Will eine Vertragsverlängerung oder ein neues Team: Melvin Gordon von den Lo... - Bildquelle: ImagoWill eine Vertragsverlängerung oder ein neues Team: Melvin Gordon von den Los Angeles Chargers © Imago

München/Los Angeles - Die durchschnittliche Karriere eines Running Backs in der NFL beläuft sich auf gut zweieinhalb Jahre – der niedrigste Durchschnittswert von allen Positionen. Zum Vergleich: Kicker und Punter spielen durchschnittlich knapp fünf Jahre. Logisch: Denn Running Backs stecken jedes Spiel viele Hits ein und laufen in den Trenches zwischen 140-Kilo-Männern hindurch.

Running Backs wollen langfristige Verträge

Nach zwei Wochen Preseason-Football und den Training-Camps der NFL-Teams, stehen bereits acht Running Backs auf der Injured-Reserve Liste. Die Verletzungsangst ist groß, deshalb ist es für viele der Top-Running-Backs wichtig, einen langfristigen Vertrag mit garantiertem Einkommen zu erhalten.

Le’Veon Bell zeigte 2018, wie es funktionieren kann. Die Pittsburgh Steelers wollten den Ballträger vor der vergangenen Saison mit dem Franchise-Tag belegen (einen Einjahres-Vertrag über 14,5 Millionen Dollar), doch Bell weigerte sich, den Vertrag zu unterschreiben. Er verbrachte die Saison 2018 auf der Couch und erhielt in der Offseason, als Free Agent, von den New York Jets einen Vertrag über vier Jahre, der ein Gehalt von insgesamt 52,5 Millionen Dollar beinhaltet.

Gordon droht mit Streik

Bei Melvin Gordon erweist sich die Vertragssituation als etwas kniffliger. Er ist momentan noch ein Jahr an seinen Rookie-Vertrag gebunden und dieses Vertragsjahr MUSS er ausspielen, egal, wie viele Saison er streikt. Heißt: Wenn er diese Saison aussetzt, wäre er bei den Chargers weiterhin ein Jahr an den Vertrag gebunden und nichts würde sich ändern. Die Wahrscheinlichkeit, dass Gordon doch noch zu einem Zeitpunkt in dieser Saison erscheint, ist dementsprechend hoch - dennoch will er offenbar weiter streiken und wandelt somit ein Stück weit auf Bells Spuren.

Vertraglich dürfen die Chargers ihm für jeden verpassten Trainingscamp-Tag 30.000 Dollar und für jedes verpasste Preseason-Spiel 329.000 Dollar von seinem Gehalt für 2019 (5,605 Millionen Dollar) abziehen.

Bisher keine Einigung

"Ich warte auf den Anruf", erzählt Melvin Gordon ESPN, die zudem herausgefunden haben wollen, dass die Chargers und ihr Pro-Bowler momentan keinen gemeinsamen Nenner finden und die Vertragsverhandlungen zum Stillstand gekommen sind. Zudem fordere sein Berater einen Trade, sollte kein langfristiger zustande kommt.

Er soll von den Chargers ein jährliches Gehalt von 10 Millionen Dollar angeboten bekommen haben, sein Berater lehnte ab.

Austin Ekeler und Justin Jackson als Gordon-Ersatz

Seine Leistungen rechtfertigen Gordons Forderungen: In vier Jahren erlief der 26-Jährige 3628 Yards und 28 Touchdowns. Als Passempfänger fügte er weitere 1577 Yards und zehn Touchdowns hinzu.  

"Melvin ist ein sehr guter Spieler, ich hoffe, dass am Ende alles klappt", erklärt Head Coach Anthony Lynn. Vorerst plant der Coach ohne Gordon und setzt auf die Talente Austin Ekeler und Justin Jackson.

Ekeler, ein Undrafted Free Agent 2017, überzeugte letzte Saison als Läufer und Receiver. In 14 Spielen erreichte er insgesamt 958 Yards und sechs Touchdowns.

Justin Jackson, den die Chargers 2018 in der siebten Runde drafteten, erlief in seiner Rookie- Saison 206 Yards und zwei Touchdowns.

Für Lynn gilt: "Wir sind ein besseres Team mit Melvin, aber wir können auch ohne ihn gewinnen."

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