Mitchell Trubisky enttäuschte zum Saisonauftakt - Bildquelle: Getty/ran.deMitchell Trubisky enttäuschte zum Saisonauftakt © Getty/ran.de

München/Chicago - Bei den meisten Franchise-Quarterbacks gab es eine Saison, in der sie den Sprung vom jungen, aber fehlerhaften Hoffnungsträger zum unangefochtenen Star schafften. Aktuellstes Beispiel ist Jared Goff. Der Rams-Quarterback spielte schon 2017 eine gute Spielzeit - 2018 etablierte er sich in der zweiten Saison unter Head Coach McVay aber endgültig als Franchise-Quarterback und führte Los Angeles in den Super Bowl.

 

In dieser Saison wurde Mitchell Trubisky von vielen Experten dieser Sprung zugetraut. Beim Wettanbieter "Ceasars Palace" wurde auf keinen Spieler häufiger gewettet, wenn es darum ging, welcher NFL-Profi den MVP-Award gewinnt. Das liegt sicher auch an der hohen Wettquote, zeigt aber auch, dass die Fans dem Bears-Quarterback viel zugetraut haben. Schließlich lieferte Trubisky 2018 eine solide Leistung und im zweiten Jahr unter Matt Nagy sollte der Quarterback noch besser mit der Offense vertraut sein.

Williams mit Spitze gegen Trubisky

Was Trubisky bei der 3:10-Niederlage gegen die Green Bay Packers zum Saisonauftakt anbot, war dagegen ernüchternd. Er brachte 26 von 45 Pässen an den Mann, erzielte damit nur 228 Yards Raumgewinn und warf im vierten Viertel die Interception, die Chicagos letzte Comeback-Hoffnungen begrub. "Wir wussten, wenn wir Trubisky dazu zwingen können, wirklich Quarterback zu spielen, dann haben wir eine Chance zu gewinnen", sagte Packers-Cornerback Tramon Williams nach dem Spiel bei "ESPN". Ein vernichtendes Statement.

 

Trubiskys Spiel zeigte einige Symptome, die ihn schon seit seiner Rookie-Saison plagen. Schlechte Wurf-Mechanik, Ungenauigkeit bei seinen Pässen und Entscheidungen mit dem Football, die für Kopfschütteln sorgen. "Ich habe definitiv viele Plays liegen lassen", gab Trubisky zu. Er betonte allerdings auch, dass die ganze Bears-Offense keinen Rhythmus finden konnte. "Ich finde, ich habe ein paar gute Entscheidungen getroffen, aber ich selbst und die Offense als Ganzes waren einfach zu schlampig", so Trubisky weiter.

Head Coach Nagy nimmt Trubisky in Schutz

Die schwache Punkteausbeute nur am 25-Jährigen festzumachen, wäre nicht fair. Die Bears kamen im ganzen Spiel nur auf 46 Rushing Yards und erzielten pro Lauf nur 3,1 Yards - viel zu wenig. Insgesamt erwischte die Offensive Line nicht ihren besten Tag und ließ fünf Sacks zu. 

Auch Bears-Head-Coach Matt Nagy nahm seinen Quarterback in Schutz und lud die Schuld auf sich: "Ich habe ihm keinen Gefallen getan. Ich muss ihm mehr helfen und wir müssen das Laufspiel besser in Gang bringen", sagte Nagy nach dem Spiel.

 

Dennoch: Wenn die Bears sich wirklich als ernsthafter Super-Bowl-Kandidat etablieren wollen, muss Trubisky sich deutlich steigern. Chicagos Defense zeigte nämlich schon im ersten Spiel, dass sie gut genug für einen langen Playoff-Run ist. Gegen Aaron Rodgers und Co. nur zehn Punkte zuzulassen, ist eine starke Leistung - gerade, wenn die Offense kaum für Entlastung sorgt. Fünfmal drang der Pass Rush zum Packers-Quarterback durch und brachte ihn zu Boden. In den meisten NFL-Spielen hätte diese Leistung wohl für einen Sieg gereicht. 

Vic Fangio wartet schon

Vielleicht musste Trubisky im ersten Spiel der Saison noch Rost abschütteln - vielleicht ist die Packers-Defense auch einfach bärenstark. Der ehemalige Nummer-2-Pick hat noch jede Menge Zeit, den hohen Erwartungen gerecht zu werden. Doch dann sollte er sich schnell steigern. Die NFC North ist eine der ausgeglichensten Divisions der NFL.

Die Packers und die Vikings machen sich ebenfalls Hoffnungen auf die Playoffs, selbst den Lions werden Außenseiterchancen eingeräumt. In Week 2 müssen die Bears zu den Denver Broncos mit ihrem Head Coach Vic Fangio - jener Mann, der in der letzten Saison noch die Bears-Defense koordinierte. Kaum ein gegnerischer Coach dürfte Trubiskys Spiel besser kennen.

Das Auftaktspiel hat nicht immer Aussagekraft für den Rest der Saison. Doch Mitchell Trubisky muss erst noch beweisen, dass er ein echter Franchise-Quarterback ist. Aktuell ist er der größte Risiko-Faktor für die Super-Bowl-Hoffnungen der Bears.

Julian Huter 

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