Gelingt im zweiten Jahr der große Wurf? Matt LaFleur (li.) und Aaron Rodgers... - Bildquelle: Getty ImagesGelingt im zweiten Jahr der große Wurf? Matt LaFleur (li.) und Aaron Rodgers (re.) © Getty Images

München/Green Bay - Die Green Bay Packers erreichten in der vergangenen Saison eine Bilanz von 13-3 und schafften damit den Sprung ins NFC Championship Game, doch im Gegensatz zu erfolgreichen Spielzeiten während der Ära Aaron Rodgers der vergangenen Jahre wurde das Team dabei vorwiegend von der Defense getragen.

So beendete Green Bay die Saison nur auf dem 15. Platz in der Kategorie "Total Points" und landete bei den "Total Yards" sogar nur auf Rang 18. Ungewohnte Werte für das Rodgers-Team, die sich aber durch das veränderte Konzept der Offense unter dem neuen Head Coach Matt LaFleur erklären lassen.

Packers mit weniger "Big Plays"

Ein Bereich, in dem die Packers hierbei besonders zurückfielen, waren "Big Plays". Dieses Versäumnis hat der Head Coach zur Kenntnis genommen und ganz oben auf die Tagesordnung geschrieben.

"Eine Sache, die wir wirklich verbessern müssen, ist das Kreieren von explosiven Plays (Spielzüge über 20 Yards oder mehr, Anm. d. Red.)", sagte LaFleur diese Woche in einem Radiointerview mit "ESPN": "Wir waren ziemlich effizient, aber bei explosiven Plays lagen wir nur auf Platz 23. Das fängt mit dem Play Calling an und schafft vielleicht die Möglichkeit, um mehr Spielzüge in die Tiefe des Feldes zu entwickeln."

Die Vorzeichen für dieses Vorhaben könnten aber besser sein.

 

Rodgers fehlten die "Deep Ball"-Waffen

Interessant wird die Schwäche bei den "Deep Balls" vor allem, wenn man die Häufigkeit der verwendeten Plays in der vergangenen Saison betrachtet.

Nach Angaben von "Pro Football Focus" versuchte Rodgers 93 Pässe (16,3 Prozent aller Pässe) über mindestens 20 Yards - der zweithäufigste Wert in der NFL.

Problem an der Sache war aber, dass der Quarterback dabei nur eine "Adjusted Completion Rate" von 37,8 Prozent aufwies (angekommene Pässe plus Drops geteilt durch Passversuche). Damit rangierte der 36-Jährige nur auf dem 26. Platz von 35 unter den für diese Wertung qualifizierten Quarterbacks.

Rodgers fand seine Lieblingsanspielstation Davante Adams bei "Deep Balls" zwar noch am besten von allen Receivern (40,9 Prozent im Vergleich zu 36,6 Prozent), insgesamt war das Team von ihm aber viel zu abhängig.

Rodgers bekommt keine neuen Waffen

Die Verpflichtung eines weiteren Wide Receivers im Draft, um das in der Spitze nicht besonders tief besetzte Receiving Corps der Packers zu stärken, hätte damit umso mehr Sinn gemacht.

Besonders, da Neuzugang Devin Funchess, der in der Free Agency zum Team stieß, ebenfalls keine "Deep Ball"-Waffe ist. Laut "Pro Football Focus" kommt der ehemalige Carolina Panther in seiner Karriere bisher nur auf 13 von 55 gefangene tiefe Pässe.

Somit muss Rodgers wohl oder übel mit dem vorhandenen Personal auskommen und auf einen Entwicklungssprung jüngerer Spieler wie des Deutschen Equanimeous St. Brown hoffen.

Ursprünglich wurde hier aber anders geplant. 

LaFleur erklärt: Love war nicht der Wunschpick

Speziell für den Erstrundenpick von Quarterback Jordan Love musste sich Green Bay viel Kritik anhören. Wie mittlerweile durchsickerte, war dieser aber wohl gar nicht der auserkorene Wunschspieler.

"Es war eine dieser Situationen, in der wir ein paar Spieler im Visier hatten, die aber kurz zuvor gedrafted wurden. Jordan war der nächste Spieler auf dem Board und so entschieden wir uns für den besten verfügbaren Spieler", wird LaFleur von "Pro Football Talk" zitiert, ohne aber konkrete Namen zu nennen.

Nachdem die Packers bekanntlich für Pick Nr. 26 nach oben getradet haben, bleiben drei Kandidaten, die unmittelbar vor den "Cheeseheads" gepickt wurden. Namentlich die Wide Receiver Jalen Reagor (21. Pick, Philadelphia Eagles), Justin Jefferson (22. Pick, Minnesota Vikings) und Brandon Aiyuk (25. Pick, San Francisco 49ers).

Allesamt Spieler, die Rodgers wohl mit Kusshand genommen hätte.

Daniel Kugler

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