Der NFL-Skandal im Week 11: Myles Garrett schlägt mit dem Helm auf Steelers-... - Bildquelle: ImagoDer NFL-Skandal im Week 11: Myles Garrett schlägt mit dem Helm auf Steelers-Quarterback Mason Rudolph ein. Welche Strafe erwartet den Browns-Star nun? © Imago

München – Der Auftakt zum 11. NFL-Spieltag wurde von einem Skandal überschattet. Superstar Myles Garrett rastete Sekunden vor dem Schlusspfiff beim 21:7-Sieg seiner Cleveland Browns gegen die Pittsburgh Steelers aus, riss Quarterback Mason Rudolph den Helm vom Kopf und schlug damit auf ihn ein.

Es entwickelten sich tumultartige Zustände auf dem Feld, Garrett wurde wie einige andere Spieler auch des Feldes verwiesen. Doch mit dieser Strafe dürfte es nicht getan sein.

Myles Garrett: "Ich bedaure es"

"Ich habe meine Beherrschung verloren und ich bedaure es", sagte Garrett nach Spielende, um dann hinterher zu schieben: "Ein Sieg ist ein Sieg. Ich glaube nicht, dass Dinge, die in acht Sekunden passiert sind, das überschatten."

Kaum verwunderlich ist, dass die NFL bereits Untersuchungen in dem Fall angekündigt hat. Experten, Ex-Spieler und Fans diskutieren nun, was dem 23-Jährigen noch blühen könnte.

Vergleichbarer Fall aus dem Jahr 2013

Der jüngste halbwegs vergleichbare Fall ist aus dem Jahr 2013. In der Preseason geriet Antonio Smith, damals bei den Houston Texans, mit Richie Incognito, damals Miami Dolphins, aneinander, riss diesem seinen Helm vom Kopf und schwang ihn nur knapp an dessen Kopf vorbei. Die Liga zog Smith daraufhin für drei Spiele aus dem Verkehr.

Die längste Sperre in der Geschichte für einen Vorfall auf dem Spielfeld erhielt in dieser Saison Bad Boy Vontaze Burfict. In Woche vier ließ sich der Raiders-Spieler zu einem unnötigen Helm-Hit gegen den schutzlosen Colts-Spieler Jack Doyle hinreißen, weswegen er in dieser Saison nicht mehr spielen darf. Seine Sperre beträgt somit zwölf Spiele.

Burfict ist allerdings auch Wiederholungstäter und wurde in seinen sieben NFL-Jahren 15 Mal bestraft oder gesperrt, insgesamt drei Sperren davon erfolgten wegen unerlaubter Hits.

Garrett bisher noch ohne Zwischenfälle

Garrett hat sich in seiner noch jungen Karriere bisher nichts zu Schulden kommen lassen. Das wird sicher ebenso Einfluss auf das Strafmaß haben wie der Umstand, dass sich Rudolph zum Glück nicht ernsthaft verletzt hat.

 

Doch klar ist auch: Genau solche Szenen will die NFL nicht liefern. Die Liga steht schon genügend wegen der Problematik mit Gehirnerschütterungen und deren Langzeitfolgen in der Kritik. Dass Spieler jetzt auch noch auf dem Feld aufeinander einprügeln und schwerste Verletzungen des Kontrahenten in Kauf nehmen, passt nicht zu dem Hochglanz-Produkt, welches Commissioner Roger Goodell der Welt verkaufen möchte.

Daher wird erwartet, dass Garrett eine drakonische Strafe erhält. Es wäre äußerst überraschend, wenn der Browns-Star in dieser Saison noch einmal auf dem Feld stehen wird. Das berichten mehrere US-Medien.

Doch mit den sechs Spielen bis Saisonende könnte es noch nicht getan sein. Nicht auszuschließen ist, dass er auch zum Saisonstart 2020 zuschauen muss.  

 

Garrett: Wie reagieren die Browns?

Das wäre aber nur die Strafe der Liga. Ihm drohen natürlich auch noch Konsequenzen von den Browns. Von einer saftigen Geldstrafe bis hin zu einer Entlassung ist alles denkbar.

Zwar ist Garrett, immerhin First-Overall-Pick aus dem Jahr 2017, ein Schlüsselspieler für die Defense. Doch so ein Verhalten schadet nun einmal der Franchise. "So wollen weder wir noch Myles Garrett sein", sagte Head Coach Freddie Kitchens zu der Situation. 

Was auch immer passieren wird, schon jetzt ist klar: Diese acht Sekunden werden die komplette Karriere von Myles Garrett überschatten. 

Auch wenn er das noch nicht wahrhaben will. 

Julian Reusch

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