Hat gut Lachen in der Free Agency: Dolphins Head Coach Brian Flores - Bildquelle: Getty ImagesHat gut Lachen in der Free Agency: Dolphins Head Coach Brian Flores © Getty Images

München/Miami - Es war der größte Cap Space aller Teams. Mit knapp 100 Millionen Dollar gingen die Miami Dolphins in die diesjährige Free Agency - und konnten damit mehrere Hochkaräter für sich gewinnen.

Vor seinem zweiten Jahr als Head Coach legte Brian Flores dabei großen Wert darauf, die größten Schwachstellen der vergangenen Saison mit neuem Personal zu besetzen und möglichst schnell den Umbruch in Florida einzuleiten.

Und dabei setzt der Coach auf einige bekannte Gesichter aus der Vergangenheit.

Cornerback-Position als neues Prunkstück?

Miami ist fortan die Heimat der beiden bestbezahlten Cornerbacks der NFL: Byron Jones und Xavien Howard unterschrieben für fünf Jahre und kassieren 82,5 Millionen und 76,5 Millionen Dollar.

Jones war einer der dicksten Fische auf dem Markt und dürfte die Passverteidigung deutlich verstärken. Die Dolphins setzen in der vergangenen Saison bereits in 61 Prozent der Defensive Plays auf Man Coverage (Platz vier in der Liga), hatten aber unter dem Strich zu wenig Ertrag.

Mit der Verpflichtung eines der effizientesten Mann-gegen-Mann-Verteidiger der Liga dürfte das Team deutlich nach vorne kommen.

Ein Manko, dass jedoch auch Jones mitbringt: Das Produzieren von Turnovern ist nicht gerade seine Paradedisziplin. In 79 Spielen in der NFL kommt er auf gerade einmal zwei Interceptions.

Das Team geht mit ihrem Star-Cornerback-Duo einen sehr teuren Weg und erhofft sich, dass durch einen dominanten Passverteidiger an beiden Seiten des Spielfelds die Gegner zu Fehlern gezwungen werden und sich folglich auch die Interception-Zahlen verbessern.

Grunderneuerung der Defensive Line

Auf die löchrige Defensive Line legte Head Coach Brian Flores in der Free Agency großen Wert. Dies war auch dringend nötig, denn mit lediglich 23 Sacks landete die Franchise in der vergangenen Saison auf dem letzten Platz, genauso wie beim Erzeugen von Druck auf den Quarterback (122 Mal). Auch in fast allen relevanten Kategorien in dieser Positionsgruppe lagen die Dolphins unter den zehn schlechtesten Teams.

Middle Linebacker Kyle Van Noy (vier Jahre, 51 Millionen Dollar), sowie die Defensive Ends Emmanuel Ogbah (zwei Jahre, 15 Millionen Dollar) und Shaq Lawson (drei Jahre, 30 Millionen Dollar) sollen der Front Seven dringend benötigte Erfahrung, ein Upgrade in der Laufverteidigung und mehr Verlässlichkeit im Pass Rush geben.

Linebacker Elandon Roberts, der auch als Fullback und in den Special Teams zum Einsatz kommen kann, sorgt zudem für mehr Tiefe auf besagten Positionen. Mit Kamu Grugier-Hill erhalten die Dolphins einen weiteren Linebacker, der die vergangenen beiden Jahre in 16 Spielen für die Philadelphia Eagles gestartet ist.

Obwohl gerade der Pass Rush deutlich verstärkt wurde, zählt keiner der genannten Spieler zur absoluten Elite der Liga. Hier wird besonders die Erfahrung von Coach Flores maßgeblich sein, um die Jagd auf den gegnerischen Quarterback im Kollektiv schwerer ausrechenbar und dadurch erfolgreicher zu machen.

Offensive Line erhält Upgrade

Und auch auf der anderen Seite des Feldes haben die Dolphins mit Offensive Guard Ereck Flowers einen neuen Starter gefunden. Einer Offensive Line, die im Pass Blocking den letzten Platz in der vergangenen Saison belegte, sollte Flowers mit seiner ausgewiesenen Stärke in dieser Kategorie einen gehörigen Schub geben.

Etwas unterschätzt wurde medial außerdem die Verpflichtung von Center Ted Karras (ein Jahr, vier Millionen Dollar). Als Ersatz des etatmäßigen Starters David Andrews kam Karras die gesamte vergangene Saison für die New England Patriots zum Einsatz und beweis seine Qualitäten als Starter.

Was ihm zusätzlich zu Gute kommen sollte: Karras kennt seinen neuen Coach Flores bereits gut aus der gemeinsamen Zeit bei den Patriots, was die Eingewöhnung erleichtern sollte. Gleiches gilt übrigens auch für die beiden Defense-Spieler Van Noy und Roberts.

Running Back Howard als Schnäppchen?

Den Großteil ihrer Neuzugänge entlohnte Miami fürstlich. Alles andere als überbezahlt ist neben Center Karras zudem Running Back Jordan Howard, der für zwei Jahre und moderate 9,75 Millionen Dollar unterschrieb. Besonders die Leistungsfähigkeit des 25-Jährigen sollte nicht unterschätzt werden.

Mit 4532 Scrimmage Yards seit 2016 rangiert Howard auf Platz acht unter den Running Backs. Seine insgesamt 32 Touchdowns in besagtem Zeitraum führen ihn auf Platz 11 auf seiner Position - ein Steal also in Anbetracht seiner erbrachten Leistungen.

Dolphins wollen den schnellen Turnaround

Trotz der zahlreichen Neuverpflichtungen konnten die Dolphins nicht über Nacht alle Lücken schließen und besitzen vor dem Draft (23. bis 25. April, live auf ProSieben MAXX und ran.de) weiterhin einige dringend aufzuwertende Positionen.

Durch einige Trades in der vergangenen Saison hat Miami aber allein drei Erstrunden- und zwei Zweitrundenpicks in diesem Jahr angehäuft und kann auf mehrere Spieler hoffen, die sofort Abhilfe leisten.

Die Verpflichtung eines Quarterbacks für die Zukunft zählt dabei zu den größten Needs und macht in Anbetracht der starken Klasse diesen Jahres Sinn. Nach der Verstärkung der Interior Offensive Line in der Free Agency wird dann auf den Tackle-Positionen nach Verstärkungen gesucht.

Darüber hinaus entstand nach der Entlassung von Safety Reshad Jones eine Lücke im Defensive Backfield. Und auch trotz der Verpflichtung von Running Back Howard ist die Verpflichtung eines weiteren Runners nicht unwahrscheinlich.

Auch nach den zahlreichen Neuverpflichtungen in der Free Agency lässt sich festhalten: Für eine Prognose über die Zukunft der Franchise ist es noch viel zu früh, denn die Arbeit für Flores und sein Team hat gerade erst begonnen.

Daniel Kugler

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