College-Stars wie Jalen Hurts von Alabama könnten schon bald problemlos ihre... - Bildquelle: ImagoCollege-Stars wie Jalen Hurts von Alabama könnten schon bald problemlos ihre Universität wechseln © Imago

München – In der NFL sind Teamwechsel gang und gäbe. Am College hingegen waren Spielerwechsel bislang eine absolute Seltenheit. Und das nicht nur, weil College-Sport eine Herzensangelegenheit ist und die Spieler ohnehin kein Geld verdienen. Das Regelwerk der National Collegiate Athletic Association (NCAA) machte einen Wechsel der Universität einfach sehr schwierig.

Bislang galt die Regelung, dass die Athleten ihren Trainer und das College um Erlaubnis bitten mussten, wenn sie von anderen Schulen kontaktiert werden wollten. Wurde die Erlaubnis verweigert, durfte der Athlet kein Stipendium einer anderen Universität annehmen und dort Football spielen. Dadurch konnte die hoffnungsvolle Karriere eines Spielers, der zum Beispiel nach einem Trainerwechsel nur noch wenig Einsatzzeit bekommt, ganz schnell in der Sackgasse enden.

Das ist nun Vergangenheit. Die NCAA hat im Juni ein sogenanntes Notification-of-Transfer-Modell ins Leben gerufen. Somit haben nun die Spieler die Macht, selber über ihre Zukunft zu bestimmen.

Innerhalb von zwei Tagen auf der Transferliste

Die neue Regelung besagt: Wenn Spieler sein College über einen Wechselwunsch informiert, muss die Universität den Spieler innerhalb von zwei Tagen in der "national transfer database" eintragen – ob das dem Trainer nun gefällt oder nicht. Sobald ein Spieler in der Datenbank eingetragen wurde, kann er von jedem College kontaktiert und zum Beispiel ein Stipendienangebot erhalten.

Diese Regelung gilt für alle Sportarten der Division 1 in der NCAA, dürfte aber vor allem im publikumswirksamen American Football und Basketball vielfach Anwendung finden. "Die neue Regelung wird den Transferprozess transparenter und den College-Athleten mehr Einfluss und Flexibilität bezüglich ihrer Zukunft geben", sagt Justin Sell, der Vorsitzende der Abteilung Transfergruppe und Leichtathletikdirektor von South Dakota State.

Allerdings gibt die NCAA jeder Conference die Möglichkeit, die Transfer-Regelung noch einmal leicht anzupassen. Wie genau diese Anpassungen aussehen werden, bleibt abzuwarten. Zum Beispiel könnte bestimmt werden, dass keine Wechsel innerhalb der eigenen Conference möglich sind.  

Regelung gilt ab Oktober

Die Regelung gilt ohnehin nicht ab sofort, sondern erst ab dem 15. Oktober. Möglicherweise wurde der Zeitpunkt gewählt, damit nicht sofort unzählige Wechsel stattfinden. Mitte Oktober haben die Spielzeiten im American Football bereits begonnen. Das verringert die Gefahr, dass zum Beispiel jeder Quarterback, der überraschend zum Backup degradiert wurde, schnell noch das College wechselt. Schließlich ist es heikel, während der Saison einen neuen Spielmacher zu holen, der sich erst noch mit dem Playbook vertraut machen muss.  

Spieler setzen Stipendium auf Spiel

Ob dann ab der kommenden Saison im College-Sport der Wechsel-Wahnsinn ausbricht, weil jeder Spieler, der mit seiner Situation nicht ganz zufrieden ist, sich sofort auf die Transferliste setzen lässt? Das könnte zwar passieren, ist aber nicht wahrscheinlich. Denn auch der Spieler geht ein Risiko ein, wenn er sich in der "national transfer database" eintragen lässt.

Die Regelung besagt nämlich auch: Sobald der Sportler seinen Wechselwunsch öffentlich gemacht hat, darf auch die Universität den Stipendienplatz des betreffenden Athleten zum Ende des akademischen Jahres neu vergeben.

Noah Knight von NCAA erklärt diese Regelung folgenermaßen: "Es ist einfach fair gegenüber den Teamkollegen, den Trainern und der gesamten Teamdynamik, dass die College-Sportler sich bei Unzufriedenheit nicht einfach auf die Transferliste setzen lassen und nach anderen Möglichkeiten suchen können und dann einfach wieder zurückkehren, wenn sie nichts Besseres gefunden haben."

Im schlimmsten Fall findet der Sportler also kein neues College und ist zudem sein Stipendium an der alten Universität los. Daher werden sich wohl vorwiegend Athleten in die Transfer-Datenbank eintragen lassen, die ein hohes Standing haben und daher sofort neue Angebote erhalten werden.

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