Antonio Brown. - Bildquelle: imago images / ZUMA PressAntonio Brown. © imago images / ZUMA Press

München – Nach langer Zeit waren es mal wieder sportliche Schlagzeilen, die Antonio Brown schrieb. Dazu noch positive: Er spielte am Freitag für die New Orleans Saints vor.  

Eine neue Chance für den Wide Receiver, der seit seiner Entlassung bei den New England Patriots am 20. September um seine Zukunft in der NFL kämpft? Das bleibt abzuwarten. Denn jetzt ist erst einmal die NFL am Zug.

 

Untersuchungen laufen noch

Sie hat im September aufgrund der Klagen gegen Brown wegen sexueller Nötigung und Vorwürfen der Vergewaltigung Untersuchungen eingeleitet. Solange die Untersuchungen nicht beendet sind bleibt unklar, ob Brown - unabhängig vom Ausgang der gerichtlichen Auseinandersetzung - von der NFL bestraft wird.

Er wurde nicht auf die sogenannte Commissioner Exempt List gesetzt, da er Free Agent war. Die Liga hatte aber angekündigt, dass dies je nach Stand der Ermittlungen bei einer Verpflichtung passieren könnte. Brown wäre dann gesperrt, bis die Untersuchungen beendet sind. Experten gehen davon aus, dass deshalb bislang noch kein Team versucht hat, ihn zu verpflichten.

Sean Payton verlangt Information - von der NFL

Kommt er auf die Liste oder nicht – das ist jetzt die grundsätzliche und entscheidende Frage. "Das ist die Information, die wir von der Liga bekommen müssen, wenn wir diesen Weg gehen wollen", sagte Saints-Trainer Sean Payton. "Und diese Information haben wir noch nicht." 

 

Ian Rapoport vom "NFL Network" geht von einer Sperre aus: "Sollte ein Team Antonio Brown verpflichten, setzt ihn die NFL nach meinen Informationen umgehend auf die Commissioner's Exempt List, bis die Ermittlungen wegen sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung eingestellt sind." Antonio Brown werde laut Rapoport in dieser Saison kein NFL-Spiel bestreiten, es sei denn, die Ermittlungen gegen ihn werden rechtzeitig eingestellt.

Payton hielt sich ansonsten mit Aussagen zurück, betonte, dass man solche Tests öfter mache, auf jeder Position. Neben Brown spielten auch Tommylee Lewis, Travin Dural, Maurice Harris, Tim White und Reggie Begelton vor.  

"Brown bekommt aufgrund seiner Karriere ein bisschen mehr Aufmerksamkeit. Aber es war mehr oder weniger die Gelegenheit, diese Jungs kennenzulernen und zu sehen, in welcher Form sie sich befinden", sagte Payton.

Gespräche werden fortgesetzt

Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. "Wir werden unsere Gespräche mit den Saints fortsetzen", kündigte Browns Agent Drew Rosenhaus an.

 

Fakt ist: Eine Verpflichtung wäre nach den Skandalen und dem unsauberen Abgang bei den Steelers und anschließend bei den Oakland Raiders sowie etlichen verbalen Eskapaden in den sozialen Medien ohne Frage kontrovers. Dies gilt unabhängig von den Vorwürfen gegen seine Person, denn auch für Brown gilt die Unschuldsvermutung.  

Angesichts der anstehenden Playoffs wäre der 31 Jahre alte Brown nüchtern betrachtet allerdings ohne Frage eine sportliche Verstärkung, die Saints würden ihre Super-Bowl-Ambitionen nochmals deutlich unterstreichen. Quarterback Drew Brees, Rekordmann Michael Thomas, Jared Cook, Alvin Kamara und Brown – diese Offensive könnte sich noch mehr sehen lassen als sowieso schon. 

Ted Ginn über Brown-Verplfichtung: "Es wäre großartig"

"Es wäre großartig", bestätigte Receiver-Kollege Ted Ginn Jr.. "Die Art von Talent, die er hat, passt zu dem, was wir hier haben. Solange er kommen und gewinnen und ein Teamplayer sein will, sollten wir davor nicht zurückschrecken. Er ist ein Top-Typ in dieser Liga. Ihn zu holen und ihn mit einem Kerl wie Mike (Michael Thomas) und dem Rest von uns zusammenzubringen, wäre großartig."

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