Sean McVay und die Rams: Auf Erfolgskurs. - Bildquelle: imago/Icon SMISean McVay und die Rams: Auf Erfolgskurs. © imago/Icon SMI

München/Los Angeles – "All in". Alles oder nichts. Jetzt oder nie. Volles Risiko. Alles für den Super Bowl. Koste es, was es wolle.

So könnte man das Trade-Gebaren der Los Angeles Rams auf den ersten Blick bezeichnen. Der Eindruck wurde bei der Trade Deadline nochmals unterstrichen. Da verstärkten die Rams mit Pass-Rusher Dante Fowler Jr. eine sowieso schon ansehnliche Defense nochmals in der Breite, der 24-Jährige könnte eine echte Verstärkung werden.

 

Noch lange nicht satt

Die Message war pünktlich vor dem Topspiel bei den New Orleans Saints in Week 9 (Sonntag ab 22.25 Uhr 

 

 aber eine andere, eine sehr eindeutige: Ein 8-0-Start? Na und? Wir sind noch lange nicht satt. 

Oder anders gesagt: Nie zurücklehnen. Eine gute Position ist gut. Sie kann aber immer noch besser sein.

Dann pfeift General Manager Les Snead auch auf künftige Draft Picks. Einer für Runde drei 2019 und einer für die fünfte Runde 2020 gingen für Fowler an die Jaguars. Stand jetzt sind für 2019 ohne Compensatory Picks vier übrig: Einer in Runde eins, der aufgrund der sportlichen Situation auch eher ans Ende rutschen wird. Dazu drei weitere in den Runden vier, fünf und sechs. Die ganz großen Nummern bekommt man dafür nicht.

 

Die haben sich die Rams Mann für Mann aber auch so beschafft: Marcus Peters, Aqib Talib, Brandin Cooks oder Ndamukong Suh, dazu fette und langfristige Verträge für Leistungsträger wie Aaron Donald und Todd Gurley.

Die Voraussetzungen sind ja klar: Das ganze NFL-System mit Salary Cap, Draft und Picks ist so angelegt, dass es schwierig ist, eine lange Ära zu begründen. Sportliche Ausgeglichenheit ist die Intention, jahrelang dominierende Teams wie die New England Patriots sind eher die Ausnahme. Oft wird das Feld durchgemischt, eine zusammengewachsene Mannschaft bricht dann schon mal auseinander. Bis dahin müssen die Teams aus ihren Möglichkeiten schlicht und einfach das Beste machen.

 

Nicht kleckern, sondern klotzen

Deshalb ist klar: Viel Zeit haben die Rams nicht. Heißt: Nicht kleckern, sondern klotzen. Zaubern, nicht zaudern. Aggressiv statt ängstlich. Stillstand ist Rückschritt. Aber alles mit Köpfchen, nicht verzweifelt, sondern mit Übersicht. Wie ein Künstler, der mit seinem Werk nie zufrieden ist.

Ein Beispiel: Fowler wird nach dieser Saison Free Agent. Sollte es sportlich ein Reinfall werden, wird es ein relativ teurer Reinfall. Oder: Für den großen Traum vom großen Wurf wollten die Rams sogar Khalil Mack holen, um ihn nach dieser Saison wieder abzugeben. "All in". 

No Risk, no Fun. Aber ein kalkuliertes Risiko.

Für die Rams zahlt sich das bislang aus, Snead und Head Coach Sean McVay haben nicht nur einen guten Ansatz, sondern dabei natürlich auch ein glückliches Händchen.

 

Wie schnell muss es gehen?

Stellt sich im Hinblick auf die NFL-Philosophie aber die Frage: Wie groß ist das Zeitfenster für die Rams? Wie schnell muss der Erfolg her? Wirklich vorhersehen kann das niemand.

Der Cap Space beträgt laut Spotrac rund 35 Millionen Dollar. Viele große Sprünge sind damit nicht drin. Fakt ist aber: 2018 wird nicht der einzige Schuss für die Rams sein, mit Stars wie Cooks, Donald, Gurley oder Rob Havenstein gibt es langfristige Verträge. Das Grundgerüst steht für die nächsten Jahre. Spielt sich ein, wächst weiter zusammen.

Nach dieser Saison könnten Suh, Fowler, LaMarcus Joyner und Roger Saffold theoretisch gehen. Danach werden Michael Brockers, Talib und Peters Free Agents. Das ist nicht zu unterschätzen, doch mit der jetzigen Strategie dürfte Snead auch Abgänge verhindern können. Mit sportlichem Erfolg sowieso.

 

In naher Zukunft wird auch Jared Goffs Vertrag interessant. Der Quarterback wäre erst 2021 Free Agent, dafür wird sein neuer Kontrakt ein großes Loch in das Budget reißen.

Doch bis das soweit ist, wollen die Rams den großen Wurf schon geschafft haben. Koste es, was es wolle.

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