger nicht nur den Einzug in den Super Bowl XLIX (live und exklusiv in SAT.1 und im Livestream auf ran.de), sondern auch in jeden Jahresrückblick.

Diese Partie hatte alles: Große Momente, große Fehlschläge und eben eine Aufholjagd, wie man sie selten oder nie zuvor gesehen hatte. Sicherlich war es einfach nur großartig, aber eines ist auch klar: Ein zweites Mal wird der Mannschaft von Head Coach Pete Carroll ein solches Comeback wohl nicht gelingen.

Aber was müssen die Seahawks berücksichtigen, um zum zweiten Mal in Folge die Vince-Lombardi-Trophy an die Nordwestküste zu entführen? ran.de hat drei Keyfacts für einen Erfolg der Seahawks zusammengestellt.

 

Russell Wilson: Turnover vermeiden

Zwischendurch musste man sich durchaus zwicken. Ist das wirklich der gleiche Russell Wilson, der die Seahawks im Vorjahr zum Super Bowl geführt hatte? Zur Halbzeit hatte der Quarterback mehr Interceptions geworfen (drei) als Pässe an den Mann gebracht (zwei von sechs).

Insgesamt brachte Wilson es auf vier Interceptions und einen Fumble – eine Quote, die er sich gegen die Patriots nicht erlauben darf. Und hätten die Packers ihre Chancen konsequenter ausgespielt, nicht zu sehr auf Sicherheit gespielt, würde Seattle jetzt wohl kaum im Super Bowl um den Titel spielen.

Gelingt es Wilson, sein Spiel als Game-Manager, den Mix zwischen Pass- und eigenem Laufspiel sowie das Running Game von Marshawn Lynch in Szene zu setzen, haben die Seahawks beste Aussichten, den Titel zu verteidigen.

Marshawn Lynch

Welchen Marshawn Lynch werden wir im Super Bowl sehen? Den Lynch aus den Divisional Playoffs gegen Carolina (59 Yards) und der ersten Halbzeit des Championship Game gegen Green Bay (37 Yards) oder den aus der zweiten Hälfte und der Verlängerung, als er einen Touchdown und 120 Yards erlief?

Ein Marshawn Lnych in Bestform öffnet Platz für Russell Wilson, egal ob für Pässe oder seine gefürchteten Läufe. Aber: Die Patriots gehören zu den zehn besten Teams gegen den Laufangriff, ließen nur sechs Touchdowns zu – das ist der zweitbeste Wert der Regular Season.

Kurze Pässe verhindern

Seattles Legion of Boom ist angeschlagen. Richard Sherman und Earl Thomas zogen sich Verletzungen gegen die Packers zu, wollen aber unbedingt spielen. Die großen, kräftigen Defensive Backs sind gegen die kleinen wuseligen Patriots-Receiver bei langen Pässen im Vorteil. Aber die Patriots setzen viel auf kurze Anspiele. Brady hat mit durchschnittlich 2,11 Sekunden die zweitmeiste Zeit aller NFL-Teams, bis er den Ball passen muss. Bei Bradys Quarterback-Rating (75,8), erfolgreichen Third-Down-Versuchen (48 Prozent) und Touchdowns (24) nach kurzen Pässen kommen die Patriots jeweils auf den drittbesten Wert.

Daher ist der Pass-Rush besonders gefordert, Brady unter Druck zu setzen. Zudem muss die Seahawks-Defense zumindest versuchen, Bradys Pässe auf Tight-End-Riese Rob Gronkowski zu unterbinden.

So gut die Seahawks-Defense auch gegen den Lauf und bei langen Anspielen ist, hier liegt die Schwachstelle: Gegnerische Quarterbacks bringen gegen Seattles Abwehr 72 Prozent ihrer kurzen Pässe an den Mann – nur fünf Teams ließen einen höheren Wert zu.