Andy Reid (rechts) hat gegen die Cleveland Browns mal wieder gezeigt, dass e... - Bildquelle: 2021 Getty ImagesAndy Reid (rechts) hat gegen die Cleveland Browns mal wieder gezeigt, dass er einer der besten Playcaller der NFL ist. © 2021 Getty Images

München - Andy Reid schaute kurz zu Eric Bieniemy herüber. Ein intensiver Blick, ein schneller Austausch. Viele Worte brauchte es in den entscheidenden Sekunden des Spiels nicht. 

"Ich habe gesagt: 'Bist du bereit, dafür zu gehen?' Er sagte: 'Absolut!'", verriet Reid nach dem Sieg der Kansas City Chiefs gegen die Cleveland Browns und dem Einzug in das Championship Game der AFC gegen die Buffalo Bills (in der Nacht zu Montag ab 0.15 Uhr live auf ProSieben und ran.de) Details über die Kommunikation zwischen Head Coach und Offensive Coordinator.

 

Reid und Bieniemy verständigten sich kurz vor Schluss, in der heißen Phase des Spiels bei 4th-and-1 an der eigenen 48-Yard-Linie, auf einen neuen First Down zu gehen.

Risiko wird belohnt

Das Risiko wurde belohnt. Backup-Quarterback Chad Henne lief zur rechten Seite und bediente Wide Receiver Tyreek Hill, der ein neues First Down erzielte. Durch das Play war der Sieg der Chiefs gesichert. Und Reid hatte mal wieder bewiesen, warum er zu Recht zu den besten Trainern in der NFL zählt.

Vor zehn Jahren hätte die Entscheidung, den vierten Versuch auszuspielen, noch für viel Furore gesorgt. Doch mittlerweile sind solche Entscheidungen üblicher geworden, sodass die ansonsten kritischen US-Medien nun sogar dieses aggressive Playcalling forcieren.

Vertrauen in Henne

Dabei bewies Reid auch Vertrauen in Henne. Der Ersatz für den verletzten Quarterback-Superstar Patrick Mahomes hatte im Drive zuvor eine Interception geworfen und somit den Browns die Möglichkeit auf ein Comeback gegeben.

Während die Chiefs-Defense dieses verhindern konnte, kam der 35-Jährige mit starken Nerven zurück und ermöglichte mit einem 13-Yard-Scramble im Spielzug zuvor überhaupt erst Reids mutigen Call.

Auch wenn die Football-Welt Reid hauptsächlich für sein Risiko feiert, hat auch sein gesamter Gameplan ein Lob verdient. Die Chiefs-Offense kam immer mindestens bis an die 32-Yard-Linie der Browns und hätte ohne das verpasste Field Goal von Harrison Butker aus 33 Yards in den ersten sechs Drives gepunktet.

Selbst mit der Einwechslung von Henne attackierte Reid die Browns weiter aggressiv und ließ ihn mehrfach den Ball tief werfen. Er nutzte diese Möglichkeiten und warf bei einem wichtigen Third-Down-Versuch einen 23-Yards-Pass auf Travis Kelce. "Alle haben vollstes Vertrauen in ihn", sagte der 62 Jahre alte Head Coach.

Geschichte wiederholt sich

Das haben aber auch alle Chiefs-Verantwortlichen, Spieler und Fans wiederum in Reid. Schließlich hat er die Chiefs zum dritten Mal in Folge ins Championship Spiel geführt. Das war zuletzt den Philadelphia Eagles 2002 bis 2004 gelungen. Der damalige Trainer: Andy Reid.

Damals erreicht er zweimal den Super Bowl, aber verlor beide Partien. Jetzt schickt er sich an, mit den Chiefs auch zum zweiten Mal ins letzte Spiel zu kommen. Dabei möchte er dann aber wie im vergangenen Jahr die Vince-Lombardi-Trophäe in die Höhe stemmen.

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