Montez Sweat zählt zu den besten Pass Rushern im Draft. - Bildquelle: Getty ImagesMontez Sweat zählt zu den besten Pass Rushern im Draft. © Getty Images

München / Indianapolis - Mit einer Zeit von 4,41 Sekunden beim 40-Yard-Dash im Rahmen des Scouting Combine stellte Montez Sweat einen Rekord in der Klasse der Defensive Lineman auf. 

Schneller als er war seit 2003 kein Athlet auf seiner Position. Damit übertraf er die Bestmarke von Manny Lawson (2006) und Isaac Hilton (2004), die jeweils 4,44 Sekunden erreichten. 

Positionsübergreifend erlief Sweat die neuntschnellste Zeit über 40 Yards beim diesjährigen Combine. Seine Bewegungsabläufe und die Fähigkeit, blitzschnelle Richtungswechsel durchführen zu können, erinnern an das Skillset eines Wide Receivers.

Sweat überzeugt in allen Drills 

Doch nicht nur in der einen Disziplin wusste der Defensive End am Sonntag zu überzeugen und bewies seine Allroundfähigkeiten. 

Den 3-Cone-Drill bewältigte Sweat in starken 7,00 Sekunden am drittschnellsten und landete auch beim 20-Yard-Shuttle mit 4,29 Sekunden weit vorne (Bestwert 4,11).

Mit 36,0 Inches erzielte er beim Vertical Jump den sechstbesten Wert aller Defensive Ends und wurde mit 125 Inches Viert-platzierter beim Broad Jump. 

Einzig beim Bankdrücken rutschte der 22-Jährige mit 21 Wiederholungen und Platz zwölf aus den Top 10 auf seiner Position (Topwert 31).

Der Weg zum Combine war allerdings ein langer und beschwerlicher.

Suspendierung und Rauswurf an Michigan State

Als Freshman an der Michigan State University wurde der damals 17-Jährige in der 2015er-Saison nach nur einer Partie wegen einer Verletzung der Mannschaftsregeln zunächst auf unbestimmte Zeit suspendiert. Zu den genauen Umständen wurden keine Aussagen gemacht. 

In der Folge sollte Sweat in Michigan kein Bein mehr auf den Boden bekommen und stand in seinem zweiten Jahr in keinem einzigen Spiel auf dem Platz. Im April 2016 erfolgte folgerichtig die Trennung. Der Pass Rusher verließ das Team, offiziell aus persönlichen Gründen. 

Mit ihm musste auch Defensive Tackle Craig Evans die Michigan State verlassen. In einem Interview mit dem Radiosoender "WKAR" erklärte Evans im Frühjahr 2018 seine Version der Gründe hinter der Entlassung der beiden in Michigan: "Ich und Tez (Montez Sweat, Anm. d. Red.) blieben aufgrund der Situation um Marihuana hinter den Erwartungen zurück."

Sweat indes bestreitet, dass Verstöße gegen die Drogenrichtlinien der Universität der wahre Grund für seinen Rauswurf gewesen seien und beharrt auch im Rahmen des Combine auf seine Sicht der Dinge.

 

Wechsel nach Mississippi rettet seine Karriere 

Nach einem Übergangsjahr am Copiah-Lincoln Community College in Mississippi wechselte Sweat 2017 an die Mississippi State University, wo er seiner Karriere neues Leben einhauchen sollte. Für die Bulldogs verzeichnete er im ersten Jahr 48 Tackles und 10,5 Sacks in 13 Spielen (Quelle: "Sports Reference").

In der abgelaufenen Saison konnte er die Werte vom Vorjahr sogar übertreffen und spielte sich mit 53 Tackles und 12 Sacks in 13 Spielen zurück auf die Notizzettel der NFL-Scouts.

Sweat ist ein physisches Beast. Bei 1,98 Meter bringt er knapp 111 kg auf die Waage. Trotzdem ist er für seine Körpergröße und sein Gewicht extrem agil und wendig. Seine enorme Armspannweite und seine großen Hände erleichtern ihm zusätzlich das Tackeln und die Jagd auf Quarterbacks.  

Spielertyp wie Minnesotas Hunter

Im Rahmen des Combine sprach Sweat über seinen schwierigen Start am College und seine Bemühungen, die durchaus berechtigten Zweifel an seiner Einstellung und emotionalen Reife auszuräumen.

"In meiner Zeit an der Michigan State war ich definitiv sehr unreif und infantil. Ich wurde entlassen, aber dadurch bin ich gewachsen. Darauf will ich weiter aufbauen und den Teams zeigen, dass ich erwachsen geworden bin", erklärte der 22-Jährige den Medienvertretern am Samstag.

Aufgrund seiner physischen Voraussetzungen wird Sweat mit Defensive End Danielle Hunter von den Minnesota Vikings verglichen.

Kann er die Bedenken der Franchise zu seiner Persönlichkeit zerstreuen, zählt er nicht zuletzt durch seine starke Performance beim Combine zu den vielversprechendsten Pass Rushern im kommenden Draft und kann sich berechtigte Hoffnungen machen, in der ersten Runde, womöglich bereits in den Top 10, gepickt zu werden.

Daniel Kugler

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