Immer eine Gefahr: Running Back James White (mi) - Bildquelle: ImagoImmer eine Gefahr: Running Back James White (mi) © Imago

München/East Rutherford - Am 2. Spieltag der NFL Saison reisen die New England Patriots den kurzen Weg von Boston nach New Jersey zu den New York Jets. ran.de übertragt das Spiel LIVE ab 19 Uhr im Stream.

Nachdem beide Teams in Woche eins eine Niederlage einstecken mussten, ist der Druck schon ein bisschen höher.

ran blickt auf das Duell beider Teams.

Die wichtigsten Personalien und Stories

Zach Wilson ist am Steuer - doch wo bleibt die Crew?

Die Fans der New York Jets bekamen im vergangenen NFL Draft neue Hoffnung und diese hatte einen Namen: Zach Wilson. Der Quarterback der Universität BYU verzauberte die Fans mit seinem starken Arm und seiner Mobilität. Bei seinem Debüt enttäuschte Wilson nicht, war aber auch kein Heilsbringer (54 Prozent angekommene Bälle, zwei Touchdowns, eine Interception).

Nachdem das Experiment mit Sam Darnold gescheitert war, wurde die Offensive der Jets runderneuert. Aus Tennessee wurde Corey Davis als Receiver geholt, damit nun endlich eine neue Anspielstation verfügbar ist. Davis fing in Woche eins gegen die Panthers (14:19) auch gleich zwei Touchdowns.

Doch nur mit einem guten Receiver geht es dann auch nicht, denn zaubern kann der junge Wilson nicht: Weder das Laufspiel noch die damit zusammenhängende Offensive Line konnten überzeugen. Die Running Backs der Jets holten nur 45 Yards Raumgewinn über den Boden.

Enttäuscht hat vor allem Elijah Vera-Tucker, den die Jets neben Zach Wilson mit ihrem zweiten Erstrundenpick holten. Beleg dafür: Zach Wilson ist der erst vierte Quarterback seit 1970, der bei seinem Debüt als Rookie sechs Mal gesacked wurde. Das "schafften" bisher nur Peyton Manning, Deshone Kizer und Derek Carr.

 

Nicht hilfreich, dass Erstrundenpick 2020, Mekhi Becton, verletzungsbedingt ausfällt. Der durch Free-Agency-Geld stark gemachte Passrush der New England Patriots mit Matt Judon, Kyle van Noy und Chase Winovich gegen die angeschlagene Offensive Line der Jets ist ein Mismatch.

"Mac Attack" überzeugt beim Debüt mit Leistung und Demut

Auch bei den Patriots steht ein Rookie bei diesem Duell under Center. Mac Jones, 13 Stellen später als Zach Wilson im Draft ausgewählt, erhielt in seinem ersten Spiel viel Lob von allen Seiten - doch das hätte er lieber gegen einen Sieg in seinem ersten Spiel getauscht.

 

Die Leistung von Jones was so gut, dass er einen Allzeit-Rekord aufstellte: 74 Prozent angekommene Pässe wie die von Jones schaffte noch nie ein Rookie-Quarterback. Dazu kommen 281 Yards, ein Touchdown und kein Turnover.

Dass die Patriots den Miami Dolphins am Ende trotzdem mit 16:17 unterlagen, lag nicht am jungen Signal Caller, der nach seinem ersten NFL Touchdown Pass auf Nelson Agholor den Spielball zurückgab, was bei Fans und Experten wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde, sondern daran, dass die Running Backs den Ball nicht festhielten, wenn es darauf ankam.

Sowohl Rhamondre Stevenson als auch Damien Harris fumbleten je einmal während vielversprechender Drives. Dass die Patriots trotzdem nur mit einem Punkt unterlagen, machte im Raum New England den meisten Hoffnung und überwog der Enttäuschung über die Niederlage.

Die einzigen wirklichen Sorgenfalten auf der Stirn der Patriots-Fans dürfte die Redzone-Effizienz sein. Bei nur einem von vier Ausflügen innerhalb der 20-Yard-Linie der Dolphins gab es einen Touchdown, dazu zwei Field Goals und ein Fumble. Zu wenig, um gegen eine gute Defense wie die der "Fins" zu gewinnen.

