Matt LeFleur soll der neue Head Coach der Green Bay Packers werden - Bildquelle: imagoMatt LeFleur soll der neue Head Coach der Green Bay Packers werden © imago

München - Matt LaFleur wird mit Empfehlungen von Offensiv-Genies wie Sean McVay und Kyle Shanahan zu den Green Bay Packers kommen. Dass der 39-Jährige den Head-Coach-Posten in Wisconsin bekommen hat, gilt in den Medien schon als fix, die offizielle Verkündung ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Am Dienstagnachmittag deutscher Zeit berichtete NFL-Reporter Tom Pelissero, dass der Vertrag unterschrieben sei. Vier Jahre soll die Laufzeit betragen, mit einer Option auf ein fünftes Jahr. Eine lange Laufzeit für einen Trainer, der seinen ersten Posten als Head Coach antritt.

LaFleur, der zuletzt eine Saison lang bei den Tennessee Titans als Offensive Coordinator agierte und dort erstmals Plays ansagen durfte, kommt trotz seines jungen Alters mit über zehn Jahren an NFL-Erfahrung ins Lambeau Field und gilt als nächstes großes Offensiv-Mastermind. 

So wurde er 2008 als Quarterback-Coach am College zu den Houston Texans geholt und fungierte dort als Offensiv-Assistent. Dabei lernte er unter anderem den heutigen 49ers-Coach Kyle Shanahan kennen, mit dem er seitdem fast unzertrennlich durch die NFL ging. 

LaFleur als Lehrling von Shanahan und McVay

Zusammen mit Shanahan ging es von den Texans zu den Redskins und von den Redskins weiter zu den Falcons. Dort wurde er, wie auch schon bei den Redskins, als Quarterback-Coach angestellt und trainierte unter anderem Matt Ryan, der es unter LaFleurs Führung zu seiner MVP-Saison 2016 und der Teilnahme am Super Bowl schaffte.

Shanahans und LaFleurs Wege trennten sich im Jahr 2017. Während Shanahan als Head Coach zu den San Francisco 49ers ging, heuerte LaFleur als Offensive Coordinator unter Sean McVay bei den Los Angeles Rams an und wurde mit Lobeshymnen seines alten Weggefährten verabschiedet: "Die Rams kriegen einen Wahnsinns-Coach. Matt versteht das Spiel. Er war Quarterback am College, er kennt die Position. Er versteht das Lauf-Spiel, er versteht das Pass-Spiel, er versteht es, die beiden Komponenten zu verknüpfen", so Shanahan damals.

 

Auf die Nachfrage, ob LaFleur denn auch bereit sei, das Playcalling der Offense zu übernehmen, gab es ebenfalls keine zwei Meinungen: "Ja. Er ist schon lange bereit." Zwar blieb das Playcalling der Offense in Los Angeles Chefsache und wurde gänzlich von McVay übernommen, doch LaFleur bekam eine fast genauso wichtige Rolle - Quarterback Jared Goff zu dem Franchise-Quarterback zu machen, der er heute ist. 

Die Starthilfe für Jared Goff

Goff kam bei LaFleurs Ankunft aus einer schwierigen Rookie-Saison, in der er als #1-Overall-Pick nur sieben Spiele machen durfte und fünf Touchdowns bei sieben Interceptions warf. In der folgenden Saison unter dem neuen Coaching-Duo standen erneut sieben Interceptions zu Buche. Allerdings in 15 Spielen und neben 28 Touchdowns. Die Mission, Goff dabei zu helfen, sein Potenzial auszuschöpfen, war also erfüllt. 

"Matt hat einen großartigen Job gemacht, indem er viel mit den Quarterbacks kommuniziert und einige unserer Strategien organisiert hat. Er war ein großartiger Resonanzboden für mich, um zu reflektieren. Er hatte einen gewaltigen Einfluss und war entscheidend für den Erfolg, den wir offensiv hatten", so McVay nach der Saison. LaFleur zog daraufhin weiter und durfte bei den Titans nicht nur erneut als Offensive Coordinator arbeiten, sondern diesmal auch die Plays ansagen. 

Nächste Baustelle: Aaron Rodgers und die Packers-Offensive

Matt Ryan wurde also vom langjährigen Franchise-Quarterback zum MVP -und Jared Goff vom enttäuschenden Rookie zum überzeugenden #1-Pick geführt. Nach der bitteren Saison 2018 sollen nun die Green Bay Packers zurück in die Erfolgsspur gebracht werden. Mit Aaron Rodgers als Quarterback ist in der Offensive auf jeden Fall genug Potenzial vorhanden. 

(Verbesserungs)-Potenzial ist auch im Laufspiel gegeben. LaFleur zeigte bereits bei den Titans, dass seine Offensiven auch über den Boden gefährlich werden können. Immerhin führte er Tailback Derrick Henry zum NFL-Durchbruch und hätte es mit sieben Henry-Touchdowns in den letzten vier Spielen fast noch in die Postseason geschafft. 

Die Packers hingegen beendeten die Saison in den Rushing-Yards auf Liga-Rang 22 und könnten eine Wiederbelebung des Laufspiels in der kommenden Saison ähnlich gut gebrauchen. 

Ob sie mit LaFleur dafür den Richtigen gefunden haben, bleibt abzuwarten. Immerhin hat der jüngste Packers-Coach seit Curly Lambeau erst ein Jahr des Playcallings bei den Tennessee Titans hinter sich. Nun der Schritt zum Head Coach eines der prestigeträchtigsten Franchises der Liga. Für LaFleur einerseits ein Risiko, alleine an der Spitze eines Coaching-Staffs und damit in der direkten Verantwortung zu stehen. Andererseits aber auch die Chance, endgültig aus dem Schatten seiner Mentoren Shanahan und McVay zu treten. 

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