Bill Belichick und Cam Newton. - Bildquelle: imago images/Icon SMIBill Belichick und Cam Newton. © imago images/Icon SMI

München – Cam Newton ist Realist.

Er weiß daher, warum er von Bill Belichick in Week 7 gegen die San Francisco 49ers auf die Bank gesetzt wurde. Und er weiß auch, wie das NFL-Geschäft läuft. 

Heißt: Ihm ist bewusst, dass eine Degradierung irgendwann nicht mehr nur kurz-, sondern mindestens mittelfristig erfolgen wird.

Der beste Spieler

Irgendwann bedeutet aber auch: Newton wird in Week 8 bei den Buffalo Bills (Sonntag ab 19 Uhr im Livestream auf ran.de) weiter der Starter sein. Auch wenn er in seinen letzten beiden Spielen für mickrige 255 Yards und null Touchdowns warf, sich dafür aber fünf Interceptions leistete.

Warum die Treue?  

"Er ist unser bester Spieler auf der Position", sagte Belichick. Backup Jarrett Stidham brachte 2020 in zwei Spielen nur knapp 48 Prozent seiner Pässe an den Mann, warf dafür aber bereits drei Interceptions.

"Offensiv haben wir andere Probleme", stellte Belichick klar. 

"Es gibt Dinge, die wir besser machen müssen, und daran werden wir arbeiten. Ich denke, wir haben unsere besten Spieler da draußen. Wir müssen nur einen Weg finden, um produktiver zu sein. Wir müssen sehen, dass wir das verbessern können", so die Trainer-Legende.

In der Tat sind die Probleme vielschichtig und weitreichend. So absolviert zum Beispiel Star-Receiver Julian Edelman ohne Frage eine seiner schlechtesten Saisons. 

Er war bislang nur einmal Starter und kommt auf 21 Catches für 315 Yards, auf einen Touchdown wartet er noch. Allerdings ist er in Sachen Yards trotzdem der beste Patriots-Receiver. Dass Newton wiederum immer noch der beste Rusher ist, spricht nicht generell für das Laufspiel des Teams. 

Newton nimmt sich in die Pflicht

Newton weiß hingegen auch, worum es am Sonntag gegen Buffalo geht: "Das Spiel ist ein "must-win" für uns." Nach seinen zuletzt durchwachsenen Leistungen muss der ehemalige NFL-MVP wieder in die Spur finden, ansonsten könnte es eine lange und beschwerliche Saison in Foxborough werden. "Ich habe noch zwei oder drei Tage, um mich auf das Spiel vorzubereiten und genau das werde ich auch tun", versicherte der Spielmacher am Mittwoch. 

"Verlieren wird in dieser Kabine nicht akzeptiert", fuhr Newton fort und nahm gleichzeitig einen Großteil der Verantwortung auf sich: "Also, Cameron Newton, du musst deinen "du-weißt-schon-was" endlich hochbekommen."

Niederlage gegen San Francisco als bittere Lehrstunde

Nach einem hervorragenden Start in die Saison wurden Newton und die Patriots von den beinah katastrophalen Leistungen gegen Denver und San Francisco wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Besonders Newton nahm die deutliche 6:33-Niederlage gegen die 49ers am vergangenen Sonntag als bittere Lehrstunde in der NFL wahr.

"Wenn du so spielst wie ich am Sonntag, nämlich schlecht, machst du dich angreifbar. Diese ganze Woche, angefangen im ersten Quarter am Samstag, habe ich mit einer Menge Demut erlebt", stellte der Spielmacher klar. Mit 98 Yards und drei Interceptions erlebte Newton gegen die ersatzgeschwächte Defense des amtierenden NFC-Champions ein Debakel.

"Es hat mir die Augen geöffnet, als ich so einfach aus dem Spiel genommen wurde. Das bin ich nicht gewohnt. Ich stehe nun an einem Kreuzweg."

Playoff-Aus vor Augen

Noch vertraut Bill Belichick dem 31 Jahre alten Quarterback, ein Umbruch scheint damit zumindest vorerst vom Tisch. Allerdings würde man es bei der erfolgsverwöhnten Franchise ungerne sehen, wenn nun auch noch gegen den AFC-East-Rivalen aus Buffalo verloren wird. 

Dann stünden die Patriots bei 2:5 und die Playoffs wären quasi außer Reichweite. Die wurden zuletzt 2008 verpasst. Und irgendwann wäre dann auch Newton nicht mehr unantastbar. Da ist er bekanntlich Realist.

Du willst die wichtigsten NFL-News, Videos und Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die neue ran-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple und Android.