Schaut mit gemischten Gefühlen auf seine Zeit bei den Chargers: Melvin Gordo... - Bildquelle: Getty ImagesSchaut mit gemischten Gefühlen auf seine Zeit bei den Chargers: Melvin Gordon bereut seinen Streik im vergangenen Jahr © Getty Images

Denver/München - Hinter Melvin Gordon liegt eine ereignis- und lehrreiche NFL-Saison. Weil er in seinem fünften Jahr in der Liga erfolglos auf einen fetten Vertrag gepocht hatte, ging der Running Back bei den Los Angeles Chargers wochenlang in den Streik.

Ließ erst das Training Camp sausen, dann auch die Preseason. Erst vor dem vierten Spieltag der Regular Season kehrte der First Rounder des Draft 2015 zurück, nachdem er sich im Machtkampf mit dem Team letztlich geschlagen geben musste. Weil Gordon schließlich doch noch für die Kalifornier auflief, war er in dieser Free Agency frei für andere Klubs.

Sieben Running Backs kassieren 2020 mehr als Gordon

So ergatterte der 26-Jährige bei den Denver Broncos nun einen gut dotierten Vertrag. 16 Millionen US-Dollar wandern in den kommenden beiden Jahren auf sein Konto. Laut "Spotrac" werden 2020 nur sieben Running Backs besser bezahlt als der zweimalige Pro Bowler.

Letztlich also doch alles richtig gemacht? So sieht das Gordon selbst mittlerweile nicht mehr. In einer Telefonkonferenz erklärte er nun, könnte er die Zeit zurückdrehen, "dann wäre ich wahrscheinlich zurückgekommen".

Zur Erinnerung: Laut "ESPN" soll Gordon im vergangenen Sommer ein Angebot über durchschnittlich zehn bis elf Millionen Dollar im Jahr erhalten haben. Dem Spieler war das aber augenscheinlich nicht genug.

Gordon denkt an sein Vermächtnis als Spieler

Denn als geldgeiler Profi will er nicht wahrgenommen werden: "Einfach wegen meines Vermächtnisses als Spieler und was ich einmal hinterlassen werde. Diese Spiele bekomme ich offensichtlich nie zurück."

Ihm sei auch bewusst geworden, dass sein Verhalten zwischenmenschliche Konsequenzen hatte: "Es war schon hart, aber ich hatte das Gefühl, einige Beziehungen zerstört zu haben." Dennoch habe er weiterhin versucht, alles für die Chargers zu geben. Sein Bestes.

 

Gordon fühlte bei Rückkehr "eine Art Spannung"

"Manchmal war es definitiv schwierig. Man fühlt so eine Art Spannung", erklärt Gordon. Dies sei der Fall gewesen, "doch ich habe einfach versucht, mit einem Lächeln zur Arbeit zu kommen, und das jeden Tag."

Gordon schien sich in gewisser Weise unerwünscht gefühlt zu haben. Es sei eine echte Herausforderung gewesen, die er jedoch gemeistert habe: "Ich kann das offensichtlich nicht ungeschehen machen. Was ich getan habe, ist passiert."

Gordon fühlt sich unterschätzt

Nun steht er besonders unter Beobachtung - nicht nur in Denver. Dem ist sich Gordon bewusst: "Ich hatte das Gefühl, dass viele Leute an meinem Talent gezweifelt haben. Während meines Streiks sagten sie: 'Er ist ein durchschnittlicher Running Back, er kann dies nicht, er kann das nicht.'"

Und in diesem Jahr? Da sei die nächste Stufe erreicht. "Die Leute denken so: 'Okay, er ist nicht der Running Back, der er mal war.', mutmaßt Gordon und geht direkt in Verteidigungsposition: "Niemand hält mir zugute, dass mir mein Center fehlte, mein Left Tackle, und dass viele Jungs verletzt waren und nicht immer spielen konnten."

Kritik als Antrieb für große Taten

Dies sei unfair, denn bei anderen Running Backs würde das eben schon mit in die Bewertung einfließen, wenn die eingespielten Linemen nicht zur Verfügung stünden. Gordon begibt sich also gewissermaßen direkt in die Opferrolle.

Zugleich will er daraus aber auch die Motivation für große Taten ziehen. "Ich nehme das an und werde es als Antrieb nutzen. Denn ich weiß, was für ein Spieler ich bin - und das möchte ich beweisen", betont Gordon und legt eine Kampfansage nach: "Das werde ich auch und dann werde ich allen zeigen, dass ich besser bin als der Durchschnitt."

Broncos boten offenbar nicht das finanziell beste Paket

Ganz besonders den Chargers. Denn laut NFL-Insider Ian Rapoport hat Gordon besser dotierte Vertragsangebote abgelehnt, um mit den Broncos zweimal im Jahr gegen den Division-Rivalen aus LA antreten zu können.

Da war das liebe Geld dann plötzlich doch nicht mehr so wichtig. Ganz im Gegensatz zum vergangenen Jahr.

 

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