Bringt noch mehr Dynamik in die Rams-Offense: Matt Stafford - Bildquelle: Getty ImagesBringt noch mehr Dynamik in die Rams-Offense: Matt Stafford © Getty Images

München - Sean McVay zögerte nicht lange. Vielleicht wollte er direkt zeigen, was die Rams offensiv zu bieten haben. Schließlich spielen die Los Angeles Rams nicht weit entfernt von den Hollywood-Studios und eine alte Theaterweisheit besagt: Wenn ein Gewehr im ersten Akt an der Wand hängt, muss es im zweiten oder dritten schießen. 

Und wenn ein Stafford als Quarterback das Feld betritt, muss er auch schießen. 

Er schoß. 1. Spieltag: Drittes Offensiv-Play der Rams. Play-Action-Bootleg. Stafford rollt raus nach links. Wirft. 55 Yards fliegt der Ball durch die Luft. Landet in den Armen von Wide Receiver Van Jefferson. Der sich rappelt sich auf und trabt in die Endzone. Touchdown. Ein erster Vorgeschmack auf die Rams Offensive. 

Die Rams-Offensive mit Stafford gegen die Tampa Bay Buccaneers LIVE am Sonntag ab 22:25 Uhr auf ProSieben MAXX und ran.de

Rams mit Traumstart

Mit zwei Siegen aus den ersten beiden Partien starten die Rams in die neue Spielzeit. Stafford, für den die Rams Anfang des Jahres zwei Erstrunden-Picks, einen Drittrunden-Pick und Jared Goff nach Detroit schickten, hat sich nahtlos in sein neues Team eingefügt. 

"Wir haben einen guten Start hingelegt. Es ist schön, dass wir 2:0 stehen, aber es gibt natürlich auch immer einige Dinge, die man noch verbessern kann", resümierte der Routinier nach dem Spiel gegen die Colts. 

 

Es gibt aber auch einige Dinge, die mit Stafford schon besonders gut laufen. 

Karrierebestwerte für Stafford

Head Coach Sean McVay kann dank Stafford einige Kapitel im Playbook aufschlagen, die die vergangenen Jahre mit Jared Goff ein wenig Staub angesammelt haben. Das soll keinesfalls bedeuten, dass die Rams-Offensive in den vergangenen Jahren ineffizient oder schlecht war, nur löst Stafford die Handbremse des Offensiv-Motors vollständig.  

Denn der Quarterback spielt in den ersten beiden Partien deutlich konstanter und effizienter als Goff. Stafford kratzt an einer 70% Completion Percentage und holt durchschnittlich 10,7 Yards pro Pass raus. Beides Karriere-Bestwerte. Bisher sammelte er fünf Touchdowns bei einer (vermeidbaren) Interception.  

"Stafford macht vieles einfacher"

In den vergangenen Spielzeiten war der Erfolg der Offensive stark mit McVays Gameplan verknüpft. Das ist natürlich noch immer der Fall, allerdings zählt Stafford zu den Quarterbacks, die auch selbst Plays kreieren können. 

"Er macht vieles einfacher. Seine Fähigkeit, gegnerische Defensiven nach dem Snap schnell zu scannen und den Ball loszuwerden, ist super. Er geht gut durch seine Reads durch, wenn die erste Anspielstation nicht offen ist. Matt (Stafford) hat eine gut Spielintelligenz und ein ausgeprägtes Verständnis für das, was wir in der Offensive machen wollen", lobte McVay seinen Quarterback jüngst.

Big Play Stafford

Neben der dazu gewonnen Konstanz, bindet McVay vertikale Passelemente mehr in seinen Spielplan ein. Die Offensive wird dadurch explosiver und unausrechenbarer. 

Stafford kann das Spielfeld mit seiner Wurfkraft und Genauigkeit bei tiefen Pässen vertikal "strecken". Sechs seiner Pässe flogen über 20 Yards durch die Luft. Vier landeten bei einem Passempfänger - für 204 Yards und zwei Touchdowns.

Wide Receiver Cooper Kupp profitiert ebenfalls vom neuen Passgeber. Der Receiver, der eigentlich im Slot als Anspielstation für die kurzen Pässe dient, fing bereits zwei lange Pässe (Pässe, die über 20 Yards durch die Luft segelten) von Stafford. Mit 271 Receiving Yards ist Kupp momentan in den Top 3 der gesamten NFL. 

Schematisch ermöglicht der tiefe Pass oder besser gesagt die ständige "Gefahr" des tiefen Passes den Rams, dass sie im Kurzpassspiel mehr Räume haben. Defensiven können nicht mit zu vielen Blitzen (mehr als 5 Passrusher attackieren den Quarterback) gegen die Rams agieren, sonst schlägt Stafford sie mit seiner schnellen Auffassungsgabe und tiefen Pässen.

Stafford unter Druck

Und wenn Stafford eine Eigenschaft in Detroit gelernt hat, dann das Spielen unter Druck. Der Quarterback wird den Ball bei Druck meist rechtzeitig los, steckt kaum unnötige Sacks ein und wirkt nicht panisch. Bei zehn seiner Passversuche stand er bisher unter Druck. Sieben seiner Pässe brachte er an - für 97 Yards und zwei Touchdowns. 

"Er spielt dauerhaft auf hohem Niveau und es macht Spaß, ihm zuzuschauen. Diese Konstanz ist sehr wichtig für unser Team", sagte McVay. 

Stafford hebt die Offensive auf ein neues Niveau und die Rams feuern aus allen Rohren. Bereits im ersten Akt. 

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