Nick Foles: Auf ihm ruhen die Hoffnungen. - Bildquelle: imago images / Icon SMINick Foles: Auf ihm ruhen die Hoffnungen. © imago images / Icon SMI

München/Jacksonville – Es gibt Menschen, bei denen passt es einfach. Blindes Verständnis nennt man so etwas. Eine Wellenlänge, eine Meinung, eine Richtung. Meistens reicht ein Blick, und die Sache ist klar. Keine Diskussionen, wenig bis keine Probleme.

Das macht in einer Zusammenarbeit vieles einfacher. In der NFL, zwischen Coach und Spieler, ist das sogar ein unbezahlbares Pfund. Eine Verbindung, die einen Unterschied machen kann.

Eine Chemie, die stimmt

Bei den Jacksonville Jaguars haben John DeFilippo und Nick Foles diese Chemie, die stimmt.

"Wir haben zusammen so viel durchgemacht", sagt Foles: "Wir kennen unsere Persönlichkeiten. Er weiß, wie ich das Spiel spielen möchte, wie meine Tendenzen sind. Wir wissen, wie wir zusammenarbeiten." Ihr Erfolg verbindet: Beide holten in dieser magischen Saison 2017 mit den Eagles den Super Bowl, als Foles nach der Verletzung von Starter Carson Wentz in den Playoffs alles gelang. 

Der neue Offensive Coordinator und der neue Quarterback: Es ist dieses Duo, auf dessen Funktionalität, auf dessen Stimmigkeit und Effektivität die Jags in der Offseason eine Menge gesetzt haben.

Die Jaguars wollen nach einem beispiellosen Absturz 2018, einer 5-11-Bilanz nur ein Jahr nach dem Fast-Einzug in den Super Bowl einen Neuanfang, wofür sie auf der Quarterback-Position reinen Tisch gemacht, sich vom umstrittenen Blake Bortles getrennt haben.

Foles soll die Jaguars nun wieder ans Laufen bringen, und natürlich hat die Franchise überlegt, wie sie das Beste aus Foles herauskitzelt. Ganz klar: Durch DeFilippo. 

Ein Vorteil: Eine Eingewöhnungszeit brauchen beide miteinander keine, auch wenn es nach zwei gemeinsamen Jahren bei den Eagles (2016 und 2017) eine Trennung von einem Jahr gab, als DeFilippo zu den Minnesota Vikings ging, dort aber vorzeitig entlassen wurde. 

"Wir sehen viele Dinge gleich, wir sehen auch das Leben auf die gleiche Weise", sagt DeFilippo, der in die Verpflichtung von Foles eingebunden war. Und der bestätigte, dass sich Foles in dem Jahr der "Trennung" verbessert, weiterentwickelt habe.

All-in für den Erfolg

Man kann durchaus von einem All-in der Jaguars sprechen, wenn man 88 Millionen Dollar (für vier Jahre) und das sportliche Schicksal in die Hände eines Quarterbacks wie Foles legt. Ja, "Saint Nick" rettete auch 2018 die Saison der Eagles, führte sie in die Playoffs. Über ein ganzes Jahr konnte er die teils magischen Postseason-Auftritte aber noch nicht konstant bestätigen. Darauf wird es ankommen.

Experten sehen in seiner Leistung deshalb ganz klar den Gradmesser für den Erfolg der Jaguars. Funktioniert der Plan, ist ein "From Worst to First" drin, also vom Letzten der AFC South zum Division-Sieger. Geht er schief, könnte es ungemütlich werden.

Die Jags haben dafür weitere Baustellen beackert: Wide Receiver Chris Conely, Tight End Geoff Swaim sowie Cedric Ogbuehi und A.J Cann für die Offensive Line, dazu Linebacker Josh Allen mit dem siebten Pick im Draft, daneben auch Tackle Jawaan Taylor an 35. Stelle.

Was ist mit Telvin Smith?

Ein Problem konnten die Jaguars noch nicht lösen: Das Aus von Linebacker Telvin Smith, der sich überraschend für eine Saison abgemeldet hat. Die Gründe bleiben rätselhaft und spekulativ, vor allem hat die Franchise bislang keinen gleichwertigen Ersatz geholt.

Weitere Baustellen gibt es vor allem im aktuellen Roster. Oder anders gesagt: Die Jaguars hoffen, dass vorhandene Qualität wieder abgerufen werden kann. Wie bei der Defense, bei der vom gefürchteten "Sacksonville" 2018 zu wenig zu sehen war. Oder wie bei Leonard Fournette zum Beispiel, der Running Back blickt auch verletzungsbedingt auf eine enttäuschende Saison mit acht Spielen und nur 439 Yards und sechs Touchdowns zurück.

 

Auch auf die Rückkehr von Marqise Lee hofft Head Coach Doug Marrone, nachdem der Wide Receiver 2018 wegen eines Kreuzbandrisses komplett verpasste.

Kehren beide zu ihrer alten Stärke zurück und harmonieren mit Foles, ist das wohl größte Problem gelöst, denn die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 15,3 Punkte bedeuteten 2018 den vorletzten Platz, 4832 Yards Rang 27.

"Es ist ein neues Jahr", bekräftigte Fournette. "Wir haben ein neues Team, wir sind fokussiert und haben neue Spieler. Ein sauberer Start für viele von uns, es ist ein Neuanfang."

Gut, wenn dann welche dabei sind, bei denen es von Anfang an passt.

Von Andreas Reiners

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