Kyle Shanahan und Jimmy Garoppolo. - Bildquelle: 2020 Getty ImagesKyle Shanahan und Jimmy Garoppolo. © 2020 Getty Images

München – Die Aktion ließ tief blicken. Sie hinterließ Fragezeichen. Ärger. Unverständnis.

War Kyle Shanahan im Super Bowl gegen die Kansas City Chiefs generell zu ängstlich? Zu zögerlich? 

Fehlt dann doch etwas?

Oder vertraute er seinem Quarterback in den wichtigen Szenen doch nicht so, wie man das als Trainer tun sollte? Fehlt beim Verhältnis zwischen Shanahan und Jimmy Garoppolo auf ganz hohem Niveau, Spitz auf Knopf, dann doch das letzte blinde Verständnis?

 

"Ich denke, er und Kyle müssen an ihrem Tanzschritt arbeiten", sagte 49ers-Legende Steve Young dem San Francisco Chronicle. Er spielt vor allem auf die Szene kurz vor der Halbzeit an, als die Chiefs den Ball beim Stand von 10:10 punteten und bis zur Ausführung rund 40 Sekunden verstreichen ließen. 

Shanahan verzichtete darauf, eines seiner noch drei verfügbaren Timeouts zu ziehen. Was nur wenige nachvollziehen konnten.

General Manager John Lynch zum Beispiel, er machte auf der Tribüne die Timeout-Geste. "Jimmy G" und Co. hatten so nur noch 59 Sekunden für den Drive.

Kein Vertrauensbeweis

Angst oder nicht, Fakt ist: Ein Vertrauensbeweis an den Spielmacher, die verlängerte Hand des Coaches, sieht anders aus, findet Young. Was ja auch dadurch genährt wird, dass Garoppolo die meiste Zeit in der Saison die Offense nicht trug, sondern verwaltete. Vielleicht fehlte in diesem großen Spiel dann tatsächlich etwas im Verhältnis zwischen Trainer und Quarterback.

"Das macht für mich keinen Sinn. Wenn ich der Quarterback wäre und du die Uhr einfach ablaufen lässt, was sagt mir das? Wie wäre es mit etwas Zeit für mich als Quarterback? Das zeigt mir, dass es eine Beziehung ist, die noch weiterentwickelt werden muss. Vielleicht muss am Vertrauen gearbeitet werden. Die beiden müssen herausfinden, wie sie das weiter ausbauen können, was sie bereits aufgebaut haben." 

Den Sieg warfen die San Francisco 49ers – im wahrsten Sinne des Wortes – vor allem aber in der zweiten Halbzeit beziehungsweise im Schlussviertel weg, nachdem sie sich mehr auf das Passspiel konzentrierten. 

Nicht nur die Zahlen nagen an Garoppolo

Doch das ging nach hinten los, Garoppolo brachte im letzten Viertel drei von elf Pässen zum Mann für 36 Yards, er hatte ein Passer-Rating von 2,8. Doch es sind nicht die Zahlen alleine. 

Young weiß, wie man sich als Quarterback nach Niederlagen fühlt. Vor allem, wenn es Szenen gibt wie die mit Emmanuel Sanders. Wenn man als Spielmacher den Sieg in er Hand hatte. Und ihn fallen ließ.

Bei 1:33 Minuten Restspielzeit und beim Stand von 20:24 überwarf Garoppolo den Receiver. Eine Szene, an der Garoppolo noch einige Zeit zu knabbern haben wird. "Das frisst dich eine ganze Zeit lang auf", so Young: "Man erinnert sich immer wieder daran, vor allem, wenn es der Super Bowl ist."

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