Mayfield und Co.: Sind die Cleveland Browns mit all ihren Neuverpflichtungen... - Bildquelle: imagoMayfield und Co.: Sind die Cleveland Browns mit all ihren Neuverpflichtungen nun ein NFL-Titelfavorit? © imago

München/Cleveland - Von der Lachnummer zum Super Bowl-Kandidaten? Spätestens mit dem spektakulären Trade von Odell Beckham Jr. scheinen die Cleveland Browns diese Entwicklung zu nehmen. General Manager John Dorsey hat die Mannschaft, die in der Saison 2017 noch alle 16 Saisonspiele verloren hatte, im Schnellverfahren umgekrempelt – innerhalb von bislang nur 15 Monaten.

Dafür erntet der frühere Packers-Profi viel Anerkennung. Clevelands Defensive Back Damarious Randall twittert: "John Dorsey ist ein richtiges Genie."

Vom gleichen Schlag wie die Los Angeles Rams?

Die Entwicklung der Browns erinnert an die jüngere Geschichte der Los Angeles Rams. Auch dieses Team war in der Spielzeit 2016 mit vier Saison-Siegen kaum ernst zu nehmen, schaffte es aber mit dem neuen Trainer Sean McVay, vielen jungen Spielern (Goff, Donald, Gurley) und einigen klugen Neuverpflichtungen (Suh, Woods, Cooks) zwei Jahre später in den Super Bowl. Könnte selbiges den Browns gelingen?

Die Offense jedenfalls zählt auf dem Papier zu den besten der NFL. Quarterback Baker Mayfield wurde den Vorschusslorbeeren als First-Overall-Pick gerecht. Vor allem in der zweiten Saisonhälfte, nach der Entlassung von Head Coach Hue Jackson, drehte der Heisman-Trophy-Gewinner auf und präsentierte sich als echter Leader.  

Die Duos: Beckham & Landry, Chubb & Hunt

An guten Anspielstationen mangelt es ihm nicht. Beckham und Jarvis Landry stellen das vielleicht beste Wide-Receiver-Duo der NFL. Die beiden sind zudem gute Freunde, haben bereits am College für die LSU-Tigers zusammengespielt.

Trainiert wurden sie damals von Wide Receiver Coach Adam Henry. Und wo trainiert dieser heute die Passempfänger? Richtig, bei den Cleveland Browns. Die Zusammensetzung könnte kaum harmonischer sein. Hinter dem Star-Duo lauert der junge Antonio Callaway, der in seiner ersten Saison 586 Receiving-Yards und fünf Touchdowns zu verbuchen hatte.

Hinzu kommt Tight-End-Hoffnung David Njoku, der letzte Saison auf 639 Receiving-Yards und vier Touchdowns kam.

Ähnlich rosig sieht es bei den Running Backs aus: Der letztjährige Zweitrunden-Pick Nick Chubb und der neuverpflichtete Kareem Hunt (dem wegen seines Prügel-Videos noch eine Sperre droht) bilden ein außerordentliches Gespann.

Baustelle: Left Tackle

Die Offensive Line ist solide. 38 Sacks wurden in der vergangenen Saison zugelassen – Platz 14 in der NFL. Die Position des Left Tackles, wo vergangene Saison der ungedraftete Rookie Desmond Harrison und der 2014er-Erstrunden-Pick Greg Robinson sich abwechselten, ist möglicherweise noch eine Baustelle. Hier könnte auf dem Free-Agent-Markt oder im Draft etwas geschehen.   

Es besteht wenig Zweifel daran, dass sich Neuzugänge bei den Browns schnell integrieren. Freddie Kitchens hat vergangene Saison als Offensive Coordinator bewiesen, wie schnell er eine funktionierende Einheit bilden kann. Die Belohnung: Er wurde zum neuen Head Coach ernannt.

"Freddie hat alle Qualitäten gezeigt, die man von jemandem erwartet, der eine Organisation leitet", erklärten die beiden Teambesitzer Dee und Jimmy Haslam. "Er ist ein Anführer und ein Mann von Integrität. Er holt das Beste aus seinen Spielern heraus. Und die Spieler lieben es, für ihn zu spielen."

Myles Garrett & Co.: Vielversprechende Defense

Und was macht die Defense? Vergangene Saison wurden zwar die drittmeisten Yards (393) und die zwölftmeisten Punkte (24,5 im Schnitt) zugelassen. Aber die Entwicklung war positiv: In fünf der letzten sieben Saisonspiele ließen die Browns nur noch 20 Punkte oder weniger zu.  

Qualität ist reichlich vorhanden: Defensive End Myles Garrett, der vergangene Saison auf 13,5 Sacks kam, und Defensive Tackle Larry Ogunjobi (5,5 Sacks) stehen für einen starken Pass-Rush.

Hinzu kommt der frisch von den Giants verpflichtete Outside Linebacker Olivier Vernon (7 Sacks) und der aus Minnesota geholte Defensive Tackle Sheldon Richardson (4,5 Sacks).

Im Spiel gegen den Lauf kommt Linebacker Christian Kirksey zum Einsatz, der die Routen der Ballträger gut abschätzen kann und ein sicherer Tackler ist.

Safety und Cornerback gesucht

Bei den Cornerbacks ist der letztjährige Erstrunden-Pick Denzel Ward über jeden Zweifel erhaben. Allerdings fehlt noch ein zweiter Passverteidiger von ähnlicher Qualität. Auch auf der Position des Safetys könnte noch etwas geschehen, da Jabrill Peppers im Rahmen des Beckham-Trades nach New York abgegeben wurde.

Favorit in der AFC North

Die Browns haben also durchaus noch die eine oder andere kleine Baustelle. Allerdings sind diese längst nicht so groß wie bei den Konkurrenten in der AFC North: Die Pittsburgh Steelers haben Antonio Brown und Le'Veon Bell verloren. Auch die Baltimore Ravens haben einen enormen Aderlass. Und bei den Cincinnati Bengals deutet ohnehin wenig auf den großen Turnaround hin.

Die Browns werden somit als großer Division-Favorit in die Saison gehen – und endlich nicht mehr als Lachnummer.

Oliver Jensen

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