Mitch Trubisky weiß, wie sich Daniel Jones fühlt. - Bildquelle: 2019 Getty ImagesMitch Trubisky weiß, wie sich Daniel Jones fühlt. © 2019 Getty Images

München – Normalerweise sollte es so sein: Ein Talent wird beim Draft sehr früh ausgewählt. An zweiter, dritter oder sechster Stelle. Die Reaktion rund um die Franchise: Freude, positive Erwartungen, Optimismus. In einigen Fällen gibt es reichlich Vorschusslorbeeren.

Es gibt auch die andere Seite: Skepsis, Zweifel, Zurückweisung, Kritik an den Verantwortlichen.

Bei allem Verständnis für die Analysen eines Picks: Die Frage, wie das betroffene Talent, das frisch vom College kommt, damit umgeht, stellen nur wenige. 

Die harte Schule

Daniel Jones macht seit der ersten Runde des Draft die harte Schule des Profisports mit. Hohn und Spott gab es für den Nummer-sechs-Pick der New York Giants reichlich. Viele hinterfragten den Sinn hinter dem Pick, stellten die Frage, ob Jones der Richtige sei, um mittelfristig Legende Eli Manning ersetzen zu können. Auch General Manager Dave Gettleman bekam sein Fett weg.

Der Frust der Fans geht so weit, dass sie (gut gemeinte) Tweets der Giants durch den Kakao ziehen. Wie das kurze "Image-Viodeo" von Jones aus dem Minicamp.

Mitch Trubisky hat es ähnlich erlebt. Auch er musste sich gegen Zweifler und Nörgler wehren, die gegen ihn schossen, nachdem er 2017 an Nummer zwei von den Chicago Bears ausgewählt wurde.

"Blende alles von außerhalb aus", rät Trubisky seinem Quarterback-Kollegen: "Die Medien, Twitter, alle diejenigen, die rumhaten und sagen, dass man es nicht verdiene. Wenn du auf dem Trainingsgelände bist, geht es nur noch um Football."

Einfacher gesagt alles getan, denn Trubisky weiß selbst, dass es anfangs unangenehm sein kann. Schließlich geht für die College-Jungs gerade ein Traum in Erfüllung. "Und plötzlich fühlst du dich, als seist du nicht akzeptiert. Und dann kommt noch der Druck durch den Pick selbst hinzu. Für den Jungen ist das nicht fair."

Andere Ratschläge sind nur logisch: Den Respekt der Teamkollegen verdienen, den Hintern abarbeiten, zeigen, dass man alles dafür tut, dass das Team gewinnt. "Ich kenne ihn ein bisschen, ich denke, er ist bereit für die Herausforderung. Sobald du gewinnst, ziehst du die Fans auf deine Seite."

Bestmögliche Vorbereitung

Einen Vorteil hat der Shitstorm: Jones ist jetzt schon bestmöglich darauf vorbereitet, was noch alles kommen kann. Er lernt frühzeitig, die Stimmung bei den Fans zu fühlen, wie er mit den kritischen Giants-Anhängern umgehen muss. Auch der generelle Druck bei der Franchise in New York, auf seiner Position, ist nicht ohne. "Das gehört alles zum Lernprozess", so Trubisky.

 

Gleichzeitig entwickelt man eine gewisse Wut, den Drang, es allen beweisen zu wollen. "Ich versuche immer noch, den Leuten zu zeigen, dass sie falsch liegen." Das ist ihm 2018 gut gelungen: Da führte Trubisky die Bears erstmals seit 2010 wieder in die Playoffs. Für Jones ist das noch ein weiter Weg.

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