Fühlt sich bei einer Führung nie mehr sicher: Kyle Shanahan. - Bildquelle: imago images/ZUMA PressFühlt sich bei einer Führung nie mehr sicher: Kyle Shanahan. © imago images/ZUMA Press

München - Kyle Shanahan kann eigentlich nichts mehr erschüttern. Was den Football betrifft, hat er auf ganz hohem Niveau alles gesehen. Zumindest genug, um für alle Ewigkeiten abgehärtet zu sein.

Shanahan war Offensive Coordinator bei den Atlanta Falcons - genau - im Super Bowl LI gegen die New England Patriots. 

Die scheinbar sichere 28:3-Führung. Die irre Aufholjagd. Die verrückte Overtime. Der unglaubliche Sieg für die Patriots. Legendär.

Und ein Alptraum für die Verlierer.

Harte Tage

"Die Tage danach waren wirklich hart. Einen Super Bowl zu verlieren ist für alle extrem schwierig, besonders wenn man trotz eines so hohen Vorsprungs verliert", sagte Shanahan, der jetzt mit den San Francisco 49ers erstmals als Head Coach das große Spiel erreicht hat. Am 2. Februar sind in Miami (am Sonntag ab 22:45 Uhr live auf ProSieben und ran.de) die Kansas City Chiefs der Gegner. 

Doppelt schwierig: Er hatte als Verantwortlicher für die Offense damals eine Menge Kritik einstecken müssen, als die Falcons knapp fünf Minuten vor dem Ende den Ball hatten. Die falschen Entscheidungen hätten die Pats wieder ins Spiel gebracht und ihnen die Overtime ermöglicht, so die Vorwürfe. Hätte er das Spiel doch nur laufen lassen.

Berechtigt oder nicht – Shanahan hat das schnell hinter sich gelassen. 

"Es gab definitiv Teile in diesem Super Bowl, die ich gerne zurück haben würde und Sachen, bei denen ich selbst sehr hart zu mir war", sagte er: "Aber die ganze Geschichte, wenn ich es nur hätte laufen lassen, hätten wir gewonnen - ich weiß, dass das nicht der Fall war."

Deshalb prallte diese Kritik an ihm ab. Trotzdem muss man solch ein Spiel abhaken können, die verpasste Chance, die Vince Lombardi Trophy, die man schon in der Hand hatte. Ohne Frage in der Form, wie dieses Spiel lief, eine seltene, aber dafür umso wertvollere Erfahrung.

Was bei ihm zusätzlich half: Er konnte nicht lange darüber nachdenken, einen Tag nach der Niederlage im Super Bowl holten ihn die 49ers. Ein neuer Job. Erstmals Head Coach. Neue Herausforderungen. Ablenkung.

Die Niederlage hat geprägt

Doch natürlich hat ihn diese Niederlage geprägt: Shanahan wird nie wieder eine Führung einfach nur genießen können. Wo andere sich vielleicht zurücklehnen, hängt ihm das 28:3 im Nacken. 

Und die Erkenntnis: "Ich weiß, dass ein Vorsprung von 25 Punkten im letzten Viertel nicht ausreicht. Aus Erfahrung habe ich das Gefühl, das Spiel steht unentschieden. Ich denke, das ist das Zeug, das dir hilft, weil ich manchmal denke, dass die Leute dazu neigen können, sich zu sehr zu entspannen."

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