Matt Patricia konnte den Detroit Lions bislang nicht auf die Erfolgsspur ver... - Bildquelle: imago images / ZUMA PressMatt Patricia konnte den Detroit Lions bislang nicht auf die Erfolgsspur verhelfen © imago images / ZUMA Press

München/Detroit – Eine hohe Niederlage ist immer bitter. Ereignet sich diese allerdings auch noch an Thanksgiving, wenn die ganze Nation vor dem Fernseher sitzt und interessiert zuschaut, gleicht das einer Demütigung.

Das 25:41 der Detroit Lions gegen die Houston Texans, die vierte Niederlage in den vergangenen fünf Spielen, lässt die Kritik an Head Coach Matt Patricia hochkochen.

 

Der Mann mit dem markanten Vollbart wurde im Jahre 2018 zum Head Coach der Detroit Lions ernannt, nachdem er sich als Defensive Coordinator bei den New England Patriots einen exzellenten Ruf arbeitet hatte. Drei Mal gewann er den Super Bowl, trug somit wesentlich zur erfolgreichsten Dynastie des US-Sports bei.

Es gelang ihm allerdings nicht, die Erfolgsmentalität auf die Lions zu übertragen. Im Gegenteil: Die Lions entwickelten sich unter Patricia sogar zurück.

Konstant das Schlusslicht der NFC North

Nachdem Detroit 2016 noch in die Playoffs gelangte und 2017 die Postseason nur knapp verpasste, spielten die Lions unter Patricia im Kampf um die Playoffs überhaupt keine Rolle mehr. Vielmehr hat das Team  den letzten Platz der NFC North abonniert.

6-10 war die Bilanz in der Saison 2018. Schlimmer noch: Im Jahr darauf kam die Franchise nicht über drei Saisonsiege hinaus. Dies war das schlechteste Saisonergebnis seit 2009.

Teambesitzerin Sheila Ford Hamp forderte für die laufende Saison eine "große Verbesserung." Immer wieder wurde in Detroit davon gesprochen, ein "Playoff-Anwärter" zu sein.

Bei einer Bilanz von 4-7 dürfte sich dies aber nun endgültig erledigt haben. In den Medien wird längst über die Entlassung des Trainers spekuliert. "ESPN" schreibt: "Es ist für die Detroit Lions an der Zeit, Patricia gehen zu lassen." 

Patricia: "Ich mache mir keine Sorgen"

Auf die Spekulationen angesprochen, gab sich Patricia nach der gestrigen Niederlage entspannt: "Mein Fokus liegt jeden Tag auf den Jungs in dieser Umkleidekabine und auf der harten Arbeit, diesen Jungs dabei zu helfen, erfolgreich zu sein." 

Und weiter: "Über alle anderen Themen mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Ich versuche, jeden Tag meinen bestmöglichen Job zu machen, um unser Team in Schwung zu bringen und erfolgreich zu sein. Ich konzentriere mich auf jeden einzelnen Tag. Daran wird sich auch nichts ändern."

Gleichwohl ist es kaum vorstellbar, dass der Job von Patricia sicher ist.

Zum Vergleich: Vorgänger Jim Caldwell musste nach der Saison 2017 gehen, obwohl er innerhalb von vier Jahren zwei Mal die Playoffs erreichte. In keiner Saison gewannen die Lions unter ihm weniger als sieben Spiele.

Eine Marke, die unter Patricia noch nicht einmal erreicht wurde.

Lions lassen die drittmeisten Punkte der NFL zu

Selbst die Defense, die aufgrund der Vergangenheit von Patricia eigentlich dessen Spezialität sein müsste, gleicht einem Trümmerhaufen. Im Schnitt lassen die Lions 29,8 Punkte zu – der dritthöchste Wert der Liga. Die Gegner hatten bislang einen durchschnittlichen Raumgewinn von 396,2 Yards zu verbuchen. Nur fünf NFL-Teams waren noch löchriger.  

Und wie ist es um die Offense bestellt? Das seit Jahren chronisch schwache Laufspiel der Lions sollte eigentlich durch die Verpflichtung von Routinier Adrian Peterson und Zweitrunden-Pick D'Andre Swift einen Schub bekommen. Tatsächlich allerdings sind sie auch hier mit durchschnittlich 96,6 Yards Raumgewinn die viertschwächste Mannschaft.

 

Das Passspiel ist mit durchschnittlich 250,4 Yards (Platz 14 der NFL) noch die größte Stärke. Berücksichtigt man allerdings, dass Matthew Stafford vom Potential zu den besten Quarterbacks der Liga zählt und zeitweise sogar der bestbezahlteste Spielermacher der NFL gewesen ist, ließe sich auch hier mehr herausholen.

Stafford wollte sich zu den Spekulationen um seinen Trainer nicht äußern. Auch Tight End T.J. Hockenson drückte sich vorsichtig aus: "Ich werde den Job eines anderen nicht kommentieren. Matt Patricia gab mir die Chance, in diese Organisation zu kommen, also schulde ich ihm etwas. Dafür werde ich ihm immer dankbar sein. Alles andere ist die Entscheidung des Front Office."

Es ist nur schwer vorstellbar, dass dort noch jemand an eine erfolgreiche Zukunft mit Matt Patricia glaubt.

Oliver Jensen

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