Doch genau die haben die Jets nicht. Der größte Name der Defense der New Yorker ist Defensive Tackle Sheldon Rankins, der es aber mit einer der besten Offensive Lines der Liga zu tun bekommt. Aus Jets-Sicht wird wichtig sein, den Lauf zu stoppen, den die Patriots gegen die Dolphins zu genüge versucht haben, meistens erfolgreich - wenn sie den Ball denn festgehalten haben.

Ways to win für die Jets: Explosivität und situativ gute Defense

Wenn die Jets ihren ersten Sieg der noch jungen Saison einfahren wollen, dann muss zwangsläufig Quarterback Zach Wilson mit seinem hervorragenden Talent diese Partie gewinnen. Denn auf das Laufspiel oder seine Defense kann sich der 22-Jährige beim besten Willen nicht verlassen.

Und wohl auch nicht auf Corey Davis, denn Patriots Head Coach und Playcaller der Defense, Bill Belichick, ist ein Meister darin, die gefährlichste Waffe des Gegners systematisch auszuschalten. Als Beispiel: Dolphins Tight End Mike Gesicki, der zu den Besten der Liga auf seiner Position zählt, hatte keinen Catch im Spiel der vergangenen Woche. 

Wilson also, aus dem College als absoluter Playmaker bekannt, muss mit seiner Mobilität und Armstärke improvisieren - und das mehrmals.

Dann springt vielleicht auch der Funke auf die Defense über, die in der vergangenen Woche trotz der insgesamt guten Ausbeute von nur 19 Punkten keine Antwort auf Christian McCaffrey hatte, der 187 Scrimmage Yards anhäufte. Dazu müssen Turnover und/oder Stops bei Third Downs her.

Ways to win für die Patriots: Matchups gewinnen, Containment und Disziplin

Die Offense der Patriots ist nominell besser als die Defense der Jets, vor allem im Vergleich der Matchups ist das klar. Dabei kommt es vor allem auf Mac Jones an, der diese Matchups erkennen muss. Das tat er in Woche eins bereits sehr gut, als Beispiel ein perfekter "Rainbow Throw" auf James White bei einem kritischen third and long, der den Linebacker in Manndeckung auf seiner sogenannten "Wheel Route "mit Leichtigkeit geschlagen hatte.

Der Running Back Coach der Patriots, Ivan Fears, wird seinen Spielern zudem einimpfen, bloß das Ei festzuhalten. Turnover in kritischen Situationen können sich die Patriots nicht erlauben, auch nicht gegen die Jets.

Zudem hat New England in Woche eins, eigentlich untypisch für ein Team von Bill Belichick, acht Flaggen für 84 Yards kassiert. Ein Coach, der so versessen auf Disziplin ist, wird das beim Analysieren des Tapes sicher als allererstes angesprochen haben.

Defensiv darf der Passrush der Patriots das Containment gegen Zach Wilson nicht verlieren, denn der Mann von BYU hat seine Stärken klar außerhalb der Pocket. Wenn man die Fähigkeiten des Spielmachers so eingrenzt und Cornerback J.C. Jackson, womöglich auch Mithilfe von Free Safety Devin McCourty, das Duell gegen Receiver Corey Davis gewinnt, dann stehen die Chancen für die Defense der Gäste gut.

Fantasy-Tipp: James White

Kaum ein Patriot steht in der Offense der vergangenen Jahre so für Zuverlässigkeit wie James White. Der Running Back gehört zu den besten Passempfängern der Liga, wenn sie aus dem Backfield kommen und Mac Jones glänzte vor allem in Woche eins mit präzisen Checkdowns, also kurzen Pässne auf den nächsten freien Mann zur Line of Scrimmage.

 

Gerade in Ligasystemen, in denen Receptions nochmal Punkte bringen, dürfte White ein gefragter Mann für dieses Spiel sein, denn die Jets haben kaum einen Spieler, der ihn in Manndeckung adäquat verteidigen kann.

Gegen die Dolphins fing White sechs der ihm zugeworfenen sieben Bälle. Gut möglich, dass es gegen die Jets ähnlich viele werden und einer davon sogar in der Endzone landet.

Kai Esser

Du willst die wichtigsten NFL-News, Videos und Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die neue ran-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple und Android.