Mac Jones. - Bildquelle: 2021 Getty ImagesMac Jones. © 2021 Getty Images

München – Es ist das Lächeln eines Siegers, die Zigarre des Erfolgs steckt deshalb passenderweise auch gleich im Mund. Was allerdings etwas aus dem Rahmen fällt, ist weiter südlich angesiedelt.

Wer da so siegestrunken posiert, ist Mac Jones. Sein kleiner Wohlstandsbauch ist dabei nicht zu übersehen, und dass der Quarterback der Alabama Crimson Tide offenbar nicht ganz so austrainiert ist, daher auch nicht.

Netz spielt verrückt

Und da das Internet nicht vergisst und Vergleiche liebt, überschlugen sich die Reaktionen auf den Pick der New England Patriots am ersten Tag des Drafts (Tag 2 in der Nacht auf Samstag ab 1 Uhr im Livestream auf ran.de) - der ganze Gag ist durchaus rund. 

Jones ist alleine dadurch, dass er der erste Erstrunden-Quarterback ist, den Trainer Bill Belichick in seiner 21-jährigen Amtszeit bei den Patriots im Draft ausgewählt hat, so etwas wie der offizielle Start der Post-Brady-Ära. Der Mann für die Zukunft, der Franchise-Quarterback.

Die 15. Stelle ist dabei wiederum ein Ausdruck der Hoffnungen und Erwartungen, die Belichick und Co. in den jungen Spielmacher setzen. 

Auch besagte Reaktionen spiegeln die Hoffnungen der Fans wider, denn die zeigten das Bild des etwas beleibten Jones Seite an Seite mit dem berühmten Combine-Bild von Hänfling Tom Brady, bevor der 2000 in der sechsten Runde von den Patriots ausgewählt wurde.

Belichick wird über den Humor der sozialen Medien erfahrungsgemäß kaum lachen, für ihn ist der Pick eine ernste Angelegenheit. Denn eigentlich kann und darf bei dieser Auswahl rein gar nichts schiefgehen. Er hat einen Ruf zu verlieren - und nicht nur er.

 

Denn in die Vorbereitung des Picks waren zwei der erfolgreichsten Trainer der Football-Geschichte involviert.

Zwei Trainer-Legenden involviert

Zum einen Belichick, zum anderen College-Legende Nick Saban, der Jones bei Alabama gecoacht hat. Belichick und Saban sind eng befreundet und tauschen sich seit Jahren regelmäßig aus. Man kann davon ausgehen, dass sich Belichick bei Saban äußerst intensiv über Jones und dessen Fähigkeiten und Schwächen erkundigt hat.

Und da gibt es durchaus Parallelen zu Brady, wie Jones' Genauigkeit, sein Gespür, wie er sich innerhalb der Pocket bewegt oder wie er tiefe Bälle mit einem sehenswerten Touch spielt. 

"Er ist ein kluger Junge. Er war in einem System, das dem unseren ähnlich ist. Wir hatten eine Menge guter Gespräche mit ihm", sagte Belichick: "Ich denke, er wird in der Lage sein, die Offensive nach vorne zu bringen. Es wird aber eine Menge Zeit brauchen."

Intelligent, clever und sehr genau mit dem Ball

Wenig überraschend ist auch Saban voll des Lobes über Jones, der die Crimson Tide in der zurückliegenden Saison zum College-Titel führte, 77,4 Prozent seiner Pässe zum Mann brachte und 41 Touchdowns bei vier Interceptions warf: "Mac ist wirklich intelligent, sehr clever, sehr genau mit dem Ball und er trifft gute Entscheidungen. Das ist ein wirklich guter Ausgangspunkt, um ein guter Quarterback zu sein."

Jones wusste natürlich, dass die Vergleiche kommen würden, von den Witzen mal ganz abgesehen. "Für mich geht es nur darum, ich selbst zu sein", sagte Jones: "Brady hat großartige Dinge für die Patriots getan. Ich freue mich einfach darauf, da rauszugehen und loszulegen."

Mit Brady aufgewachsen

Mit seinen 22 Jahren ist allerdings auch klar, dass Jones mit Brady aufgewachsen ist, da der mit den Patriots von 2000 bis 2019 eine Ära prägte. "Ich habe mir alle Super Bowls angesehen, unabhängig vom Team", sagte Jones: "Tom und die New England Patriots waren bei vielen von ihnen dabei." 

Belichick wird nun vor allem dafür sorgen, dass Jones in Ruhe aufgebaut wird.

Denn jetzt wird es darum gehen, den Diamanten zu schleifen, der ihm da in die Hände fiel. Sogar ganz ohne Trade. "Wir hatten das Gefühl, er ist der beste Pick für uns zu diesem Zeitpunkt", sagte der 69-Jährige trocken. In der Zwischenzeit bleibt Cam Newton, der einen neuen Einjahresvertrag bekam, der Starter. Jarrett Stidham wird sich mit Jones um die Rolle des Backups duellieren.

"Diese beiden Jungs sind im Moment meine Vorbilder, und ich werde einfach hinter ihnen lernen, denn sie haben viele gute Quarterbacks gesehen, wie Tom zum Beispiel", sagte Jones: "Ich höre auf sie und nehme Ratschläge an und helfe ihnen, wie ich kann, sei es, indem ich mir Notizen mache oder was auch immer ich tun muss, um dem Team zum Sieg zu verhelfen."

Dass Jones bis an die 15. Stelle gefallen ist, obwohl er an Nummer drei sogar als möglicher Neuzugang der San Francisco 49ers galt, stört ihn nicht.

Denn er verriet, dass es sein Ziel war, zu den Patriots zu kommen. "Am Ende des Tages will man einfach das Richtige finden, und ich glaube, insgeheim wollte ich die ganze Zeit zu den Patriots gehen, also bin ich wirklich froh, dass es passiert ist", sagte er. Da verschmerzt man es auch, dass der Rookie-Scheck ein bisschen kleiner ausfällt.

Doch da das Internet ja nicht vergisst, gibt es sogar einen Beweis aus dem Jahr 2019, wie ernst es Jones mit den Patriots ist.

Auch wenn es damals mehr der Typ Hänfling war, gibt es die Parallelen zu Brady schon länger. So oder so: Jetzt gilt es, sie in den kommenden Jahren auch auf den Platz zu bringen.

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