Muss den großen Umbruch bei den Minnesota Vikings bewältigen: Head Coach Mik... - Bildquelle: Getty ImagesMuss den großen Umbruch bei den Minnesota Vikings bewältigen: Head Coach Mike Zimmer © Getty Images

München/Minnesota - Mit einem Minus von knapp fünf Millionen Dollar an Cap Space für die Saison 2020 gingen die Minnesota Vikings als Schlusslicht der Liga aus der vergangenen Saison. Somit war von vorn herein klar, dass die Franchise sich von einer ganzen Reihe an Spielern trennen müssen, die lange Zeit zum Kern des Teams gezählt haben.

Die Vikings entledigten sich folglich teurer Routiniers und nahmen einige ihrer eigenen Free Agents nicht wieder unter Vertrag.

Kompletter Reboot der Defense

Durch die Abgänge von Defensive End Everson Griffen, Defensive Tackle Linval Joseph, den Cornerbacks Trae Waynes, Mackensie Alexander und Xavier Rhodes sowie Strong Safety Andrew Sendejo und Safety Jayron Kearse wird die Defense in der kommenden Saison ein komplett neues Gesicht erhalten.

Doch nicht nur auf dem Feld kommt es zu Veränderungen in der Defensive. Sowohl Defensive Coordinator George Edwards, als auch Defensive Backs Coach Jerry Gray mussten ihren Hut nehmen.

Gerade in der wichtigsten Phase der Saison war es häufiger die Defensive Line, die sich nicht gegen das gegnerische Laufspiel behaupten konnte. Während der gesamten Saison kam es zu einer Vielzahl an Fehlern in der Deckung, die in zahlreichen Big Plays der Gegner mündeten.

Und dies zeigt sich auch in den Zahlen. "ProFootballFocus" rankte etwa keinen der Starting Cornerbacks besser als Platz 46 im ligaweiten Vergleich.

Der neue Coaching Staff soll nun mit frischem Personal einen komplett neuen Ansatz finden.

Überraschende Änderungen in der Offense

Doch auch an der anderen Seite des Spielfeldes unternahmen die Wikinger einige überraschende Schritte. Zunächst entließen sie mit Right Guard Josh Kline ihren besten Interior Lineman des vergangenen Jahres, nachdem dieser eine Gehaltskürzung abgelehnt hatte.

Der Leistungsverlust in Anbetracht der geringen Einsparung im Fall der Kürzung von zwei Millionen Dollar darf zumindest hinterfragt werden. Es dürfte schwierig werden, einen adäquaten Ersatz zu finden.

Aber die Bombe platzte mit der Entscheidung, Wide Receiver Stefon Diggs zu traden. Der 26-Jährige war im vergangenen Jahr einer der besten Wide Receiver in der Liga und der produktivste im Roster der Vikings. Und sein Vertrag lag weit unter dem Marktwert.

Ein offensichtlich unzufriedener Spieler mit vier verbleibenden Vertragsjahren wurde für den 22., 155. und 201. Pick im kommenden Draft sowie einem Viertrundenpick im nächsten Jahr an die Buffalo Bills abgegeben. Im Gegenzug wandert ein Siebtrundenpick nach Buffalo.

Sparen ist angesagt in Minnesota

Neben dem großen Aderlass war wenig Budget für Verstärkungen verfügbar. Folglich wurden einige günstige Backups gehalten und preiswerte Free Agents akquiriert.

Wide Receiver Tajae Sharpe, Outside Linebacker DeMarquis Gates, Defensive End Anthony Zettel, Center Brett Jones, Tackle Rashod Hill und Guard Dakota Dozier zählen zu den Verpflichtungen der Offseason. All diese Spieler wurden für eine Million Dollar oder weniger bei Verträgen mit einer Laufzeit von einem Jahr verpflichtet.

Der Plan dahinter: Man will sich in Minnesota Optionen erhalten, falls sich kommende Draft-Picks nicht wie geplant entwickeln und die Konkurrenz zu erhöhen.

Denn der Draft (live auf ProSieben MAXX und ran.de) wird richtungsweisend für die Franchise sein.

Alle Hoffnungen auf dem Draft

Angesichts des auch weiterhin engen Cap und der schmerzlichen Abgänge auf mehreren entscheidenden Positionen, ruhen die Hoffnungen nun komplett auf Verstärkungen vom College. Durch den Diggs-Trade verfügt die Franchise über weitere Picks, steht nun aber unter gehörigem Druck, die zahlreichen Baustellen zu schließen.

Die Defense befindet sich inmitten eines Neustarts und Minnesota wird in diesem Jahr einige seiner Draft Picks in der Hoffnung verwenden müssen, einen neuen Nummer-eins-Cornerback in der ersten oder zweiten Runde zu finden. Auf dieser Position hat das Team alle seine Starter verloren.

Zudem muss ein Defensive End gefunden werden, der Griffen nach zehn Jahre bei den Vikings ersetzen kann.

Hoher Druck auf Front Office

Und auch in der Offense wird nach Verstärkungen gesucht. Minnesotas Offensive Line hat sich zwar in der vergangenen Saison bereits verbessert. Um die entstandene Lücke nach dem Abgang von Guard Kline zu füllen, wird wohl ein weiterer O-Liner verpflichtet werden. Und hinter der Zukunft von Left Tackle Riley Reiff steht ebenfalls noch ein Fragezeichen.

Einige Namen, die gut zu Minnesota passen würden, sind Josh Jones, Austin Jackson oder Tristan Wirfs, wobei Letzterer wohl schon früher vom Board sein sollte.

In einer Saison, in dem die Talentschau wegen des Coronavirus ohnehin deutlich erschwert wurde, geht die Franchise ein sehr hohes Risiko ein. Zumindest mit dem Draften von Cornerbacks (vier Erstrundenpicks seit 2013) kennt sich General Manager Rick Spielman aber bestens aus.

Daniel Kugler

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