Voll fokussiert: Mitch Trubisky. - Bildquelle: imago images / Icon SMIVoll fokussiert: Mitch Trubisky. © imago images / Icon SMI

München/Chicago – Einen kleinen Vorgeschmack bekam Mitch Trubisky bereits. Süffig und mild.

Auch wenn es nur ein schnell und in einem Zug leer getrunkenes Bier war – der Quarterback der Chicago Bears gab sich keine Blöße (ganz im Gegensatz zu Aaron Rodgers).

Die Bier-Challenge als "Sommerloch-Füller" in der Offseason hat natürlich rein gar nichts mit der neuen Saison zu tun, doch sie steht ein bisschen stellvertretend für das neue Selbstvertrauen, das neue Selbstverständnis des Signal Callers, das bereits 2018 unter dem neuen Head Coach Matt Nagy gewachsen ist.

From Worst to First

From Worst to First: Trubisky war ein wichtiges Puzzlestück in der Wandlung vom schlechtesten Team der NFC North zum Divisiontitel. 3223 Yards, 24 Touchdowns und zwölf Interceptions gelangen ihm, dazu 421 Rushing Yards plus drei Touchdowns. 

Mit seinem Quarterback-Rating von 95,4 lag er auf Platz 17 – ausbaufähig also, auch wenn man sein zweites Jahr als Erfolg bezeichnen kann.

Hat ein Rookie Fuß gefasst, spricht man gemeinhin vom "nächsten Schritt", vom Prozess, der weitergeführt wird, die Entwicklung, bei der die nächste Stufe gezündet wird.

Trubisky ist genau in dieser Phase seiner Karriere. Er ist in der NFL angekommen, hat vor seinem dritten Jahr aber noch viel Luft nach oben. Er muss seinen Status als Franchise-Quarterback, als Leistungsträger und feste Größe untermauern, die gestiegenen Erwartungen aber ebenso erfüllen wie die Hoffnungen in ihn bedienen.

Für viele Experten gehören die Bears zum engeren Super-Bowl-Favoritenkreis, denn 2019 ist das zweite Jahr mit Nagy, mit der Offense, die Trubisky im vergangenen Jahr lernte und nun perfektionieren soll.

Der 24-Jährige lächelt viel während der Vorbereitung, ist optimistisch, enthusiastisch und voll fokussiert. Er spürt, da kann Großes heranwachsen. Ein positives Gefühl, das trägt und das Frühjahr prägt. Es war ja auch mal anders, nach dem Draft 2017, als es die Zweifler und Kritiker gab. 

Doch das ist vergessen.

"Er macht im Moment einen wundervollen Job"

Trubisky arbeitet sich in die Tiefe des Playbooks ein, in viele Details, mit feinen Veränderungen in den Plays, mit wichtigen Korrekturen. Viele Dinge kommen bei ihm auch von alleine, wirken natürlich, sind nicht direkt vorgegeben. "Hoffentlich wird man das alles in ein paar Monaten im Spiel sehen können", sagt Nagy: "Er macht im Moment einen wundervollen Job."

Der Vorteil, wenn er die Offense komplett verinnerlicht hat: Er kann Veränderungen vornehmen, noch kurz vor dem Snap, je nachdem, was die generische Defense macht. Er kann sie lesen, weil er blind weiß, was er mit dem Ball machen soll. Antizipieren nennt man das. 

Das eröffnet den Bears neue Möglichkeiten, neue Variationen. Und Trubisky wiederum, seine Offense zu führen, dafür zu sorgen, dass ihm seine Mitspieler blind vertrauen.

Weil sie wissen und spüren, dass er weiß, was er tut. 

Receiver Taylor Gabriel registriert sogar "drastische Veränderungen. Er ist selbstsicher". Kein Abtasten, kein Ausprobieren, sondern klare Aktionen.

"Wir werden immer besser. Ich fühle, dass wir uns sehr gut gemacht haben. Ich habe mein Spiel verbessert. Wir müssen uns nur immer weiter verbessern", sagte Trubisky. Einziger Wermutstropfen ist die immer noch peinliche Suche nach einem Kicker.

Trotzdem: Er spricht viel von Vertrauen. Vertrauen in den Head Coach, in die Offense, in die Mitspieler. "Und dass sie an mich glauben, gibt mir das meiste Vertrauen", so Trubisky.

Auch das ist erst einmal "nur" ein Vorgeschmack. Süffig ist er trotzdem.

Andreas Reiners

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