Bill Belichick. - Bildquelle: imago images/Icon SMIBill Belichick. © imago images/Icon SMI

München - Der Erfolg beim Draft ist in der Regel das Ergebnis eines Zusammenspiels mehrerer Faktoren. Vor allem beruht er normalerweise auch auf dem Input von mehreren Beteiligten. 

Klar: Ein bisschen Glück gehört dann am Ende auch dazu. Das richtige Timing. Und Geschick.

Von einem erfolgreichen Mix der Faktoren war zum Beispiel bei den New England Patriots in den vergangenen Jahren nicht viel zu sehen, bei der Talente-Auswahl lief es - sagen wir - mäßig. 

Doch in diesem Jahr ist die Ausbeute wesentlich hochkarätiger, so hat die Franchise zum Beispiel in Quarterback in Mac Jones an 15. Stelle einen potenziellen Nachfolger für Tom Brady gedraftet. Und: Tackle Christian Barmore an 38. Stelle gilt als echter Steal.

Adams und Patricia als Helfer

Auch bei den Patriots kommen mehrere Meinungen und Einschätzungen zusammen, wie zum Beispiel von Ernie Adams, der seit 2000 "Football Research Director" bei den Patriots ist und in seiner Rolle auch in den Draft-Prozess der Franchise involviert war. Der Draft 2021 war allerdings sein letzter. 

Hinzu kam Matt Patricia, der nach seiner Entlassung bei den Detroit Lions als Assistent von Trainer Bill Belichick zu den Patriots zurückgekehrt war.

"Er hat das in den vergangenen drei Jahren bereits für eine andere Organisation gemacht und ist daher mit dem Prozess sehr vertraut", sagte Belichick: "Er war wirklich eine sehr wertvolle Ressource und ein enger Vertrauter, mit dem wir alles besprechen können. Er hat die gleichen Prozesse schon mehrmals mitgemacht, daher waren seine Erfahrung und seine Perspektive sehr wertvoll für uns."

Das Problem: Die beste Vorarbeit, Beobachtungen und Analysen bringen nichts, wenn sie nicht umgesetzt und genutzt werden. 

So gesehen gab es bei den Patriots Veränderungen im Vorfeld des Drafts, Anpassungen und Verbesserungen. Die beste Verbesserung laut Albert Breer von "Sports Illustrated": Nein, nicht die Tatsache, dass Belichicks Hund "Nike" jetzt einen eigenen Stuhl hat.

Sondern: Belichick selbst hörte in diesem Jahr offenbar mehr auf seine Mitstreiter.

Öfter im Büro

"Mir wurde gesagt, dass Belichick in diesem Frühjahr mehr im Büro war als in der Vergangenheit, mehr formelle Draft-Meetings abgehalten hat, etwas, das unter Belichick wirklich noch nicht vorgekommen ist, und andere vergangene Praktiken mit Hilfe von (Director of Player Personnel Dave) Ziegler, (Scouting-Direktor Eliot) Wolf und (National Scout Matt) Groh überarbeitet hat", schrieb Breer in seiner Kolumne.

So setzte Belichick früher vor allem auf seine eigenen Erfahrungen mit Spielern und seinen Verbindungen zu College-Coaches und überging dabei schon mal die eigenen Scouts. Deshalb sollen in den vergangenen Jahren einige von ihnen das Weite gesucht haben. Nun hat er zum Beispiel das zuvor genannte Trio deutlich stärker involviert.

 

Das Ergebnis: Keine Belichick-Alleingänge mehr, dafür eine ausgewogenere Auswahl. Oder wie Breer meint: "Hochproduktive College-Spieler und nicht die wilden Belichick-Überraschungen, bei denen der Coach einen Spieler im Vergleich zum Rest der Scouting-Community deutlich höher einschätzte."

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