Geht ein Spieler mit dem Helm voraus in den Gegenspieler, wie hier der New Y... - Bildquelle: ImagoGeht ein Spieler mit dem Helm voraus in den Gegenspieler, wie hier der New York Jets Linebacker Frankie Luvu, gibt es dafür eine Strafe. © Imago

München - Regeländerungen werden oft heiß diskutiert. Selten allerdings kochen die Emotionen dabei so über wie bei der Helmet-Hit-Regel. Seit dieser Saison ist es nämlich verboten, den Kopf zu senken und mit dem Helm voraus den Kontakt zum Gegner zu suchen. Das Problem: Genau dieser Vorgang zählte für fast alle NFL-Profis bislang zur Grundtechnik ihres Spiels.  

Auch die Schiedsrichter stehen vor einer Herausforderung. Sie müssen nun plötzlich innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde erkennen, ob der Spieler mit dem Helm in den Gegenspieler ging oder nicht. Das führte in der Preaseason zu vielen diskussionswürdigen Flaggen.

Mike Zimmer, Head Coach der Minnesota Vikings, sagte nach dem Preseason-Game gegen die Jacksonville Jaguars, in dem es ebenfalls einige fragwürdige Helmet-Entscheidungen gab: "Ich denke, diese Regel wird einigen Leuten einige Jobs kosten. Jobs und Playoffs, schätze ich."

Richard Sherman: Die Regel ist idiotisch

Auch Richard Sherman, Cornerback der San Francisco 49ers, äußerte sich bei Twitter sehr kritisch über die Helm-Regel: "Selbst wenn man einen Tackle perfekt ausführt, wird der Körper vom Kopf geführt. Die Regel ist idiotisch und sollte sofort abgeschafft werden." Ansonsten würde American Football nämlich bald "Flag Football" sein, merkte der Defense-Spieler in Anlehnung auf die vielen Strafen an.

Etwas positiver äußerte sich Vikings-Linebacker Antwione Williams, obwohl er sich bereits selber eine Strafe eingehandelt hatte: "Wir werden uns an die Regeln gewöhnen. Es ist alles noch neu. Du hast so lange gespielt. Sie versuchen, die Liga sicherer zu machen, also versuchen wir uns, daran zu gewöhnen. Das ist ein Lernprozess für alle."

Die verschiedenen Aussagen beweisen allerdings auch, dass die Helm-Regel die Liga spaltet. Viel Diskussionsstoff während der regulären Saison ist also vorprogrammiert. Dies hat die Verantwortlichen der NFL laut NBC Sports nun dazu veranlasst, sich am Mittwoch, also zwei Wochen vor dem Saisonstart, noch einmal zusammenzusetzen und über die bisherigen Erfahrungen mit der Helmet-Hit-Regel zu diskutieren.

Wie könnte eine Regelanpassung aussehen?

Laut Medienberichten wird erwartet, dass die Teilnehmer der Diskussionsrunde über Regelanpassungen nachdenken. Doch wie könnten diese aussehen?

Eine Option wäre, dass Spieler nur dann bestraft werden, wenn sie mit der Helmspitze den Kontakt zum Gegenspieler suchen. Bislang gilt die Regel nämlich für alle Teile des Helms – ob nun oben, seitlich oder unten. Das Problem ist, dass dadurch auch unabsichtliche Helmkontakte eine Strafe mit sich ziehen können.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Replay-Reviews zur Verfügung zu stellen, um Fehler der Schiedsrichter zu vermeiden. In Echtzeit ist es nämlich teilweise kaum zu erkennen, ob der Spieler mit dem Helm voran in den Zweikampf ging oder nicht.

Oder sollte auch die Intensität des Helmkontaktes in die Beurteilung mit einbezogen werden? Ganz nach dem Motto: Hat er seinen Helm als Waffe benutzt oder nicht? Dies wäre allerdings Auslegungssache und könnte für noch mehr Diskussionsstoff sorgen.

Ganz egal, was bei der Sitzung am Mittwoch auch herauskommen wird: Die Helmregel dürfte die NFL noch lange beschäftigen.

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