Quarterback Easton Stick (Nummer 2) könnte in der Zukunft der Los Angeles Ch... - Bildquelle: imago images / ZUMA PressQuarterback Easton Stick (Nummer 2) könnte in der Zukunft der Los Angeles Chargers eine wichtige Rolle einnehmen © imago images / ZUMA Press

Los Angeles / München – Die Fronten sind verhärtet. Auch vor dem zweiten Preseason-Spiel der Los Angeles Chargers gegen die New Orleans Saints (ran.de und ProSieben MAXX übertragen am Sonntag live ab 21:35 Uhr) scheint eine Einigung mit Running Back Melvin Gordon nicht in Sicht. Der 26-Jährige, der in seiner fünften NFL-Saison voraussichtlich 5,605 Millionen US-Dollar kassieren würde, verlangt nach einem neuen Vertrag oder einem Trade.

Laut "ESPN" gibt es zwar Gespräche zwischen dem Spieler und der Franchise. Allerdings sollen die Gehaltsvorstellungen weit voneinander entfernt liegen. Ein Angebot mit einem Jahresgehalt von zehn Millionen US-Dollar soll Gordon abgelehnt haben. Der einzige Running Back der NFL, der in den vergangenen drei Spielzeiten jeweils auf 12 Scrimmage Touchdowns oder mehr kam, bleibt der Mannschaft somit weiter fern. Gut möglich, dass sich der Streik in die Saison hineinzieht.

Die Preseason bietet den Chargers somit eine gute Möglichkeit, den Ernstfall ohne Gordon zu proben. "Ich bin nicht naiv. Ich weiß, dass wir mit Melvin Gordon besser aufgestellt sind", sagt Chargers General Manager Tom Telesco. "Aber wir haben auch so eine starke Gruppe von Leuten, die hier sind und die Zeit nutzen, um an sich zu arbeiten und sich bereit zu machen."

Das bezieht sich einmal auf die Position des Running Backs, wo Austin Ekeler im Depth Chart momentan als Nummer 1 geführt wird und im Preseason-Spiel gegen die Arizona Cardinals mit 40 Rushing- und 29 Receiving-Yards vielversprechende Ansätze zeigte. Aber auch auf den übrigen Positionen möchten einige Spieler auf sich aufmerksam machen.

Easton Stick: Der Nachfolger von Philip Rivers?

Da wäre zum Beispiel Quarterback Easton Stick, der von den Chargers in der fünften Runde gepickt wurde und in den Medien als der mögliche Nachfolger des 37-jährigen Philip Rivers gehandelt wird. Stick ist zweifellos ein Spieler, der das Sieger-Gen in sich trägt. Mit einer Bilanz von 49 Siegen und nur drei Niederlagen stellte der langjährige Passgeber von North Dakota State eine neue Bestmarke für einen Starting-Quarterback in der NCAA Division I FCS auf.

Ob er auch in der NFL funktioniert? Im ersten Preseason-Spiel gegen die Cardinals ließ er sein Potential aufblitzen und brachte sieben von elf Pässe für 78 Yards an den Mann. Er warf zwar eine Interception, erlief dafür aber selber 51 Yards und einen Touchdown.

Head Coach Anthony Lynn lobte, wie abgeklärt der junge Spielmacher in der Pocket agierte und dass er selbst in Folge seiner Interception den Fokus beibehielt. Es war nämlich Stick selber, der Gegenspieler Tyler Sigler aus dem Spielfeld drängte, nachdem dieser den Ball über 52 Yards zurückgetragen hatte. "Er hat das abgehakt und ist sofort zurückgekommen", sagte Lynn. "Er hatte keine Angst, selber ran zu gehen. Das sagt viel über einen Quarterback aus."    

Es dürfte noch einige Zeit dauern, bis Stick möglicherweise bei den Chargers das Zepter übernimmt. Hat er in Philip Rivers und Backup Tyrod Taylor doch zwei echte Routiniers vor sich. Der Rookie wird die Zeit nutzen, um von den beiden zu lernen. "Es ist großartig, zwei Jungs zu haben, die lange gespielt haben und das auf einem wirklich hohem Niveau tun", sagt Stick. "Zudem ist der Spielstil der beiden etwas unterschiedlich. Es war großartig, von Phil zu lernen und dann rauszugehen und Tyrod beim Spielen zuzusehen und darauf zu achten, wie er das macht."

Stick dürfte auch im Preseason-Spiel gegen die Saints die Möglichkeit bekommen, weitere Erfahrungen zu sammeln.

Jerry Tillery: Der Erstrundenpick ist bereit

Auch Jerry Tillery möchte im bevorstehenden Vorbereitungsspiel bei einigen Snaps auf dem Feld stehen. Der Defensive Tackle, der von den Chargers in der 1. Runde an Position 28 ausgewählt wurde, erwischte keinen guten Start in sein erstes NFL-Jahr. Im März musste er sich einer Schulteroperation unterziehen. Der 22-Jährige verpasste dadurch die OTA’s und das Minicamp, war aber beim Trainingsstart am 25. Juli vor Ort und trainiert mittlerweile mit vollem Kontakt.

Tillery kam in seiner letzten College-Spielzeit im Dienste von Notre Dame auf starke 8 Sacks und 9.5 Tackles for Loss. Gemeinsam mit Joey Bosa und Melvin Ingram könnte der 2,01 Meter große und 134 Kilogramm Defensive Liner viel Druck auf den gegnerischen Quarterback ausüben.

Nicht nur seine Athletik und seine physische Stärke, sondern auch seine professionelle Einstellung imponiert dem Defensive Coordinator. "Die Art und Weise, wie er arbeitet und wie er an Besprechungen teilgenommen hat, ist beeindruckend", sagte Gus Bradley und bezeichnet den Erstrunden-Pick als eine sehr detailliert arbeitende Person.

Nachdem er im ersten Preseason-Spiel gegen die Cardinals aus Vorsichtsgründen nicht zum Einsatz kam, möchte er nun gegen die New Orleans Saints Spielpraxis sammeln. "Mental ist er schon voll da, er muss nur noch ein wenig an den physischen Dingen arbeiten", erklärt Bradley. Auch Mitspieler Justin Jones hat lobende Worte für den Rookie: "Jerry ist ein kluger Spieler. Er nimmt die Dinge sehr, sehr schnell auf."

Sonntag bekommt er vermutlich die Möglichkeit, den vielen Vorschusslorbeeren auf dem Platz gerecht zu werden.

Oliver Jensen

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