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München - "Ich liebe Matthew Stafford, ich denke, er ist ein verdammt guter Quarterback. Er gehört zu den Besten der Liga, was diese Position angeht. Wenn man so einen Spielmacher nicht hat, wird man es lange Zeit schwer haben."

Aus den Worten von Derrell Bevell spricht die pure Anerkennung. Seit 2019 steht er bei den Detroit Lions als Offensive Coordinator unter Vertrag und coacht Quarterback Matthew Stafford, über dessen Fähigkeiten er eben voll des Lobes ist.

Weil Stafford die Franchise nun um einen Trade ersucht hat, werden sich die Wege der beiden sehr wahrscheinlich trennen. Für Bevell gewiss ein großer Verlust, hatte er doch erst kürzlich erklärt, Stafford behalten zu wollen, hätte er die Entscheidungsgewalt.

Nummer-1-Pick im Jahr 2009

Es gibt in der NFL wohl kaum einen anderen Spielmacher, der derart unter dem Radar der meisten Fans und Experten fliegt, gleichzeitig aber konstant hervorragende Leistungen abliefert.

2009 wurde der heute 32-Jährige von den Lions als Nummer-1-Pick ausgewählt. Was folgte, waren zwölf Jahre bei nur einer einzigen Franchise - ohne nennenswerte Erfolge. Nicht ein einziges Playoff-Spiel hat der Quarterback in all der Zeit gewonnen, vom Erreichen des Super Bowl war er stets weit entfernt.

Rodgers lobt Stafford

Und doch ist Stafford ein ausgezeichneter Könner seines Fachs. Einer, der nach Meinung von Packers-Superstar Aaron Rodgers komplett unterschätzt wird.

In der Show von Pat McAfee kam "A-Rod" im vergangenen November auf Stafford zu sprechen und lobte vor allem dessen brillante No-Look-Pässe.

"Ein Kerl, der nicht mal annähernd das Ansehen bekommt, das er verdient, trägt die Nummer neun und spielt in Detroit. Was dieser Typ mit dem Ball macht, ist beeindruckend - sehr, sehr beeindruckend. Er wirft krasse No-Look-Pässe, und das die ganze Zeit", schwärmte Rodgers.

 

Diverse NFL-Rekorde

In all den Jahren in der NFL sorgte Stafford schon für diverse Rekorde und Topwerte.

In der Saison 2011 gelang es ihm als erst viertem Quarterback der NFL-Geschichte, mehr als 5000 Yards Raumgewinn in einer Spielzeit zu erzielen. Vorher glückte dies nur den Legenden Dan Marino, Drew Brees und Tom Brady.

Nur ein Jahr später setzte er eine neue Bestmarke. Mit 727 Pässen in einer Saison löste er den damaligen Rekordhalter Drew Bledsoe ab, der seine Bestmarke von 691 Pässen bereits 1994 erzielt hatte.

Heroische Leistung gegen die Browns

Und die Rekordjagd ging weiter. Am 13. Dezember 2015 erreichte er in seinem 90. Spiel als Profi die 25.000-Yard-Marke - so schnell wie noch kein anderer Quarterback der Geschichte.

282 Touchdowns bei 144 Interceptions stehen für Stafford bislang zu Buche. In der Liste der All-Time-Passing-Yards liegt er mit mehr als 45.000 aktuell auf Rang 16.

Bei den Fans in Detroit erarbeitete sich der Spielmacher bereits 2009 größten Respekt, als er im Spiel gegen die Browns trotz extremer Schmerzen - und bei sieben Punkten Rückstand - in letzter Sekunde den entscheidenden Touchdown-Pass warf.

Keine Erfolge in Detroit

Dass der 32-Jährige bislang keine großen Erfolge feiern konnte, liegt mitnichten an seiner eigenen Performance.

2017 statteten ihn die Lions mit einem Fünfjahresvertrag über 135 Millionen US-Dollar aus - der seinerzeit höchstbezahlte Kontrakt in der Liga. Mit exzellenten Mitspielern konnte Detroit dagegen deutlich weniger dienen.

Mit Anfang 30 befindet sich Stafford im besten Quarterback-Alter. Wohl auch deshalb, und weil er nicht erneut einen kompletten Rebuild mitmachen will, möchte der Pro Bowler von 2014 seine langjährige Franchise nun verlassen.

Colts oder Patriots als neue Heimat?

Welches Team als neue Heimat in Frage kommt, ist noch völlig unklar. Im Gespräch sind unter anderem die Indianapolis Colts, die nach dem Karriereende von Philip Rivers einen neuen Spielmacher brauchen.

Auch die New England Patriots und das Washington Football Team werden wiederholt als mögliche Landing Spots genannt.

Bei welchem Team Stafford am Ende landet, darauf dürfte nicht nur OC Bevell ziemlich gespannt sein. Der Coordinator hat für seinen Schützling jedoch einen ganz besonderen Wunsch.

"Ich würde mir nichts sehnlicher wünschen, als dass Matthew in der Lage ist, in all diesen bedeutenden Spielen zu spielen. Er verdient es. Er arbeitet daran. Er ist talentiert genug, um das zu tun. Wenn er ein gutes Team um sich herum hat, denke ich, dass er es auf jeden Fall zu einer Meisterschaft führen kann."

Eine Voraussetzung, die in Detroit nie gegeben war.

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